ChargingTime gestaltet Elektroauto laden individueller

Im Gespräch mit Felix Geibel und Jonas Sulzer

In dieser Ausgabe des Elektroauto-News.net Podcast führe ich ein Gespräch mit Felix Geibel und Jonas Sulzer, den Gründern des Startups "ChargingTime". Beide hatten zuvor bei Mercedes-Benz gearbeitet, wo sie sich kennenlernten und die Inspiration für ihre neue Unternehmung fanden: Individuelle Planung von Reisen mit den für einen selbst passenden Ladestopps.

Die Motivation zur Entwicklung der "ChargingTime" App kam aus Felix’ persönlichen Erfahrungen mit den Unannehmlichkeiten der existierenden Ladeinfrastruktur. Während eines Familienurlaubs stieß er auf die Herausforderung, geeignete Ladestationen zu finden, die keine großen Umwege erfordern und zusätzliche Angebote wie guten Kaffee, Essensmöglichkeiten und "Kinderbespaßung" bieten. Dies führte zu der Idee, eine benutzerfreundlichere Lösung zu schaffen. Felix begann eigenständig mit dem Programmieren und entwickelte nebenberuflich die ersten Grundlagen der App. Ging dann im Herbst 2023 seinen Schritt in die Selbstständigkeit, während Jonas seine Karriere bei Mercedes im Frühjahr 2024 beendete, um sich dem Projekt ebenfalls in Vollzeit anzuschließen.

Die "ChargingTime" App integriert sich nahtlos in bestehende Kartendienste wie Google Maps und Apple Maps. Sie ermöglicht es den Nutzer:innen, während der Fahrt Ladestationen zu finden und ihre Reisepläne spontan anzupassen. Ein wichtiger Aspekt der App ist die Möglichkeit für Nutzer:innen, Ladestationen basierend auf verschiedenen Kriterien zu bewerten und zu filtern. Dazu zählen die Verfügbarkeit von Schnellladung, Essensmöglichkeiten und die Anzahl der Ladepunkte. Die App bietet auch eine Community-Funktion, in der Nutzer Bewertungen abgeben und Hashtags zu Ladestationen hinzufügen können, die Informationen wie "überdacht" oder "guter Kaffee" enthalten.

Felix und Jonas betonen im Gespräch auch die Bedeutung der Community für die kontinuierliche Verbesserung ihrer App. Sie sind stolz darauf, eine Plattform zu bieten, die das Laden von Elektrofahrzeugen vereinfacht und die Erfahrung der Nutzer:innen mit der Elektromobilität verbessert. Ihr Ziel ist es, eine Lösung zu bieten, die den Bedürfnissen der Elektroautofahrer:innen gerecht wird und ihnen hilft, die Herausforderungen rund um das Laden auf Reisen leichter zu bewältigen.

Zeitnah planen sie, weitere Features zu implementieren, darunter die Verbindung der App mit Fahrzeugdaten und alternative Routenvorschläge. Die Android-Version der App soll bald folgen, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Das Geschäftsmodell von ChargingTime basiert auf einer kostenlosen Basisversion der App und einer Premium-Version, die zusätzliche Features wie die direkte Integration in CarPlay und fortgeschrittene Filteroptionen bietet. Die Premium-Version wird sowohl auf monatlicher als auch auf jährlicher Basis angeboten, wobei die jährliche Option einen Preisvorteil bietet. Im Detail gibt es all diese Informationen und mehr im Podcast. Also los, reinhören!

Shownotes:

Edit speaker mapping

Change displayed names for speaker IDs in this transcript.

Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast. In der heutigen Folge haben wir zwei Gäste zu Gast hier im Podcast. Einmal Felix, einmal Jonas, beide für die ChargingTime App verantwortlich. Eine App, die die Ladeerlebnisse oder das Laden einfacher, angenehmer gestalten soll, weil eben nicht nur die reine Ladenavigation im Fokus steht, sondern dass das Laden auch in einem Umfeld stattfindet, wo es Spaß macht, mit dem passenden Siebträger beispielsweise in direkter Nähe. Was es damit auf sich hat, erfahren wir direkt von Felix und Jonas. Wir gehen rein ins Gespräch. Viel Spaß damit. Servus Felix, hi Jonas. Schön, dass ihr euch die Zeit nehmt, dass wir uns heute ein bisschen über euer Startup ChargingTime unterhalten können. Ihr wollt ja die Ladeinfrastruktur ein Stück weit greifbarer und angenehmer für E-Autofahrerinnen machen. Bevor wir da allerdings tiefer drauf einsteigen, stellt euch gerne mal vor, vielleicht mag Felix einfach beginnen.

  3. Felix Geibel:

    Ja, hi Sebastian. Vielen Dank für die Einladung in den Podcast. Ja, mein Name ist Felix Geibel. Ich habe lange Jahre bei Mercedes gearbeitet, zuletzt auch in der Entwicklung von Elektroantrieben. Und ich habe jetzt zusammen mit Jonas das Startup On Your Road Gameway mit der App ChargingTime gegründet. Und wir sind jetzt kürzlich, ich seit September, ausgestiegen bei Mercedes und haben das Ding als Zeitprojekt gestartet und sind jetzt hier voll eingestiegen.

  4. Jonas Sulzer:

    Ja, Jonas, Jonas Sulzer mein Name. Wie das der Felix gesagt hat, wir haben uns bei Mercedes kennengelernt in der Entwicklung für Elektroantriebe und haben dann eben gemeinsam dieses Projekt nebenbei erstmal gemacht, dann in Teilzeit und dann auch irgendwann gesagt, bei mir war es Ende März soweit diesen Jahres, dass ich raus bin bei Mercedes und jetzt Vollzeit dann für unsere App für ChargingTime entsprechend da.

  5. Sebastian:

    Spannend. Und die Berührung zur E-Mobilität kam dann über euren vorherigen Arbeitgeber. Habt ihr zu dem Zeitpunkt, wart ihr ja selbst auch schon Elektroautomobil mit einem E-Auto unterwegs oder habt ihr nur beruflich damit zu tun gehabt?

  6. Felix Geibel:

    Bei mir war es so, dass ich tatsächlich mit dem Wechsel von den Hybriden in die Elektromobilität bei Mercedes mir auch selber ein EV angeschafft habe. Mein erstes EV war ein Smart, zum Pendeln zur Arbeit als Zweitwagen. Und wir haben dann kurz darauf auch unser Familienauto auf ein Elektroauto umgestellt, 2019. Und habe insofern mich auf das Abenteuer eingelassen und dann eben auch immer die ganzen Challenges direkt live mitbekommen. Und so ist eigentlich auch die Idee zu der App entstanden am Ende.

  7. Sebastian:

    Wie schaut das bei dir aus, Jonas?

  8. Jonas Sulzer:

    Bei mir ist es so, ich habe zwischenzeitlich, gab es mal bei Mercedes den EQC fürs Mitarbeiterleasing extrem günstig für ein halbes Jahr. Und den habe ich mir dann geleast für ein halbes Jahr. Das war meine erste große Berührung mit dem Thema Elektromobilität und das war natürlich sehr spannend. Das war einer der Autos, die am Anfang noch einen 7,4 kW AC-Lader hatten. Und das Auto hatte ungefähr einen Verbrauch von 27 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Und 7 mal 4 ist 28 und 4 waren genau die 4 Stunden, die man bei EnBW eben ohne Strafzahlung laden durfte. Das heißt, ich durfte das Auto dann an die Ladestation stellen und 4 Stunden später mit 100 Kilometern mehr im Akku wieder woanders hinstellen. Also das war meine Erfahrung, mein Berührungspunkt damit. Genau, das war mein Thema Elektromobilität und dann über die Entwicklung ist man dann immer wieder mal damit in Berührung gekommen. Aktuell habe ich kein Auto, ich warte noch auf die nächste Generation von Elektroautos von Mercedes, da wo ich auch mitgewirkt habe und dann möchte ich mir das vorstellen.

