HEERO: Das hat es mit dem stärksten E Transporter der Welt auf sich

Im Gespräch mit Dominik Ashkar, Gründer von E-Works Mobility GmbH

E-Works Mobility hat sich auf die Umrüstung von Bestandsfahrzeugen auf Elektroantriebe spezialisiert. Im Mittelpunkt steht hierbei der Sprinter 907. Aber nicht nur. Mit Dominik Ashkar, dem Gründer von E-Works Mobility GmbH aus Ismaning bei München, habe ich mich über das noch recht junge Unternehmen unterhalten. Dabei wird recht schnell klar, von der damaligen Geschäftsidee hat man sich recht schnell verabschiedet und einen interessanten Markt für sich entdeckt.

E-Works Mobility wurde im Jahr 2017 gegründet. Das Technologieunternehmen hat sich auf die Entwicklung von elektrischen Antrieben spezialisiert. Zunächst wollte man jedoch eine freie Werkstattkette für E-Autos an den Start bringen. War seiner Zeit damals noch weit voraus. Als dann ein Kunde mit einem Porsche vorbeikam und den Wunsch geäußert hat diesen zum E-Auto umzurüsten, beschritt Dominik und sein Team den Pfad in eine ganz neue Richtung. Weitere Umbauten folgten. Doch schnell wurde klar, man wolle sich spezialisieren, um Prozesse zu vereinfachen und die Kosten im Blick zu behalten.

Im Fokus stehen derzeit drei Modelle: Sprinter 907 (kompletter Umbau), sowie Porsche 964 und Mustang 1968 (Antriebslieferant). Kerngeschäft ist der Umbau von Sprinter in E-Fahrzeuge. Mehrere Tausend pro Jahr wolle man mittelfristig umbauen. Hierzu trägt die stetige Optimierung der eigenen Prozesse bei. Benötigt ein Umbau heute noch drei bis vier Wochen, wolle man schlussendlich bei ein bis zwei Wochen für den kompletten Umbau landen.

HEERO sei der weltweit stärkste E-Transporter. Neben seinen 180 kW/ 245 PS Leistung sowie seiner Reichweite von 400 Kilometer – aus einem 110 kWh-Akku (brutto) / 96 kWh-Akku (netto) – überzeugt der Stromer durch seine Schnellladefähigkeit mit 100 kW-Ladeleistung. Innerhalb von etwas über 30 Minuten füllt sich der Akku hierbei von 20 auf 80 Prozent geladen werden. Der 180kW-Motor jagt den HEERO auch steile Hänge nach oben. Andere Modelle könnte man künftig auch noch umrüsten. Aber das soll Dominik am besten selbst ausführen. Dir viel Freude beim Zuhören.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektronischen News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder zuhörst, wenn wir uns zum Thema E-Mobilität austauschen. In der aktuellen Folge habe ich Dominik Ashkar von E-Works Mobility zu Gast, der eigener Aussage nach den weltweit stärksten E-Transporter, den HEERO, auf die Straße bringt. was es damit auf sich hat, welches Fahrzeugmodell die Basis für den Verbrennerumbau bietet und was man erwartet, künftig da umzusetzen zu können am Markt. Das habe ich alles mit Dominik im Gespräch erörtert und mir erklären lassen von ihm und ich bin mir sicher, es gibt einige interessante Einblicke für dich. Von daher viel Spaß mit der aktuellen Folge, wir hören uns danach. Servus Dominik, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über den HEERO unterhalten, den stärksten E-Transporter der Welt, also ich sag mal Superlative. Fahrt er da direkt zu Beginn auf, aber bevor wir da einsteigen und über das Produkt mehr erfahren, stell dich doch gerne mal unseren Hörer, Hörerin vor und dann tauchen wir ein bisschen weiter ein.

  3. Dominik Ashkar:

    Hallo Sebastian, recht herzlichen Dank für die Einladung. Ja, mein Name ist Dominik Ashkar. Ich habe die E-Works Mobility GmbH von vor etwa viereinhalb Jahren gegründet. Zu meiner Person, ich habe Betriebswirtschaft studiert und bin Kfz-Technikermeister.

