Gespräch mit Alexander Lutz, Polestar: "Polestar 3 wird SUVs neue definieren"

Im Gespräch mit Alexander Lutz, Geschäftsführer von Polestar Deutschland

Alexander Lutz, Geschäftsführer von Polestar Deutschland, hat erneut am am virtuellen Tisch von Elektroauto-News.net Platz genommen, um sich über Polestar austauschen. Viel hat sich getan, seit er vor gut einem Jahr zu Gast war und zu verstehen gab "2021 wird das Jahr des Polestar 2" - eine Aussage, welche man so wohl mittlerweile als bestätigt ansehen darf. Denn wie der Hersteller erst jüngst bekanntgegeben hat, habe Polestar das Verkaufsziel von 29.000 Fahrzeugen weltweit erreicht, ein Wachstum von 185 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Mit diesen Bemühungen wolle man 2022 ein ähnliches Wachstum wie im Vorjahr erreichen, welches erneut durch den Polestar 2 getrieben wird. Neben Updates über die Over-the-Air-Funktion (OtA) des Stromers setzt man wohl auf die ein oder andere Variante des beliebten E-Fahrzeugs.

In diesem Zusammenhang sind wir auch auf den Polestar 3 zu sprechen bekommen, ein neues Modell, mit dem man ab Ende 2022 drei Fahrzeuge im eigenen Portfolio aufweisen wird. Der Elektro-SUV fährt im Werk in Charleston, South Carolina in den USA vom Band und stellt die schwedische Performance-Marke somit global auf.

Wie Alexander zu verstehen gibt wird der Polestar 3 in einigen Belangen mit neuen Entwicklungen aufwarten. So soll dieser das Segment der SUV vollkommen neu definieren. Denn bei Polestar sehe man den E-Antrieb nicht als Ende der Nachhaltigkeit, sondern als deren Anfang. Wie man an zukunftsgerichteten Projekten wie dem "Project 0" sieht. Einem E-Auto, welches ab 2030 vollkommen emissionsneutral gefertigt werden soll.

Mehr dazu in dieser Folge mit Alexander Lutz, Deutschland-Chef von Polestar

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroautonews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich zu Gast Alexander Lutz, seines Zeichens Geschäftsführer von Polestar Deutschland. Bereits im vergangenen Jahr haben wir uns zu Polestar, der Entwicklung der schwedischen Performance-Marke, ausgetauscht. Und vor gut einem Jahr hat er die These in den Raum gestellt, 2021 wird das Jahr des Polestar 2. Das mussten wir natürlich verifizieren und schauen, ob seine These ja Vorhersage eingetroffen ist. Kurz und knapp ist sie auf jeden Fall. Von daher hat es uns interessiert, was wird uns 2022 und in den Folgejahren erwarten. Stichwort weitere Upgrades, Updates beim Polestar 2. Der erste E-SUV von Polestar, der Polestar 3, der gegen Ende des Jahres auf die Straße kommen wird und dann noch der Ausblick in die Eine weitere Zukunft sozusagen mit dem Polestar Precept bzw. mit dem Project Zero von Polestar, unter deren Flagge man quasi das erste emissionsfreie Fahrzeug ohne Offsetting auf die Straße bringen möchte. Aber genug der Vorrede, hören wir doch einfach rein, was Alexander zu erzählen hat. Herr Alexander, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über Polestar unterhalten, über das vergangene Jahr. Du warst vor gut einem Jahr hier im Podcast und hast dich zum ersten Mal mit uns ausgetauscht zu Polestar, zu der angedachten Entwicklung. Bevor wir da allerdings tiefer ins Gespräch einsteigen, stell dich doch gerade mal kurz unseren Hörer, Hörerin vor.

  3. Alexander Lutz:

    Ja, hi, Alexander Lutz, MD für Polestar Deutschland. Und seit geraumer Zeit in der Automobilindustrie tätig und mit Polestar Herausforderungen angenommen, die sehr groß waren, E-Mobilität. Aber wir sind sehr stolz auf das, was wir geleistet haben. Und das ist nur durch den persönlichen Einsatz vom gesamten Team möglich gewesen. Und das ist auch wirklich, was vielleicht die Message für den Podcast sein könnte.

  4. Sebastian:

    Ja, definitiv. Du hattest ja letztes Jahr im Podcast, hatten wir ja schon so ein bisschen uns über die Marke Polestar unterhalten. Ich denke, die ist unseren meisten Hörerinnen auch bekannt. Und da ging es dann hauptsächlich darum, oder war die Grundaussage, Kernaussage 2021 wird das Jahr des Polestar 2, eurem ersten rein elektrischen Fahrzeug sozusagen. Und jetzt können wir vielleicht mal den Rückblick wagen. Ist ein gutes Jahr her. Vielleicht magst du es mal einfach einordnen. Wie hat sich das vergangene Jahr 2021 für euch entwickelt? Hat es sich wie geplant entwickelt? Besser? Ja, hol uns doch da einfach mal ein bisschen ab.

