Was bidirektionales Laden für Haushalte möglich macht

In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Stephan Voigt, Geschäftsführer von Easee Deutschland. Stephan ist seit vielen Jahren in der E-Mobilitätsbranche unterwegs – unter anderem bei Shell Recharge, GreenFlux und Ford. Seit 2025 verantwortet er die Geschäfte von Easee in Deutschland, einem der bekanntesten Anbieter für AC-Ladelösungen.

Easee verfolgt den Ansatz, das Laden zu Hause wirklich einfach zu machen. Stephan beschreibt es so: „Unsere Ladestation ist extrem einfach zu installieren und die Integration in sämtliche Systeme macht sie so smart.“ Besonders spannend ist der Blick nach vorn. Easee will 2026 erstmals einen eichrechtskonformen Charger auf den Markt bringen – ein wichtiger Schritt, der die Produktpalette nach oben abrundet und preislich dennoch marktkonform bleiben soll.

Im Gespräch wird deutlich, wie stark Easee das Thema Smart Charging denkt. Für Stephan besteht der Kern nicht in reiner Konnektivität, sondern in intelligenter Software. Durch diese lassen sich „99,2 Prozent der Supportfälle aus der Ferne lösen“, was Installationsbetriebe deutlich entlastet. Gleichzeitig ermöglicht die Software dynamische Ladepläne, Kostenoptimierung über flexible Tarife und perspektivisch die Entlastung der Stromnetze.

Ein zentrales Thema ist das bidirektionale Laden. Vehicle-to-Home ist aus Sicht von Easee bereits greifbar, Vehicle-to-Building folgt, und der große Schritt Vehicle-to-Grid hängt vor allem an der Politik. Stephan bringt es klar auf den Punkt: „Wir warten eigentlich nur noch auf das Signal aus Berlin beziehungsweise Brüssel.“ Die Hardware von Easee – etwa Charge Max und Charge Pro – ist bereits V2G-ready. Was fehlt, ist ein regulatorischer Rahmen, der Energiemengen, Vergütung und Messbarkeit eindeutig klärt.

Easee denkt das Thema aber deutlich weiter. Ein Netz aus mehr als einer Million installierter Easee-Charger könnte zu einem intelligenten Energie-Baustein werden – ein virtuelles Netzasset, das Verbrauch, Einspeisung und Stabilisierung miteinander verbindet. Erste Schritte dahin sieht Stephan im PV-Überschussladen, das bereits mit älteren Easee-Generationen möglich ist. Auch die Idee, perspektivisch über Abo-Modelle bestimmte Funktionen abzurechnen, sieht er als notwendigen Schritt, um Entwicklungsaufwand des eigenen Unternehmens abzubilden.

Spannend fand ich auch, wie Stephan die Frage beantwortet, ob Nutzer künftig mit ihrem E-Auto Geld verdienen können. Heute sei das noch Wunschdenken, langfristig aber ein realistisches Szenario. Entscheidend sei, dass der Markt die Komplexität gut erklärt und die Politik passende Regeln schafft. Im Zusammenspiel mit erneuerbaren Energien sieht er große Chancen: Das Auto wird Teil eines intelligenten Energieökosystems, Lastspitzen lassen sich glätten, Kosten sinken, Netzstabilität steigt. Die Entwicklung sei „fundamental und rasant fortschreitend“.

Zum Schluss sprechen wir über die Diskussion rund um den möglichen Rücktritt vom Verbrenner-Aus. Stephan bleibt positiv: Für ihn kann die Debatte sogar Rückenwind erzeugen, wenn sie dazu führt, regulatorische Fragen endlich konsequent zu klären und die Branche verlässlich auszurichten. Nun aber genug der Vorrede – lass uns direkt in das Gespräch einsteigen.