  4. Sebastian:

    Du hast E-Works Mobility GmbH, hast gesagt, vor vier Jahren gegründet. Der Name lässt es vermuten, schon damals was mit E-Mobilität am Hut sozusagen. Kfz-Meister, also auch da kommt eine Verbindung hin zum Pkw. Magst du ein paar mehr Fakten zu deinem Unternehmen oder zu eurem Unternehmen kundtun?

  5. Dominik Ashkar:

    Ja, gerne. Wir sind ursprünglich angetreten, um eine freie Werkstattkette für Elektrofahrzeuge zu etablieren. Waren zugegebenermaßen vor viereinhalb Jahren unserer Zeit etwas voraus. Es gab kaum werkseitige Elektrofahrzeuge, die aus der Garantie waren. Es gab insgesamt zu wenige. Und wie es dann manchmal so läuft, ich glaube in etwa im dritten Monat kam ein Kunde zu uns und fragte uns, ob wir seinen Porsche nicht elektrifizieren können. Der hat einen Motorschaden zuvor gehabt. Und genau genommen war es ein 997 Cabrio, wollte er dann elektrifiziert haben.

  6. Sebastian:

    Und dann war das sozusagen der Startschuss für das neue Geschäftsfeld, weg von der freien Werkstattkette für E-Autos hin zum Umbau von Verbrenner in Richtung E-Mobilität?

  7. Dominik Ashkar:

    So in etwa, ja. Jung und verrückt haben wir uns gedacht, naja, dann probieren wir es halt. Wir waren damals zu zweit. Zugegebenermaßen war es das erste Projekt, das wir begonnen hatten, aber nicht das erste, das wir fertiggestellt hatten. Also zwischenzeitlich kamen andere Autos daher, die vom Bauraum her deutlich besser geeignet waren. Der Porsche war zu seiner Zeit schon wirklich eine Herausforderung, besonders vom Packaging und alles unterzubringen.

  8. Sebastian:

    Das kann man sich vorstellen, wenn man den mal vor Augen führt. Das heißt, du hast gesagt, ihr seid dann eher in Fahrzeuge oder habt mit denen fertiggestellt, die mehr Bauraum zur Verfügung hatten. War das dann auch tatsächlich schon in die Richtung Transporter, so wie ihr es jetzt mit dem HEERO dann auch zeigt?

  9. Dominik Ashkar:

    Es waren von Beginn an Transporter dabei, unter anderem ein VW T5 und die vorige Sprinter-Generation. Darunter aber auch sehr viele klassische Oldtimer, also wirklich ikonische Fahrzeuge. sehr spezielle Fahrzeuge. Das hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, aber unserem Anspruch wurden wir nur schwer gerecht, also wir wurden ihm gerecht. Jedes Mal aber diese komplette Neuentwicklung, ohne das Ganze dann replizieren zu können, also immer wieder bei Null zu beginnen, war sehr herausfordernd. Und dann haben wir vor etwa zweieinhalb, drei Jahren den Entschluss gefasst, okay, wir müssen uns auf ausgewählte Modelle festlegen, um da unsere gewünschte Qualität gewährleisten zu können.

  10. Sebastian:

    Das heißt, ihr habt dann auch tatsächlich, ich sage mal, euch jetzt auf Transporter beispielsweise festgelegt, um dann eben auch Komponenten dann zu fertigen oder zu beschaffen sozusagen, die dann immer wieder greifen, dass ihr nicht eben immer wieder bei Null anfangen müsst, immer diese Lernkurve dann sozusagen habt, sondern auch aus eurer Erfahrung dann dementsprechend, ja, schnellere Umsetzung dann habt für eure Kunden hin, aber natürlich auch für eure Marge wahrscheinlich wesentlich besser, wenn ihr dann nach einem Baukastenprinzip vorgehen könnt, als wenn ihr da immer von Fahrzeug zu Fahrzeug denkt.

  11. Dominik Ashkar:

    Ganz genau. Also wir haben uns auf diese drei Modelle festgelegt und versucht, ein modulares System zu entwickeln.

  12. Sebastian:

    Ganz kurz, welche drei Modelle wären das dann? War das dann T5 Sprinter und?