  5. Alexander Lutz:

    Wir haben hohe Erwartungen an das Jahr gehabt. Und die sind auch so weit erfüllt worden von allen. Wir haben 29.000 Autos weltweit verkauft. Also eigentlich eine Punktlandung von dem, was wir uns vorgestellt hatten. War natürlich nicht einfach. Wir haben alle die Herausforderungen, glaube ich, oft genug darüber gesprochen. Und hier in Deutschland haben wir als Import oder als die Marke Nummer eins abgeschlossen mit dem größten Wachstum, also 153 Prozent laut KBA. Und das ist ein großer Gewinn für uns. Und deswegen auch, was ich am Anfang gesagt habe, ein riesen Dankeschön an unser Team, aber noch viel mehr natürlich an unsere Kunden. Denn das ist immer noch ein Aufbau. Also die Marke ist noch jung. Wir sind jetzt im dritten Jahr und da ist noch viel, viel los, aber wir haben viel erreicht und acht Spaces eröffnet, die Destination in Leipzig aufgemacht und weiter die Marke erfahrbar zu machen. Das steht im Vordergrund und das haben wir, glaube ich, letztes Jahr geschafft, aber wir sind noch lange nicht fertig.

  6. Sebastian:

    Vor allem, wenn man sieht, ihr seid jetzt als neue, junge Marke, wie du es selbst genannt hast, gestartet, mit einem Modell dann so einen Absatz zu schaffen. Ich sage mal, mit einem Modell, was ja in der Form auch noch nicht bekannt war, das ja auch erst mal an den Markt gebracht werden muss. Da kann man echt sagen, gut ab davor vor der Leistung. Ja, ich denke schon.

  7. Alexander Lutz:

    Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir... diese Anforderungen an uns selber stellen, aber auch, weil das Produkt einfach so gut ist. Also ich denke, jeder, der Posta zweimal gefahren ist und zwischen 224 und 476 PS gespürt hat und auch die Qualität und diesen Automobilbau gespürt hat, der weiß, dass das Auto, das passt, das passt ins Land, das passt für uns als hochkritische Deutsche, die auf Performance stehen und das nachhaltig tun. Deswegen nehmen wir uns für dieses Jahr eine ähnliche Entwicklung vor wie die von 2020 auf 2021.

  8. Sebastian:

    Das hört sich doch schon mal gut an, dass ihr da auch wieder entsprechende Ansprüche an euch selbst stellt, die ihr auch wieder erfüllen wollt. Ich denke, nächstes Jahr können wir uns dann wieder dazu austauschen, wie sich das entwickelt hat, die ganze Geschichte. Jetzt hattest du schon ein paar Worte verloren über den deutschen Markt. Du hast gesagt, ihr habt acht Spaces aufgemacht, eine Destination dann auch. Wie schaut es denn im Gesamtmarkt aus? Seid ihr auch weltweit, wie sagt man so, gewachsen in diesem Wachstum? Was könnt ihr dazu sagen?

  9. Alexander Lutz:

    Ja, auf jeden Fall. Also die 29.000 sind genau das, was wir an Zahl vorgestellt hatten für 2021. Und man darf nicht vergessen, dass wir natürlich im Konzern eine Prioritätsrolle spielen. Also die Lieferbarkeit von Polestar wird weiter garantiert. Und das ist auch genau dieser Punkt, wo ich sage, dass letztes Jahr war dieser Punkt, Wann gut ist, ja, keine Frage. Aber dieses Jahr 2022 werden wir das weiter ausspielen, dass wir liefern können, dass wir ein tolles Produkt haben, dass wir jetzt in Deutschland die Marke und das Produkt erfahrbar gemacht haben und auch eine Organisation aufgebaut haben, die sich sehen lässt in allen schwierigen, herausfordernden Monaten, wo wir viel gelernt haben. Übrigens, wir stellen auch weiter ein, also für die Personen, die zuhören. Wir haben ein neues Office bezogen, das habe ich noch gar nicht erwähnt. Das lässt uns dieses Jahr echt, ich glaube, so zuversichtlich wie noch keines dieser Jahre anschauen.

  10. Sebastian:

    Das ist eine schöne Ausgangslage, die ihr da Mitte, Ende Januar jetzt dann schon habt und auch mit Ausblick auf 2023. Jetzt hast du ja gesagt oder hast den Nebensatz erwähnt, nicht nur der Absatz ist so gekommen, wie ihr es euch gedacht habt, sondern auch der Polestar 2 hat seine Anforderungen, die an ihn gestellt wurden, erfüllt. Der wurde ja auch im vergangenen Jahr dann trotz, ich sage mal, kurzer Zeit auf dem Markt schon geupgradet, hat Updates erfahren. Vielleicht magst du da einfach mal auch abholen, was eure Fahrer, wie die dann auch nach dem Fahrzeugkauf sozusagen noch von euren Entwicklungen profitieren.