  9. Sebastian:

    Das freut uns und das wird bestimmt Schritte vorangemacht haben, vor allem wenn du jetzt der E-Mobilität treu geblieben bist nach dem EQC, wo wir auch schon Erfahrungen mit sammeln durften und auch Pressekollegen mitgefahren sind, da gab es dann auch abschreckende Beispiele, nichtsdestotrotz schön, dass man da auch Fortschritte macht und ja auch weiter investiert bei Mercedes, aber wir wollen uns ja jetzt natürlich auf euch, auf eure App konzentrieren und da hast du das Thema Ladeinfrastruktur ja eben schon so ein Stück weit angeschnitten, darum geht es ja, vielleicht wollt ihr ein paar Worte über eure App verlieren, was ihr eigentlich macht, was wir uns unter ChargingTime vorstellen können.

  10. Felix Geibel:

    Genau, vielleicht erzähle ich ganz kurz, wie es zu der App gekommen ist, wie die Idee gekommen ist. Die Situation war einfach, dass wir in den Urlaub gefahren sind mit den Kindern und meine ausgiebige Planung, die ich am Abend vorher gehabt habe, die ist in dem Moment in sich zusammengebrochen, als dann die Kinder Hunger gekriegt haben. Und da musste ich natürlich reagieren und das war super umständlich. Ich bin rangefahren und habe mit drei, vier verschiedenen Apps hin und her hantiert, wo finde ich jetzt die nächste Schnellladestation, die aber kein Umweg ist und wo es was zu essen gibt. Und ich dachte einfach, das muss besser gehen. Und so ist die Idee in meinem Kopf entstanden und das ließ mich dann nicht mehr los. Und das war im Herbst 2020, Corona-Jahr, und ich habe mir dann also eine MacBook geholt und habe dann angefangen, mir beizubringen, wie man eben Apps programmiert neben dem Job.

  11. Sebastian:

    Also dein Problem war im Endeffekt diese Planung von der Route, die dann eben auch in deinem Fall familiengerecht ist und ohne 50 Kilometer Umweg sozusagen, was den Achöer dann nochmal dementsprechend belasten würde.

  12. Felix Geibel:

    Genau, und dann auch eben während der Fahrt den Plan mal ändern zu können, spontan. Das war ein ganz großer Punkt. Und das ist immer noch einer der Punkte, wo wir überzeugt sind, wie lösen wir am besten.

  13. Sebastian:

    Warum, sage ich mal, braucht man denn euch dafür? Jetzt könnte ich mir ja vorstellen, dass die Hersteller an sich schon daran interessiert sind, dass sie auch die bestmögliche Routenplanung für ihre Kunden, für ihre Fahrer dann auch an den Start bringen und dann nicht irgendwie eine, ich nenne es jetzt mal Drittlösung wie euer Angebot,

  14. Jonas Sulzer:

    Also das ist durchaus so, die Hersteller wurden da auch immer besser, aber es gibt nach wie vor ja viele Leute, die gerne Apple Carplay oder Android Auto verwenden und einfach mit Google Maps oder mit Apple Maps fahren oder mit Waze, da gibt es ja verschiedene Kartenanbieter und die haben bisher keine gute Lösung für dieses Thema und genau dafür gibt es eben uns, weil wir eben mit Google Maps und Apple Maps super interagieren und damit quasi als Begleit-App, die im Hintergrund immer weiterläuft. Und da entsprechend dann unterstützen, wenn man während der Fahrt einfach mal eine spontane Ladepause braucht oder ganz normal eine Pause macht und dann gleich zum Laden nutzen will, dann kann man ChargingTime dafür eben perfekt verwenden, aber auch fürs Planen.

  15. Sebastian:

    Das wird dann in der App an sich geplant oder plant ihr das über eine Desktop-Oberfläche, Web-Oberfläche? Gerade wenn ich jetzt eine längere Reise habe, könnte ich es mir am Smartphone wieder ein bisschen schwieriger vorstellen. Wie kann ich mir das vorstellen, wenn wir jetzt einfach mal so ein Kundenprofil in Anführungsstrichen abgehen, wofür es denn genutzt wird?