  13. Dominik Ashkar:

    Nein, wir haben uns auf das aktuelle Sprinter-Modell festgelegt, Modell 907. Das rüsten wir unter eigener Flagge um. Also wenn es dann mit unseren Hochleistungskomponenten umgerüstet wurde, ab dann ist es ein HEERO. Und mit Partnern machen wir noch den Porsche 964 und einen Mustang 1968. Da sind wir dann Antriebssystemlieferant.

  14. Sebastian:

    Bei den beiden letztgenannten Fahrzeugen.

  15. Dominik Ashkar:

    Ganz genau.

  16. Sebastian:

    Bei dem Sprinter 907 Baureihe, da seid ihr aber für das Gesamtpackaging verantwortlich.

  17. Dominik Ashkar:

    Ganz genau. Den vertreiben wir auch selbst, die Sportwagen nicht.

  18. Sebastian:

    Das heißt, im Endeffekt kommt dann der Kunde zu euch, sagt dann hier, ich habe mal eine Verbrennervariante davon sozusagen und hätte ihn gerne umgebaut und dann könnt ihr da auch schon loslegen.

  19. Dominik Ashkar:

    Ganz genau.

  20. Sebastian:

    Und wie kann man sich das dann vorstellen? Ihr müsst ja wahrscheinlich dieses ganze Verbrennerfahrzeug dann als Basis nehmen und dann einfach erstmal komplett von diesen Verbrennerbauteilen dann wahrscheinlich befreien, in Anführungsstrichen, oder?

  21. Dominik Ashkar:

    Ganz genau. Das Fahrzeug kommt zu uns. Es gibt eine Bestandsaufnahme, ob es irgendwelche Vorschäden gibt oder mechanische Bauteile, die erhalten bleiben, ausgetauscht werden müssen. Genau, und im nächsten Schritt werden dann alle Verbrennerkomponenten ausgebaut. Tank, AdBlue-Tank, Abgasanlage, Motor, Getriebe.

  22. Sebastian:

    Wie geht es dann von da aus weiter? Du kannst uns ja mal ein wenig durch den Prozess führen, dass wir einfach ein Gefühl dafür bekommen. Werden dann nur die Komponenten ausgetauscht? Nehmt ihr auch Veränderungen an der Karosserie an sich vor? Richtet ihr das auch anders aus? Einfach, dass wir da so ein bisschen eine Vorstellung dafür bekommen, wie der Ablauf dann bei euch im Unternehmen ist.

  23. Dominik Ashkar:

    Also es wird alles ausgebaut. Wir nehmen jetzt keine wesentlichen Veränderungen an der Karosserie vor. Wir setzen hier und da Gewindemuttern, um unsere Hilfsrahmen zu befestigen. Aber einen wesentlichen Eingriff in die Karosserie, der soll nicht erfolgen. Und dann wird in drei Baugruppen, das ist die Batterie, der Antriebsstrang und ein vorderer Aggregateträger, auf dem sich dann Klimakompressor, Ladegerät und so weiter befinden, werden dann ins Fahrzeug montiert. Da war unser Anspruch, möglichst viele originale Anschau-Punkte zu erhalten oder zu verwenden auch, um den Eingriff in die Karosserie sehr gering zu halten. Und ja, unser Anspruch ist grundsätzlich auch, also so sind die Baugruppen auch entwickelt worden, dass es sehr wartungsfreundlich ist, also dass man von verschiedenen Seiten an diverse Komponenten kommt, also Das haben wir aus unserer Vergangenheit oder ein Teil des Teams als Mechaniker gelernt, dass unser Anspruch war, dass man wirklich gut an die Komponenten hinkommt und nicht das halbe Fahrzeug zerlegen muss. Also wenn es immer so kommen sollte, dass man einen Teil tauschen sollte. Grundsätzlich sind die Komponenten sehr langlebig.