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektronischen News Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder mit am Start bist. Am Start ist auch Stephan Voigt, seines Zeichens Geschäftsführer Deutschland von Easee. Easee Wallboxen sollten jedem, der mit E-Mobilität zu tun hat, ein Begriff sein, denn mittlerweile hat man eine Million dieser Wallboxen an den Start gebracht. Wir haben uns mit ihm darüber unterhalten. wie sich der Ladeinfrastrukturmarkt in den nächsten Jahren entwickelt, hier vor allem im Heimbereich und welche Rolle dabei bidirektionales Laden spielt, welche Chancenmöglichkeiten das für E-AutofahrerInnen bietet und warum nicht die Technologie, sondern eher die politischen Rahmenbedingungen hier aktuell der begrenzende Faktor sind. Zum Ende haben wir auch noch den Blick darauf riskiert, inwiefern der Rückschritt oder der Rücktritt vom Verbrenner aus eine Rolle auf die Entwicklung und das Wachstum der E-Mobilität in Gänze spielen werden. Spannende Gedanken hierzu, die Stefan an den Start gebracht hat, aber das hörst du dir am besten selbst an. Wir gehen direkt rein in die aktuelle Folge. Viel Spaß damit. Stefan, schön, dass du hier im ERN-Podcast zu Gast bist. Wir wollen uns heute über das Thema zukunftssicheres Laden, bidirektionales Laden unterhalten, wo du ja absoluter Experte drin bist, unter anderem eben aufgrund deiner Rolle bei Easee. Bevor wir da allerdings einsteigen, stell dich doch gerne mal vor, wer Easee ist und was du dort machst.

  3. Stephan Voigt:

    Sehr, sehr gerne. Ja, vielen Dank für die Einladung, Sebastian. Ich freue mich sehr, heute dabei sein zu dürfen. Mein Name ist Stephan Voigt. Ich bin 44 Jahre alt, beziehungsweise jung. Bin seit dem Jahr 2018 in der E-Mobilität, habe in verschiedensten Positionen gearbeitet. unter anderem bei Shell Recharge, bei der Firma Greenflux, zuletzt bei der Ford Motor Company und seit dem 1.11. letzten Jahres bin ich für Easee tätig und habe zum 1.9. diesen Jahres, sprich 2025, die Geschäftsführerrolle für die Easee Deutschland GmbH übernommen. Easee, glaube ich, kennt nahezu jeder, der die E-Mobilität am Ende des Tages verfolgt. Easee ist ein Produzent von AC-Ladelösungen und wir haben uns zur Aufgabe gemacht, das Laden wirklich simpel zu gestalten. Was wir auch am Ende des Tages ganzheitlich abbilden, unsere Ladestation, das können wir mit ganz, ganz breiter Brust sagen, ist extrem einfach zu installieren. Und das Schönste am Ende des Tages, was eigentlich die Easee so smart macht, ist die Integration in sämtliche Systeme.

  4. Sebastian:

    Da gehen wir sicher noch mal drauf ein, vor allem, weil ihr euch ja auch den Claim zukunftssicheres Laden zu Hause mit auf die Fahne schreibt. Das kann ja jetzt wieder viel bedeuten. Was bedeutet das für Easee? Was bietet ihr unter diesem Claim an?

  5. Stephan Voigt:

    Unter dem Claim bieten wir verschiedenste Ladelösungen für den heimischen Markt an. Sprich, wir haben eine Einstiegsvariante mit der Easee Charge Up. Und wir haben MID-zertifizierte Ladelösungen und als kleines Schmankel schon mal vorweg für die Branche, the big news, what's coming next, im Jahr 2026, 25 sind wir gerade noch, im Jahr 2026 werden wir einen eichrechtskonformen Charger endlich launchen und dementsprechend, wie man es von Easee kennt, bewohnte Qualität und dementsprechend zu einem sehr, sehr fairen und marktkonformen Preis.

  6. Sebastian:

    Da freut man sich sicherlich im E-Mobilitätsmarkt. Und vor allem, weil ihr ja auch über die Hardware hinausdenkt schlussendlich, sondern ihr macht euch auch Gedanken, wie kann smartes Laden eben zu Hause auch dazu beitragen, Ladeinfrastruktur für E-Autos zu stabilisieren, in unserem Fall natürlich auf Deutschland bezogen. Vor allem, wenn die Zahl der E-Autos auch deigend ist, was man ja auch 2025 ganz gut sieht. Wie tragt ihr aus eurer Sicht dazu bei? Wie kann dieses smarte Laden unterstützen, um Netze zu entlasten bzw. auch die notwendige Ladeinfrastruktur aufzubauen?