  16. Jonas Sulzer:

    Genau, also es gibt grundsätzlich mal zwei verschiedene Herangehensweisen, wie man die App verwenden kann. Das fragen wir auch im Onboarding ab, ob man eher ein spontaner Mensch ist oder ob man gerne vorausplant und einen Plan hat. Und wenn man sich so User-Tests anguckt, das ist tatsächlich gemischt und die Daten zeigen es auch so 50-50. Und gehen wir mal auf die Planer. Bei uns gibt es zwei Möglichkeiten, wie man planen kann. Entweder über einen Planungsassistenten. Das bedeutet, man kann dort seine Reichweite einfach über so einen kleinen Slider nach links und rechts leiten. Man muss nicht sein Auto angeben. Man sieht dann einfach, okay, 250, 300, 350, 400 Kilometer Reichweite. Und so ergeben sich dann die Ladeetappen. Das ist quasi das, wie wir das anbieten und dann bekommt man einen Vorschlag. Und bei uns ist ja das Thema immer selbstbestimmtes Fahren und selbst auswählen und vor allem vergleichen von den Ladeparks. Es gibt ja doch sehr viele Unterschiede, es gibt sehr schöne und auch ein paar kleinere Ladeparks, die nicht so schön sind. Und dann kann man das einfach auch ändern, diese Planung, und dann mal fünf Kilometer, zehn Kilometer vorher oder später rausfahren. Und das ist die zweite Möglichkeit, wie man planen kann, dass man sich diese Listenansicht einfach durchscrollt. Da sieht man dann, wie viele Kilometer ist der Ladepark von einem entfernt. Und dann entsprechend einfach nach links swiped, beziehungsweise von links nach rechts. Und dann entsprechend eine einplant und eine andere wieder ausplant. Und dann hat man so seinen Plan gemacht. Das ist das Thema Planen und dann schickt man das einfach ans Navi und dann hat man das alles schön im Navi drin bis zu, keine Ahnung, ich habe es noch nicht ausgereizt, wie viel Zwischenstopps man theoretisch einplanen könnte. Und die zweite Möglichkeit ist das Thema Spontanes Fahren. Da kann man einfach das finale Ziel einmal ans Navi senden und dann navigiert man einfach ans finale Ziel. Und bei Apple Maps ist es da sehr schön, da kann man dann im CarPlay bei uns, in ChargingTime, einfach die Listenansicht sich anschauen und sieht dann, okay, in 5 Kilometern kommt ein Charger, der ist gut. Und wenn man mal in 7 kommt, einer, der ist super, gut bewertet, alles mögliche dort, den nehme ich. Und dann kann man den einfach zum Navi live mit in die laufende Navigation reinsenden. Und Apple Maps interpretiert es dann direkt als Zwischenstopp und dann ist das mit drin. Bei Google Maps muss man da die Navigation einmal beenden und wieder neu starten. Das ist ein Klick mehr, aber das funktioniert da auch wunderbar. Das sind so die beiden Möglichkeiten, wie man das bedienen kann.

  17. Felix Geibel:

    Ja, ich hatte noch eine Ergänzung. Also genau dieses spontane Plan, was du, Jonas, als zweites beschrieben hast. Also ich nutze das genauso, die App. Und ich glaube, das ist auch der Punkt, der uns abhebt von anderen Ansätzen. Ja, dass man also wirklich einfach mal losfahren kann. Und wenn man sich auch in unserer App mal seine Strecken anschaut, sieht man, da ist so viel Ladeinfrastruktur inzwischen an den Autobahnen. Das heißt, ich gucke immer erst unterwegs, wo lade ich denn? Wann kriege ich denn Lust auf eine Pause? Und das ist genau diese selbstbestimmte Frage, wie man es eigentlich früher vom Verbrenner auch kennt, was man eben mit unserer App dann wieder hat, auch im EV.