  24. Sebastian:

    Ist ja schon mal von Vorteil und ich glaube, so wie du sagst, da prägt ja die eigene Vergangenheit als Mechaniker dann oder bei euch im Unternehmen von den Teammitgliedern. Die wissen natürlich und durften in Anführungsstrichen durch Schmerzen lernen, wie schwierig es ist, wenn die Teile nicht frei zugänglich sind. Von daher ja sehr vernünftig und vor allem auch im Hinblick darauf, E-Autos oder E-Nutzfahrzeuge werden ja eh immer auch mit dem... positiven Statement verkauft, wartungsfreundlich und dem werdet ihr ja dann auch dementsprechend gerecht, trotz dessen, dass es in Anführungsstrichen nur ein Umbau ist und nicht direkt als E-Auto gedacht.

  25. Dominik Ashkar:

    Absolut. Wie gesagt, die Komponenten sind sehr hochwertig und langlebig. Wenn denn mal was kaputt geht, dann war unser Anspruch, dann soll es aber auch leicht zu wechseln sein.

  26. Sebastian:

    Da jetzt auch nochmal einhakend, wie lange dauert so ein Prozess? Wenn ich dir den jetzt hinstelle, wir sind uns einig, du baust den um, sprechen wir da jetzt von zwei, drei Wochen, wo der umgebaut ist? Sind das mehrere Monate, einfach um da eine Einordnung zu bekommen?

  27. Dominik Ashkar:

    Derzeit liegen wir bei etwa drei bis vier Wochen Umbauzeit. Das beginnt mit der Annahme des Fahrzeugs, mit der Bestandaufnahme, mit der Umrüstung und dann der Abnahme von uns und dann auch durch den TÜV. Mittelfristig werden wir auf etwa ein bis zwei Wochen herunterkommen mit der Umrisszeit, also mit der Zeit, die das Fahrzeug bei uns sein muss.

  28. Sebastian:

    Ist ja sehr überschaubar, der Zeitrahmen dann sozusagen.

  29. Dominik Ashkar:

    Genau, es sind Nutzfahrzeuge, die sollen üblicherweise Geld verdienen und wir wollen dem Kunden da entgegenkommen und den nicht zu lange aus dem bestehenden Fuhrpark herausnehmen, sondern unser Anspruch ist, dass der schon sehr schnell wieder zurückgeht in seinen Dienst.

  30. Sebastian:

    Vor allem so wie du sagst, die verdienen ja nur ihr Geld, wenn sie auf der Straße unterwegs sind und eingesetzt werden können und die zwei, drei Wochen mehr, die ja dann bei euch rumsteht, in Anführungsstrichen, kriegt der Kunde ja nicht bezahlt von seinen Auftraggebern. Wie verhält sich die ganze Thematik da? Also warum kommen Kunden überhaupt zu euch und sagen, wir rüsten das um? Was sind da die Beweggründe dafür? Sind es Fans der E-Mobilität und sagen, na gut, ich... Möchte jetzt ein Fuhrpark was machen oder gibt es da andere Gründe dafür, wie beispielsweise, dass die Städte gar nicht mehr erlauben, dass die Fahrzeuge reinfahren? Einfach, dass man da auch, dass man nachvollziehen kann, warum Verbrenner überhaupt umgerüstet werden jetzt in dem Bereich.

  31. Dominik Ashkar:

    Es gibt vielfältige Gründe. Also einer ist definitiv der von dir genannte, dass es entweder schon Einfahrbeschränkungen in den Städten gibt oder sie geben wird. Ein Gedanke, der gerade zur jetzigen Zeit auch sehr präsent ist, ist dieser Autarkie-Gedanke, also dass Kunden eine große PV-Anlage haben und dann ihre Energie selbst erzeugen und die dann auch nutzen können in dem Fahrzeug. Es gibt auch Fans der Elektromobilität, aber auch die Gründe der geringeren Wartungskosten, sehr vielfältig.

  32. Sebastian:

    Und im Endeffekt wird es ja wahrscheinlich eine Mischung aus all den Gründen dann irgendwo sein, die schlussendlich dazu bewegen, dass man das dann macht.

  33. Dominik Ashkar:

    Ganz genau. Wie du sagst, es spielt vieles zusammen, ganz vielfältige Beweggründe.