  7. Stephan Voigt:

    Das ist eigentlich ganz simpel. Heutige Lastmanagement-Technologie ermöglicht es Nutzern, die verfügbare Leistung des Netzanschlusses optimal und effizient zu nutzen. Und smartes Laden ermöglicht es außerdem, Strom zu Zeiten geringer Nachfrage und damit günstiger zu beziehen. Das ist natürlich ganz entscheidend. Und in der Zukunft oder beziehungsweise zukünftig wird diese Technologie nicht nur Kosten sparen, sondern auch eine wichtige Rolle bei der Reduzierung der Netzbelastung spielen. Vortrittliche Grid-Balancing-Technologien und bidirektionelles Laden werden kontinuierlich weiterentwickelt. Und unser Ziel ist es, unser Netzwerk von über einer Million Charger, da sind wir ganz, ganz stolz drauf. Wir haben also im September den eine Millionsten Charger verkauft. die natürlich auch bei uns alle zeitnah installiert werden, dass wir dann am Ende des Tages mit diesen eine Million Chargern ein intelligentes Netzasset zur Verfügung stellen.

  8. Sebastian:

    Du hast eben schon mal so angeteasert, so ein Stück weit weicht der Wunschvorstellung von Realität ab, Smarter Charger, das hört man ja auch von vielen Marktbegleitern von euch, aber wahrscheinlich sind es dann in dem Fall eher Connected Charger, die irgendwo in das Netz, in das Stromnetz daheim mit reingebracht werden. Aber Smart soll ja so viel mehr bieten, wie eben beispielsweise das Laden über dynamische Stromtarife, wie du es angerissen hast. Ist das so der Hauptunterschied oder kann man das noch ein Stück weit näher definieren, was ihr jetzt auch unter Smart Laden, Smarter AC Wallbox versteht?

  9. Stephan Voigt:

    Das sehen wir, sage ich mal, da gibt es für uns zwei Aspekte. Der erste Aspekt ist eigentlich die Raffinesse der Software. Am Ende des Tages ist es natürlich bei uns die Basis des Schaffens ist der Charger. Aber die Raffinesse besteht in der Software, die wir natürlich am Ende des Tages bereitstellen. Sprich, vernetzte Ladestationen ermöglichen es uns grundsätzlich, den Status zu überwachen. Und wir können dementsprechend 99,2% der Support-Fälle überwachen. aus der Ferne warten. Sprich, es ist nahezu kein Support notwendig, um vor Ort irgendwelche Dienste zu leisten. Das macht natürlich unsere Wallbox am Ende des Tages sehr, sehr smart. Und der zweite Punkt natürlich sind smarte Ladestationen hingegen, sind wesentlich dynamischer, automatisierter Und wir können Ladepläne dementsprechend festlegen im System. Nutzern im Alltag bietet das dementsprechend einen sehr, sehr großen Vorteil von Kosteneinsparung. Dementsprechend, glaube ich, das ist für den Nutzer, wenn man selbst planen kann, wann man das Auto am besten lädt, glaube ich, das ist für den Nutzer perspektivisch ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Um, wie man weiß, Kosten für alles steigen und dementsprechend glaube ich, ist es da ganz, ganz wichtig, dass man perspektivisch einfach richtige Schritte macht, um den steigenden Bedarf mit senkenden Kosten einfach zu balancieren. Aber entscheidend ist natürlich, dass die Gesetzgebung vorhanden sein muss. um noch smarteres und bidirektionales Laden natürlich zu ermöglichen. Das ist ganz wichtig. Die Gesetzgebung wird der wichtigste Faktor sein, um insbesondere die großflächige Einführung, will ich mal sagen, von bidirektionem Laden voranzutreiben. Regierungen in ganz Europa müssen die Einführung von Energievorschriften beschleunigen. Die Vehicle-to-Grid im großen Maßstab ermöglichen zu lassen, ist aktuell einfach eine schwierige Thematik. Und es muss einen klaren Rahmen dafür geschaffen werden, wie gespeicherte Energie gekauft, verkauft und gemessen werden kann.