  18. Sebastian:

    Da werden sich die Verbrennerfreunde jetzt natürlich auch freuen. Da gibt es keine Ausrede mehr, umzusteigen. Die werden ja eh Gott sei Dank immer weniger, wie wir wissen. Jetzt hat Jonas wichtige Punkte eben gerade gesagt. Wir haben eine Ladestation in fünf Kilometer und in siebeneinhalb Kilometer kommt eine, die super ist, die richtig gut im Angebot ist. Also woran kann ich das sehen als Fahrer von einem E-Auto? Reicht dir das Ganze mit Daten an? Wenn ja, wo kommen die Daten her und wer entscheidet in Anführungsstrichen, dass es eine bessere Ladestation als der Ladestation zuvor?

  19. Jonas Sulzer:

    Also grundsätzlich können wir ja bei uns sehr schön filtern. Also erstmal grundsätzlich 50, 150, 300 kW. Das ist mal so die Basis. Und dann natürlich die Anzahl der Ladepunkte, die es an diesem Ladepark gibt. Wenn es einer ist, dann ist es offensichtlich ein kleiner. Und wenn es halt acht sind, dann weiß man schon, okay, da wurde investiert. Der ist erstmal größer und schöner, bestimmt. Dann gibt es Community-Bewertungen, einfach Sterne-Bewertungen. Die ist mittlerweile auch sehr umfangreich, werden natürlich täglich mehr. Und dann kann man den Ladestationen mal aufklappen und sieht dann, was es dort gibt an Fastfood, Restaurant, Café und Einkaufsmöglichkeiten. Und als Pro-User kann man auch danach filtern. Das heißt, man kann sich anschauen, wo entlang meiner Strecke gibt es jetzt beispielsweise einen Burger King oder so. McDonald's ist sehr gut vertreten. Wir überlegen schon, ob wir den Filter nicht einführen. Das bedeutet, wo ist denn kein McDonald's? Das haben wir auch schon in der Pipeline mit drin. Das ist noch nicht priorisiert, aber mal schauen, wie das Feedback ist. Und genau, das sind quasi die Daten, die wir anreichern. Genau. Und dann gibt es noch ein neues Feature jetzt seit drei, vier Wochen. Wir nehmen gerade im Mai auf, also bis es rauskommt, sind es schon mehr. Hashtags, das bedeutet, die Community kann Hashtags vergeben. Beispielsweise ein Hashtag, der oft verwendet wird, ist überdacht oder beleuchtet. Das sind ja mal so die Basisinformationen, die man gerne hätte, um das zu wissen. Und dann gibt es noch eine Sache, die wir sehr gerne selber vergeben auch. Da sind wir mal gespannt, ob wir eine kleine Welle lostreten können. Siebträgermaschine. Also, dass es einfach einen sehr guten Kaffee gibt, nicht nur eine Kaffeemaschine, sondern auch wirklich was Ordentliches, wo man dann auch seine Zeit gut genießen kann. Hashtag Siebträgermaschine kann man sehr gerne hinzufügen. Man kann auch Hashtags immer ab- und downvoten, dass man dann weiß, okay, der stimmt oder der stimmt halt dann nicht.

  20. Felix Geibel:

    Ganz wichtiger Hashtag, gerade auch für mich und meine Frau. Ein guter Kaffee ist uns immer sehr viel wichtig.

  21. Jonas Sulzer:

    Sehr wichtig.

  22. Sebastian:

    Da würde ich mich direkt mal mit anschließen, würde ich auch entsprechend nutzen. Das heißt aber von eurer Seite aus, du hast es jetzt auch gesagt, Jonas, Community ist schon so ein wichtiger Punkt, den ihr auch selbst aufbaut. Das heißt, ihr bringt nicht nur die Daten ins System, sondern ihr reichert die nochmal an, ihr bringt dann noch mehr mit rein, ihr reizt eure Community, Bewertungen abzugeben, Hashtags eben, wie du gesagt hast oder wie ihr gesagt habt. Könnt ihr da ein paar Worte dazu verlieren? War das schon von Anfang an der Ausgangspunkt, die Community rund um euer Angebot aufzubauen?