  34. Sebastian:

    Wir hatten ja gesagt, ihr habt drei Modelle, die ihr eben auf die Straße bringt bzw. umbaut. Dadurch habt ihr auch eine gewisse Planungssicherheit sozusagen mit den Komponenten, die ihr verbaut. Wisst ihr ja Bescheid, könnt ihr es einpreisen. Was kostet mich so ein Sprinter-Umbau, wenn ich jetzt sage, ich habe da das Interesse daran, das umzubauen? Ungefähr, dass wir es grob eingeordnet bekommen.

  35. Dominik Ashkar:

    Die reine Umrüstung liegt bei 71.980 Euro. Und dieser Preis gilt bei Inzahlungnahme der Dieselkomponenten. Also ansonsten wären es 5.000 Euro mehr, wenn der Kunde jetzt den Dieselmotor behalten wollen würde, was eher selten der Fall ist.

  36. Sebastian:

    Ja gut, was soll er damit anfangen normalerweise?

  37. Dominik Ashkar:

    Richtig.

  38. Sebastian:

    Wie geht ihr damit um? Ihr entsorgt es, verwertet es weiter dann sozusagen in eurem Unternehmen dann schlussendlich? Also ihr könnt noch einen Nutzen daraus ziehen dann?

  39. Dominik Ashkar:

    Ganz genau, es wird nicht weggeschmissen, es wird auf jeden Fall verwertet.

  40. Sebastian:

    Ja, warum solltet ihr sonst Geld dafür ausgeben?

  41. Dominik Ashkar:

    Leuchtet ja auch ein. Also es ist eine Mischung. Ich reise mich natürlich nicht darum, das zu verwerten. Das ist für uns natürlich auch Aufwand, aber auch da wollten wir dem Kunden ein Stück weit entgegenkommen.

  42. Sebastian:

    Ja gut, und ihr könnt auch sicherstellen, dass es fachgerecht entsorgt wird sozusagen dann, als wenn du jetzt jemandem das mitgibst und der vielleicht überhaupt keine Ahnung davon hat, wie denn damit umzugehen ist dann.

  43. Dominik Ashkar:

    Ganz genau. Wie gesagt, es wird nicht entsorgt, aber anderweitig verwertet. Da gibt es verschiedene Szenarien, aber es wird nicht in den Hochofen geschmissen.

  44. Sebastian:

    Jetzt haben wir ja schon ein bisschen was mitbekommen vom Fahrzeug, Umbau, Kosten, technische Daten. Sieht man da auch eine Verbesserung? Also hat der Kunde sozusagen auch tatsächlich Nutzen im Alltag dann davon, weil der Antrieb stärker ist, weil er vielleicht leistungsfähiger an sich ist? Kannst du das Ganze auch einordnen, weil irgendein Nutzen außerhalb von, ich kann Einfahrbeschränkungen umgehen, was ja schon mal ein Vorteil an sich ist, aber wird der E-Antrieb ja auch noch mit sich bringen?

  45. Dominik Ashkar:

    Absolut. Er ist wesentlich kraftvoller, also gerade der Anhängebetrieb macht wirklich Spaß, weil man auch mit einem größeren Anhänger vom Fleck kommt oder mit einer höheren Beladung des Fahrzeugs. Es ist ein sehr angenehmes Fahren, es ist geräuschlos, es ist stressfreier, es hat einen Haufen Vorteile.

  46. Sebastian:

    Und das sind auch tatsächlich Gründe, die dann bei euren Kunden auch positiv angenommen werden. Und gibt es auch Kunden, die dann, ich sage mal, nicht nur einen Sprinter ungerüstet haben, sondern dann auch Blut geleckt haben und dann auch mit künftigen Fahrzeugen wiederkommen oder schon gekommen sind vielleicht?

  47. Dominik Ashkar:

    Es handelt sich hauptsächlich um Flottenkunden, also es ist selten nur ein Fahrzeug. Ein Fahrzeug ist häufig der Beginn, aber ganz häufig sind es wiederkehrende Kunden.

  48. Sebastian:

    Das ist ja auch schön für euch dann tatsächlich und vor allem, wenn ihr damit Beispielen überzeugen könnt. Und ich sage jeder, der mal ein E-Auto gefahren ist oder ein E-Nutzfahrzeug, allein diese Emissionsgeräuschkulisse, sage ich mal, wenn das nicht so laut ist, macht das ja auch mehr Freude, als in einem Sprinter da rumzufahren, der dementsprechend Geräusche von sich gibt.