  10. Sebastian:

    Und da unterstützt ihr dann schlussendlich auch zumindest in der Abwicklung dann in den Prozessen durch eure Software, durch eure Hardware. Aber so wie du gesagt hast, dieses... nennen wir es mal neue Feld, für uns E-Mobilisten nicht so gänzlich neue Feld, aber vielleicht für die neuen ZuhörerInnen hier, bidirektionales Laden wird ja in Zukunft auch einen Unterschied für die Stromnetze machen, für die Art und Weise, wie wir mit erneuerbaren Energien umgehen. Und du hast es schon angerissen, ihr werdet das unterstützen, ihr könnt das unterstützen, aber der Rahmen muss eben an anderer Stelle gesetzt werden.

  11. Stephan Voigt:

    Ganz genau. Und die Thematik ist natürlich, dass das BD-Laden aktuell sich in verschiedenen Phasen, sag ich mal, einfach befindet. Wir haben da verschiedene Level, die wir aktuell einfach am Markt sehen. Das ist auf der einen Seite das Vehicle-to-Load, ist bereits heute in verschiedensten Fällen von Serienfahrzeugen verfügbar. während Vehicle-to-Building als Beispiel in naher Zukunft ausgerollt werden kann. Der große Coup ist natürlich am Ende des Tages die Thematik Vehicle-to-Grid, wo wir einfach die Regulatur aus der Politik brauchen, um das salonfähig zu machen. Wir haben das Glück, dass unsere Charger, die Charge Max als auch die Easee Charge Pro, bereits Vehicle-to-Grid-ready sind und dementsprechend haben wir von unserer Seite alles geschaffen, um den Anforderungen am Markt zeitnah gerecht zu werden. Wir warten eigentlich nur noch auf das Signal aus Berlin bzw. aus Brüssel, um der ganzen Thematik Flügel zu verleihen.

  12. Sebastian:

    Da sind wir aber jetzt, ich sag mal, Flügel verleihen ist die eine Sache. Ich bin da auch positiver Hoffnung, dass da was geschieht. Es sind ja jetzt auch wichtige Schritte gegangen worden, gerade in den letzten Monaten. Aber so ganz schnell wird das ja wahrscheinlich dann doch nicht kommen, so wie ich dich verstanden habe. Die Technologie steht, jetzt ist es eben Der politische Rahmen, der gesetzt werden und umgesetzt werden muss auch schlussendlich, damit eure Technik oder die auch eurer Marktbegleiter zum Einsatz kommen können.

  13. Stephan Voigt:

    Ganz genau. Das ist das Entscheidende, dass der politische Rahmen jetzt einfach gesetzt wird. Deswegen gehen wir davon aus, dass 2026 sicherlich ein sehr, sehr entscheidendes Jahr sein wird, um mit der ganzen Thematik die nächsten Schritte gehen zu können. wir als Ladestationshersteller, wir sind fertig. Jetzt, glaube ich, liegt es an den großen OEMs, an den großen Fahrzeugherstellern, dass die Fahrzeuge am Ende des Tages die Technologie für den Markt öffnen und die Regulatoren, beziehungsweise die Politik muss den Rahmen schaffen, dass alle Spieler am Markt das gleiche Verständnis der ganzen Thematik haben.

  14. Sebastian:

    Wenn man euch in diesem Umfeld sieht, bleibt ihr dann weiterhin der reine Hardwareplayer oder Von der Monetarisierungssicht wird das dann auch ein relevantes Thema für euch, dass ihr über etwaige Abo-Modelle Gebühren sozusagen auch dann an der Vermarktung des Stromes beim bidirektionalen Laden beispielsweise teilhaben werdet?