  23. Felix Geibel:

    Ja, das war natürlich das Ziel. Und das ist aber ein Punkt, wo wir sagen, den haben wir, während das Projekt noch so ein Nebenprojekt war, neben unseren Hauptjobs, nur langsam ausbauen können. Was wir schon sehr früh drin hatten, waren Nutzerbewertungen, also die Sternebewertungen. Die sieht man dann eben auch ganz prominent. Also das ist auch noch so ein Punkt, wo man sieht, woran kenne ich einen guten Ladepark. Inzwischen sind da auch richtig viele bewertet. Und wenn da fünf Sterne sind, dann sind das auch meistens wirklich gute Locations. Genau. Also dieser Community-Aspekt war uns ganz, ganz wichtig. Der wird nach und nach auch weiter ausgebaut. Und jetzt haben wir natürlich auch eine andere Schlagzeile, wo wir eben fulltime an dem Projekt dran sind, haben eben diese Hashtags eingeführt und wollen da auch noch weitere Features finden.

  24. Sebastian:

    Und selbst wenn die viel fahren, können die dann nicht viele Sterne, Hashtags und Co. vergeben. Habt ihr denn schon mal was kommuniziert? Wir sind jetzt, wie Jonas vorhin gesagt hat, Anfang Mai, wo wir hier aufnehmen. Gibt es eine Zahl an Downloads, die ihr jetzt nennen könnt? Ihr seid ja aktuell, zum aktuellen Stand ja auch, in Anführungsstrichen, nur auf Apple-Bus unterwegs.

  25. Felix Geibel:

    Ja genau, wir haben im April 50.000 Downloads geknackt. Da sind wir sehr stolz drauf. Wir haben wirklich eine hohe vierstellige Zahl an monthly active Usern und es ist inzwischen auch wirklich so, dass falls mal, wir hatten mal einen Tag, wo unser Backend ein Problem hatte, die User melden sich sofort. Also das ist wirklich, hat inzwischen eine relevante Größe erreicht. Das freut uns natürlich. Wir haben auch inzwischen wirklich viele User, die in dem Premium-Modell drin sind, womit wir dann am Ende auch...

  26. Sebastian:

    Ist sowas auch geplant oder behaltet ihr die Daten jetzt, ich sag mal, nur intern bei euch in ChargingTime?

  27. Jonas Sulzer:

    Also einen festen Plan haben wir da noch nicht, ehrlich gesagt. Bisher sind wir daran interessiert zu wachsen und natürlich super Daten zu bekommen und die auch anzuzeigen und filterbar zu machen und die User Experience einfach sehr, sehr gut zu machen. Also da liegt aktuell unser Fokus drauf, wirklich zu sagen, man benutzt die App, Und sie ist einfach super zu bedienen und sie erlöst mein Problem. Das ist aktuell unser Fokus. Und das Thema, die Daten zurückzuspielen, ist sicherlich ein Thema, was man in der Zukunft machen kann. Ist jetzt aber noch nichts Festes eingeplant.

  28. Felix Geibel:

    Also wir haben da diverse Richtungen, wo wir jetzt sagen, wo wir strategisch weitergehen von hier aus, aber bis jetzt ist eben der Fokus unser Hauptprodukt erstmal richtig gut zu machen. Ich denke, da sind wir schon sehr weit, aber da haben wir auch noch ein paar Themen, wo wir sagen, da wollen wir nochmal eine Schippe drauflegen.

  29. Sebastian:

    Arbeitsmodell hast du ja eben schon angerissen. Es gibt auch Pro-User, die für eure App zahlen. Wie können wir uns das vorstellen? Hast du da ein paar Infos dazu?

  30. Jonas Sulzer:

    Ja, genau.