  49. Dominik Ashkar:

    Absolut. Wir hatten neulich eine Probefahrt, da meinte der Kunde, wer dieses Auto Probe fährt, will es haben.

  50. Sebastian:

    Ein besseres Verkaufsargument für euch gibt es ja nicht, oder?

  51. Dominik Ashkar:

    Absolut. Das macht wirklich Laune. Es hat einen tiefen Schwerpunkt. Wir sagen ja immer, spaßeshalber der Sportwagen der Nutzfahrzeuge. Es ist jetzt nicht so, dass man sich damit errennt, aber es macht wirklich Laune. Warum soll ein Nutzfahrzeug nicht auch Spaß machen?

  52. Sebastian:

    Ja, auf jeden Fall. Ich meine, die sitzen auch tagtäglich da mehrere Stunden dann drin oder zumindest um von A nach B zu kommen, dann kann sie auch Laune machen. Ladefähigkeit. Jetzt haben wir das Thema Reichweite noch nicht angerissen. Vielleicht kannst du das noch einordnen. Da muss man ja glücklicherweise im beruflichen Alltag wahrscheinlich gar nicht so die Riesenreichweite zurücklegen. Nichtsdestotrotz spielt es ein Thema. Und dann natürlich auch, wie schnell kriegt man Akku wieder voll? Kannst du dazu ein paar Kennzahlen in den Raum werfen?

  53. Dominik Ashkar:

    Der WLTP-Zyklus, also die Abnahme, ist in Planung bereits. Unser Schätzwert, mehr können wir zum jetzigen Zeitpunkt dazu nicht sagen, liegt bei etwa 400 Kilometern.

  54. Sebastian:

    Mit einer Akkuladung dann?

  55. Dominik Ashkar:

    Ganz genau. Wir haben einen 110 Kilowattstunden Akku, das ist die Bruttokapazität. Davon nutzbar sind etwa 96 Kilowattstunden. Und unsere Ladegeschwindigkeit beträgt bis zu 100 Kilowatt. Und da gibt es diverse Fenster. Also je nachdem, wie leer man an der Ladesäule ankommt.

  56. Sebastian:

    Klar, aber im Endeffekt, ich sage mal so, das interessante Fenster sind ja eigentlich 10 bis 80 Prozent. Ihr habt jetzt in der Pressemitteilung damals 20 bis 80 angegeben und knapp so um eine halbe Stunde gesagt, wo man für dieses Ladefenster benötigt.

  57. Dominik Ashkar:

    Genau, es ist etwas mehr als eine halbe Stunde. Wir haben es jetzt ehrlicherweise aufgerundet oder abgerundet in dem Fall.

  58. Sebastian:

    Ja gut, aber ich denke, dem ist es ja nicht so ausschlaggebend dann schlussendlich. Aber ihr habt auch die Möglichkeit zum AC-Laden dann 11 Kilowatt, 22 Kilowatt. Was ist da möglich?

  59. Dominik Ashkar:

    Ganz genau, bis zu 22 Kilowatt. Selbst an der Schoko-Steckdose könnte man laden. Zugegebenermaßen ist das eher eine Notladung bei einem 110 Kilowattstunden Akku.

  60. Sebastian:

    Das dachte ich mir auch gerade. Das steht ein bisschen länger als die Nacht, um das wieder voll zu bekommen. Nee, aber 22

  61. Dominik Ashkar:

    Wir fanden es charmant, da das prinzipiell alles möglich ist.

  62. Sebastian:

    Nee, grundsätzlich schadet es ja nicht. Man weiß ja nie, wo es einen hinverschlägt dann schlussendlich. Nichtsdestotrotz, 22 Kilowatt ist, glaube ich, auch für eine Flotte gute Möglichkeit, dann sanft über die Nacht zu laden und dann sind die Fahrzeuge am nächsten Morgen wieder einsatzbereit. Und ihr skaliert das Geschäft im Moment hoch. Also du hast gesagt, ihr habt ja... Klein mit angefangen, habt euch dann spezialisiert auf die drei Modelle und die werdet ihr jetzt auch künftig weiterverfolgen. Ist dann geplant, dass ihr noch weitere Modelle mit aufnehmt bei euch oder Konzentration auf diese drei Fahrzeuge?