  15. Stephan Voigt:

    Wir werden natürlich in erster Linie der reine Hardware-Anbieter bleiben, aber... Um perspektivisch natürlich auch unserem Geschäftsmodell weiterhin Folge leisten zu können, ist es natürlich auch für uns essentiell, dass wir über Abo-Modelle nachdenken bzw. an den Marktgeschehen einfach teilhaben müssen, um auch den internen Entwicklungsaufwand am Ende des Tages natürlich kalkulierbar zu machen. Und dementsprechend wird es auch von unserer Seite dann eine gewisse Anforderung geben, um die Themen einfach auf einer monatlichen Ebene abrechnen zu können.

  16. Sebastian:

    Das scheint ja auch vollkommen nachvollziehbar. Ich meine, so wie du sagst, interner Aufwand muss ja auch abgegolten werden. Und dann profitieren ja trotzdem alle Seiten schlussendlich davon. Ihr habt ja auch den Vorteil, du hast es erwähnt, die einmillionste Ladestation AC Wallbox, die ihr an den Start genommen habt. Wenn man jetzt ein Stück weiter denkt und über das eigene Haus, eigene Ladestation, Ladepunkt hinaus denkt, wäre es ja wahrscheinlich auch möglich, so eine Art virtuelles Kraftwerk zu schaffen vielleicht. Ist das auch ein Thema oder eine Richtung, in die ihr mit Easee denkt?

  17. Stephan Voigt:

    Absolut. Am Ende des Tages, das Fahrzeug am Ende des Tages kann mit der Batterie natürlich das virtuelle Kraftwerk für den heimischen Standort sein. Das sehen wir als essentiell an, um perspektivisch dem Erfolg der E-Mobilität Folge leisten zu können. Und für uns ist es ausschlaggebend, oder für uns ist es ganz, ganz wichtig, würde ich mal so sagen, dass das Fahrzeug perspektivisch als Stromkelle bzw. als Speicher genutzt wird, um einfach Engpässe und eventuelle Stromausfälle natürlich einfach nutzen zu können. Und dafür ist unsere Ladeinfrastruktur vorbereitet und dementsprechend sehen wir es am Ende des Tages als ganz, ganz wichtig an, um den heimischen Standort möglichst sinnvoll zu nutzen.

  18. Sebastian:

    Wäre das nur mit neuen Ladepumpen, die von euch auf den Markt kommen, möglich oder ist das teilweise auch schon mit älteren Generationen möglich, eben in diesem Umfeld aktiv zu sein?

  19. Stephan Voigt:

    Das ist auch mit den älteren Generationen möglich. Dementsprechend haben wir ja auch mit den alten Generationen werden unsere Charger natürlich selbstverständlich jederzeit mit den neuesten Software-Updates versorgt. Und dementsprechend haben wir ja aktuell schon über die Charge-Up beziehungsweise die Charge-Max die Möglichkeit, das PV-Überschussladen ganzheitlich und sehr, sehr perfekt abzubilden. Und dementsprechend über die Charge-Up, wie ich gerade schon erwähnt habe, oder auch die Charge-Home, die ja damals unser erster Charger war, ist das jederzeit möglich, genau.

  20. Sebastian:

    Das ist auch ein sehr positives Signal dann für eben die Kunden, die eure, nennen wir es mal ältere Generationen, Anführungsstrichen hier, im Einsatz haben, dass die dann eben auch nicht hinten runterfallen, sondern davon profitieren können. Und du hast erwähnt, eine etwaige Abogebühr steht natürlich im Raum wegen Refinanzierung, aber es ist ja jetzt nicht nur so, dass ihr Geld damit verdienen müsst, sondern auch euer, der E-Auto-Fahrer, E-Auto-Fahrerin damit Geld verdienen kann, wenn wir dieses bidirektionale Laden eben vollumfänglich denken. Schätzt du das auch so ein, dass wir an den Punkt kommen werden, wo das auch tatsächlich Realität wird oder ist das eher so eine Wunschvorstellung, die man aktuell im Umfeld der E-Mobilität noch hat?