  31. Felix Geibel:

    Also die Premium-User, wir haben Premium-Funktionen. Wir haben uns von Anfang an dafür entschieden, auf ein Premium-Modell zu gehen. Das heißt, es gibt eine kostenfreie Basisversion. Wir sind auch gestartet mit dem Ladestationsanbieter Going Electric, der auch genau das fordert, dass eben die Basisversion kostenlos sein muss, wo man die Stationsdaten sieht. Und unser Geschäftsmodell ist das, dass es eben viele Zusatzfeatures gibt, die die App eben erst so richtig wertvoll und nützlich machen während der Fahrt. Die gibt es dann eben gegen Aufpreis. Und dazu gehört das Carplay. Wir haben also wirklich diese Funktion im Carplay, dass ich immer die Stationen sehe, die auf meiner Route vor mir liegen und spontan eine auswählen kann, ohne dass ich mein Handy anfassen muss. Und dass ich auch immer dort sehe, wo ist was frei, wo ist belegt. Das Thema Ladestaus vermeiden ist ja auch ein ganz großes Thema. Ich denke, die Angst ist größer als das wirkliche Problem. Aber es gibt natürlich schon Tage, wenn jetzt Urlaubszeit ist, wo es mal wirklich voll ist. Und mit unserer App habe ich tatsächlich noch nie im Ladestau gestanden, weil ich immer sehe, zehn Kilometer weiter ist eigentlich alles frei. Dann fahre ich eben dahin. Das wären so zwei Beispiele für die Features. Wir haben weitere Features, diesen Planungsassistenten und die Restaurantfilter und Hashtagfilter, die der Jonas eben erwähnt hat. Das sind auch alles Premium-Features. Also wirklich Spaß macht das Ganze, wenn man das Abo abschließt.

  32. Sebastian:

    Jetzt hast du aber gesagt, Carplay, also die Übertragung in das Navi-System rüber, heißt das im Umkehrschluss, ohne das Premium-Feature kann ich es gar nicht nutzen oder definiere ich dann quasi meine Route und spiele die einmalig rüber und die ist dann halt während der Fahrt nicht mehr anpassbar? Wie muss ich mir das vorstellen?

  33. Jonas Sulzer:

    Grundsätzlich CarPlay. Man kann ja theoretisch auch die Person auf dem Beifahrersitz bitten, sich auf dem Handy das Ganze anzugucken und dann zu sagen, hey, in fünf Kilometer kommt eine Ladestation. Das geht schon natürlich. Das geht dann auch während man fährt. Das ist auch ganz wichtig. Also die App ist auch live und fährt mit. Also da wird dann alles so ein bisschen grün. Und dann sieht man auch, dass die Daten sich alle aktualisieren. Das geht auch in der Free-Version. aber dass man das entsprechend dann ans Navi-Ziel schicken kann über CarPlay und Co., das ist dann ein Premium-Feature.

  34. Sebastian:

    Wenn wir da jetzt auf euren Kunden blicken, dann wird der Großteil ja wahrscheinlich schon in diesem Premium-Feature unterwegs sein, weil ich sage mal, das wäre für mich ja ausschlaggebend. Ich habe nicht immer einen Beifahrer nebendran, der das dann noch vorlesen will. Der will vielleicht auch lieber Musik hören oder ein Buch lesen, keine Ahnung. Also es wird schon wahrscheinlich viel genutzt auch und ähnliche Ansätze werdet ihr ja dann auch bei der Android-Version, die ja auch kommen soll demnächst, vielleicht dazu gleich auch noch ein paar Worte, dann auch fahren.

  35. Jonas Sulzer:

    Genau, also Ziel ist, dass sich das für alle dann gleich anfühlt, ob Android oder iOS, dass man es auch vergleichen kann. Und ja, es sind viele in dem Premium-Abo. Mehr ist natürlich immer schöner, das freut uns dann natürlich. Aber genau, es wird gut genutzt und die Leute sind damit, soweit wir das beurteilen können, auch von den User-Rezensionen, die wir sehr, sehr fleißig und gerne beantworten, auch sehr zufrieden damit.

  36. Sebastian:

    Von der Android-Version gibt es da schon ein Datum, wann sich da auch Nutzer wie ich jetzt darauf freuen können, der mit einem Google Pixel unterwegs ist und eure App noch nicht nutzen kann im Moment?