  63. Dominik Ashkar:

    Es sind andere Modelle in der Zukunft denkbar, aber da auch wie eingangs besprochen, ist unser Anspruch schon, dieses Fahrzeug richtig, richtig gut zu machen. Also es ist schon sehr gut, aber wir wollen es stetig verbessern, wir bleiben da nicht stehen. Es werden weitere Features dazukommen, an den Eckdaten werden wir auch permanent bauen, dass wir hier nicht nur das beste Fahrzeug aktuell bieten, sondern auch in Zukunft bieten werden.

  64. Sebastian:

    Zu viele Hochzeiten macht es ja dann auch nicht einfacher sozusagen. Dann wärt ihr ja auch wieder in der Thematik, ich sage mal, jetzt seid ihr Spezialisten für die Komponenten, was man benötigt. Und wenn ihr dann wieder in die Breite geht, wird es ja nur schwieriger wahrscheinlich dann wieder. Ganz genau. Vielleicht zum Abschluss noch mal kurz mit aufgreifen, das von dem Porsche und dem Mustang genannt. Da baut ihr die Fahrzeuge nicht komplett um oder da liefert ihr auch in Anführungsstrichen nur die Komponentenantriebs, Strangantriebslieferanzseite dafür. Kannst du das mal noch ein bisschen erklären? erläutert, was ihr da genau macht oder wie das dann abläuft?

  65. Dominik Ashkar:

    Ganz genau. Dazu haben wir einen mit unseren Partnern, im Falle von Porsche mit Leiser Electric, im Falle von Mustang mit Cree Classic Cars haben wir wirklich tolle Antriebssysteme entwickelt, maßgeschneidert wirklich für diese Fahrzeuge, also die Anpassung maßgeschneidert aus unserem modularen Baukasten und liefern das dann nahezu einbaufertig unseren Partnern an. Und was es bei den Fahrzeugen halt doch hin und wieder braucht, ist eine Restauration. Und diesen Part übernehmen die komplett eigenständig und elektrifizieren im Anschluss meistens an die erfolgte Restauration mit unserer Hilfe.

  66. Sebastian:

    Ihr seid dann auch aktiv vor Ort oder ihr stellt dann die Hilfe im Sinne davon durch das Antriebssystem, durch euer Modulares zur Verfügung?

  67. Dominik Ashkar:

    Ganz genau. Und an den entscheidenden Stellen kommen Leute von uns dazu, Kollegen aus dem Team und unterstützen.

  68. Sebastian:

    Aber euer Hauptgeschäft demnach dürfte ja wahrscheinlich, ich sage mal, wenn ich jetzt Porsche und Mustang lese, wahrscheinlich dann schon eher im Bereich der Sprinter unterwegs sein, oder?

  69. Dominik Ashkar:

    Definitiv. Also bezogen auf die Stückzahlen liegen wir da mit den Nutzfahrzeugen natürlich in einer anderen Größenordnung.

  70. Sebastian:

    Dann erstmal vielen Dank von meiner Seite für die Eindrücke. War sehr interessant, was man denn doch alles so entwickeln kann oder wo die Reise hingeht. Ich sage mal, vom Gedanken der freien Werkstatt für E-Autos bis hin zum Umbau von bekannten Sprinter-Modellen hier. Sehr interessant. Vielen Dank für deine Zeit, Dominik. Vielen Dank, Sebastian. So schnell kann es dann auch gehen. Das war die aktuelle Folge des Elektronischen Newsbooknet Podcast. Ich freue mich, dass du zugehört hast und wenig mehr über den weltweit stärksten E-Transporter aus Deutschland erfahren hast. Es wird bestimmt noch den einen oder anderen Konkurrenten am Markt geben, aber so konnte ich dir zumindest etwas über den HEERO näher bringen. Vielen Dank fürs Zuhören. Bis zur nächsten Folge. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.