  21. Stephan Voigt:

    Ich glaube, aktuell ist es noch eine Wunschvorstellung, aber aus meiner Sicht ist die Langzeitprognose, muss dahingehen, dass das ganze Thema so... So einfach erklärbar bzw. abbildbar und nachvollziehbar für jeden ist, dass jeder am Ende des Tages, private Haushalte, darüber nachdenken sollte, ein E-Auto anzuschaffen bzw. in die Finanzierung von einem Fahrzeug zu gehen, weil die Fahrzeuge ja aktuell einfach noch relativ teuer in der direkten Anschaffung sind. Aber grundsätzlich, wenn man perspektivisch weiß, dass man mit dem Fahrzeug auch ein gewisses Geld verdienen kann, glaube ich, sollte der Anreiz für jeden gegeben sein, perspektivisch über die E-Mobilität nachzudenken.

  22. Sebastian:

    Wobei das dann ja auch schlussendlich wieder eine Kommunikationsthematik ist, jetzt nicht nur von euch als Hardwareanbieter, sondern auch Automobilhersteller haben ja dann die Thematik, den eh schon schwierigen Antriebswechsel dann auch noch zu erläutern, dass man sagt, okay, hier künftig kannst du halt eben mit einem E-Auto auch noch Geld verdienen. Das bringt ja nochmal eine zusätzliche Komplexität mit hinein. Oder siehst du da die Möglichkeit, das Dass dem Markt das auch gelingt, dementsprechend rüberzubringen? Beziehungsweise ist die Notwendigkeit vielleicht sogar vorhanden, dass man diesen Schritt geht, um die Fahrzeuge, so wie du es ausgeführt hast, attraktiver zu machen?

  23. Stephan Voigt:

    Ich glaube, es ist grundsätzlich ein Problem, dass die E-Mobilität einfach noch nicht ganzheitlich in der Gesellschaft angekommen ist. Und unser Produkt ist einfach erklärungsbedürftig. Und wie wir uns alle kennen... In der Natur des Menschen. Wir sind alle sehr, sehr Mainstream unterwegs und Veränderung ist nicht so gerne gewollt. Und dementsprechend glaube ich, ist es da, in unserer aller Idee muss es sein, dass wir versuchen, die Immobilität grundsätzlich einfach zu gestalten. Und das ist, glaube ich, aktuell oder ist glücklicherweise mehr und mehr mein Gefühl, was ich habe. Dass dieses Salonfähige immer mehr in der Gesellschaft eintrifft und am Ende des Tages, wenn ich meine Eltern sehe, die jetzt Ende 70 sind, selbst die fahren mittlerweile vollumfänglich ein E-Fahrzeug und wollen nichts anderes mehr nutzen. Da sieht man aber, bei denen hat es auch einige Jahre gedauert, sie zu überzeugen, beziehungsweise... den Gedanken zu schaffen, dass man am Ende des Tages ein Fahrzeug hat, was den Ansprüchen völlig gerecht wird und die Reichweitenthematik ja heutzutage überhaupt kein Thema mehr ist.

  24. Sebastian:

    Sehr schön auf den Punkt gebracht und also Hut ab davor, dass man mit 70 dann nochmal umsteigt. Da hätte ich jetzt gedacht, dass die Grenze dann, das Interesse dann doch nicht mehr vorhanden ist, aber ist ja ein schönes Beispiel zu sehen, dass es auch in diesem Alter dann auch gelingen kann, wenn man offen für Neues oder für Veränderungen ist schlussendlich und das muss man, denke ich, bei dem ganzen Thema auch sein, weil wir blicken jetzt ja nicht nur auf diese Mobilitätswende, sondern gerade in dem Zusammenspiel mit erneuerbaren Energien bekommt das ganze Thema ja auch nochmal einen größeren Aufschwung oder Mehrwert mitgeliefert sozusagen. Vielleicht auch da der Blick auf deine Einschätzung auf den Zusammenhang zwischen Laden, Heimenergiemanagement und die Integration gemeinsam mit erneuerbaren Energien. Wie schätzt du da die Herausforderungen als auch die Chancen in den nächsten Jahren ein?