  37. Jonas Sulzer:

    Ja, also da sind wir fleißig dran. Das wird im Sommer soweit sein, diesen Jahres. Und wir haben sie schon auf dem Handy drauf, ist aber noch nicht so hübsch und funktioniert noch nicht alles. Also da geht es sehr, sehr schnell voran. Das ist gut, aber ist eben noch nicht kundenfähig.

  38. Sebastian:

    Wir reden jetzt von den Premium-Nutzern. Wahrscheinlich gibt es auch Preisveränderungen oder wird es künftig Preisveränderungen geben. Was kostet denn ein Premium-Abo Stand heute, Anfang Mai 2024, wenn ich das nutzen will, auf monatlicher Basis?

  39. Jonas Sulzer:

    Okay, also auf monatlicher Basis sind es 4,99 Euro. Das ist dann monatlich kündbar. Und wir bieten das Jahresabo ein bisschen günstiger an, quasi auf den Monatspreis runtergerechnet. Das sind dann 44,99 Euro im Jahr. Und das ist dann halt jährlich kündbar.

  40. Sebastian:

    Klingt ja aber vollkommen fair, vor allem wenn ich dann den Mehrwert habe und habe Entspannung, wenn ich auf der Fahrt in Urlaub bin, so wie Felix das ja auch eingangs gesagt hat und muss mich dann anführungsstrich nicht mit Kindern rumärgern, dass die da auch was zu essen bekommen und ich nebenbei mein Auto trotzdem geladen bekomme. Was ist denn der Ausblick von eurer Seite? Ihr habt jetzt gesagt, dass wir die Android-App geben in der Zukunft? Gibt es weitere Upgrades? Jetzt neben den Hashtags, die vor kurzem eingeführt wurden, könnte da schon Ausblick geben?

  41. Jonas Sulzer:

    Genau, also ein Feature, was häufig gewünscht wurde, sind Alternativrouten. Also bei uns gibt man ja ein Ziel ein und dann kriegt man eine Route angezeigt. Da kann man keine Alternativroute auswählen. Das bringen wir rein, das kommt mit der Android-Version und dann auch gleich für die iOS-Version mit. Das ist ein Punkt. Und dann haben wir auch schon Stimmen gehört, die sich wünschen, dass man sein Auto verbinden kann, dass man die Reichweite live vom Auto mit sieht und dann auch mal ein Pop-up bekommt, hey, pass mal auf, die Ladestation kannst du nicht mehr erreichen und so weiter, dass man da ein bisschen safer unterwegs ist. Das sind wir auch noch am gucken, dass wir das noch mit reinbringen, ist wichtig. Aber da sind wir, wie gesagt, gerade, was das Thema Features und Ausblick angeht, sind wir aktuell voll auf dem Thema, die App, wie sie jetzt ist, auf Android zu portieren und sobald das dann mal steht, gehen wir quasi wieder richtig auf das Thema Ausblick und was da dann kommt. Genau.

  42. Sebastian:

    Da haben wir, glaube ich, einen ganz guten Überblick bekommen über eure Startup-Reise, die ja jetzt doch mit größeren Schritten voranschreitet, was ja schön ist zu sehen. Und wir sind gespannt, was sich bei ChargingTime noch so tut und werden da bestimmt auch nochmal in einen Austausch miteinander gehen. Vielen Dank, Jonas. Vielen Dank, Felix. Vielen Dank. Ein spannendes Gespräch, was wir mit den beiden Jungs da von ChargingTime geführt haben. Wir durften einiges lernen, wie es denn eben so ist, aus einem Unternehmen wie Mercedes in ein Startup zu starten mit einer Idee von der Lade-App und die dann eben auch noch zig Schritte weiterzuentwickeln. Und ich glaube, da wird noch einiges kommen, wie mir die zwei Jungs auch im Nachhinein dann nochmal erklärt haben oder erzählt haben. Da halten wir euch natürlich auf elektroauto-news.net auch auf dem Laufenden. Dir erstmal vielen Dank fürs Zuhören bei der heutigen Folge. Ich freue mich, wenn du kommende Woche bei der nächsten Folge wieder einschaltest. Mach's gut, bis dahin, ciao.