  25. Stephan Voigt:

    Die Entwicklungen in dem Bereich sehe ich als fundamental und rasant fortschreitend. Das wachsende Interesse von Endkunden, die intensiven Arbeiten der Hersteller und die strategische Ausrichtung der Energieversorger zeigen klar, dass wir auf eine Ära von wirklich heimischen Energiemanagementsystemen zusteuern. Das Fahrzeug wirkt nicht nur zum Verbraucher, sondern zum aktiven Element eines intelligenten Energieökosystems, das erneuerbare Energien optimal einfach nutzt. Lastspitzen und somit die Netzstabilität dementsprechend einfach fördert. Es entsteht eine nahtlose intelligente Verbindung, die nicht nur ökologisch ihre Vorteile bietet, sondern auch signifikante Kosteneinsparungen mit sich bringt. Und dementsprechend ist es, glaube ich, eine ganz, ganz rasante Entwicklung, um das nochmal ganz kurz zusammenzufassen.

  26. Sebastian:

    Das sehe ich auch so. Das ist auch an sich wünschenswert. Aber jetzt haben wir in der Woche der Aufnahme gerade den Dämpfer bekommen. dass ja der Rücktritt vom Verbrenner aus sozusagen wieder in Brüssel diskutiert wird, dass man da doch ab 2035, ich sag mal, alternativ wieder den Weg freimachen möchte. Wie siehst du diese Entwicklung, wenn das jetzt weiter verfolgt wird, auf das Wachstum dann für euer Unternehmen beispielsweise, aber auch in der höheren Ebene, Ladeinfrastruktur, E-Mobilität, bremst das maßgeblich aus oder wird am Ende Physik die Oberhand behalten und dann eben sagen, E-Mobilität ist der bessere, günstigere, effizientere Antrieb und der Umstieg steht eigentlich schon fest, das verzögert es vielleicht nur noch ein wenig?

  27. Stephan Voigt:

    Die große Frage, die ich mir in dem Zusammenhang stelle, ist, bremst uns das wirklich aus, der Dämpfer, der angebliche Dämpfer, den wir jetzt aus Brüssel bekommen haben? Aus meiner Sicht kann das eigentlich ja unsere Branche nur beflügeln. Wenn wir jetzt an der richtigen Regulatorik arbeiten und dementsprechend die Schlüsse im Feld bzw. von der Politik geschaffen werden, kann das die E-Mobilität ja eigentlich nur beflügeln. Gerade wenn man dann wieder über Förderung nachdenkt, beziehungsweise über die V2G-Technologie nachdenkt und da jetzt einfach die richtigen Zeichen setzt, glaube ich, soll das für unsere Branche überhaupt kein Dämpfer sein, sondern aus meiner Sicht kann das nur beflügeln.

  28. Sebastian:

    Das ist so ein positiver Ausblick, den wir jetzt gerne mitnehmen zum Ende der Folge. Vielen Dank für deine Zeit, Stefan. Vielen Dank für den Blick hinter die Kulissen bei Easee.

  29. Stephan Voigt:

    Besten Dank auch. Alles Gute.

  30. Sebastian:

    Das Thema bidirektionales Laden ist wirklich kein simples Thema. Wenn man es in der Tiefe verstehen will, das ist vollkommen klar. Aber es wurde, glaube ich, auch nachvollziehbar, welche Chancen und Möglichkeiten es bietet für E-AutofahrerInnen als auch für die Stromnetze, sowie Unternehmen, die in der Kette daran beteiligt sind. Das heißt jetzt die Stromverkäufer, als auch Hardwareanbieter wie Easee, die eben entsprechende Komponenten anbieten, um das Ganze zu ermöglichen. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Hinterlass uns gerne positive Bewertungen bei Spotify und ich freue mich, wenn du kommende Woche wieder einschaltest. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.