  11. Alexander Lutz:

    Also wir sind OTA. fähig, wie du es richtig gesagt hast. Das ist eine Sache, die wir nicht nur irgendwie Screensaver oder Hintergrundbilder verändern können oder mal hier oder da ein kleineres Update fürs Infotainment, sondern wir sind Auto-Upgrade fähig für alles im Auto. Also auch Sicherheitsfeatures, Leistung, was wir auch gezeigt haben mit dem Performance-Upgrade für 1000 Euro. Also von 408 PS auf 476. Und das Das entspricht auch unserer Mission, dass wir weiter diesen Fortschritt machen können mit unseren Autos, auch wenn sie eben nicht in eine neue Generation von der Hardware bekommen. Also, dass man das Auto, wie man das auch von Computern und Telefonen und diesen Elektronikgeräten kennt, dass man es weiter immer up-to-date halten kann und somit auch wirklich grundlegende Verbesserungen für unsere Kunden schaffen kann, die In allen Belangen sind, also von Infotainment über die Hardware von, sagen wir mal, früher war es Hardware, heutzutage ist ja die PS auch Software, dass man da eben alles im Auto verbessert und darauf sind wir stolz, weil noch nicht so viele das können. Klar, ein paar, aber noch nicht so grundlegende Veränderungen, wie wir machen können.

  12. Sebastian:

    Vor allem dieses Performance-Upgrade, wo du jetzt gerade genannt hast, dann, ich sage mal, von 408 auf 476 PS mit gefühlt einem Touchscreen-Klick dann wahrscheinlich oder vielleicht mit ein paar mehr und dann hast du da einfach mehr Leistung am nächsten Morgen auf dem Hof stehen, ist ja schon eine Ansage.

  13. Alexander Lutz:

    Ja, oder an dem Abend noch.

  14. Sebastian:

    Oder an dem Abend noch, genau. Je nachdem, wie schnell dann die Internetverbindung wahrscheinlich ist, damit das Upgrade kommt. Aber ist ja auch schön, diesen Wandel zu sehen. Sag ich mal nicht, dass ihr nur als Marke euch neu erfindet und platzieren könnt, sondern auch... dass diese Lebenszyklen, die man ja von Fahrzeugen kennt, alle sechs, sieben Jahre mal neue Modellpflege oder so Geschichten. Im Endeffekt habt ihr das ja schon dadurch durchbrochen, dass ihr jetzt eigentlich regelmäßig, wenn Bedarf besteht oder ihr sagt, ihr könnt Mehrwert für die Fahrer mit auf den Weg geben, könnt ihr das einfach auch von heute auf morgen gefühlt dann überspielen, ohne dass man da jetzt so Produktlebenszyklusphasen abwartet, die da erreicht werden.

  15. Alexander Lutz:

    Ja, auf jeden Fall. Also wenn man sich das früher vorgestellt hat, wahrscheinlich war ein Lebenszyklus von einem Auto mehr oder weniger acht Jahre, dann ist das weniger geworden. Jetzt sind wir wahrscheinlich bei sechs, sechseinhalb Jahren. Und dazu noch OTA. Wir versuchen uns jedes Quartal ein großes rauszubringen. Das ist natürlich schon ein Vorteil, den man wirklich spürt als Kunde. Da ist es aber auch wichtig, dass man genau arbeitet und sicher arbeitet, weil wir wollen auch nichts verschlimmbessern und wir sind eben noch eine neue Marke. Wir bauen noch viel auf und haben noch viel zu lernen und haben auch schon viel gelernt. Also da müssen wir selbstkritisch genug sein und das genau mitverfolgen, denn nur updaten, um zu updaten, ist auch nicht in unserem Sinn.

  16. Sebastian:

    Ja klar, sollte schon ein Ziel verfolgen, sollte auch den Mehrwert dann schlussendlich bieten für eure Fahrerfahrerinnen und nicht, dass wir dann doch wieder bei dem Thema sind, okay, jetzt haben wir fünf neue Screenserver an den Start gebracht.

  17. Alexander Lutz:

    Ja.

  18. Sebastian:

    Kann ja dann auch so nicht sein. Ja, das ist schön. Das heißt, also auch in diesem Jahr werden wir wahrscheinlich das eine oder andere Update dann für den Polestar 2 nochmal sehen.

  19. Alexander Lutz:

    Auf jeden Fall.

  20. Sebastian:

    Aber Polestar 2 war jetzt, ich sage mal, im vergangenen Jahr im Fokus gestanden bei euch. Der Ausblick, was man jetzt schon so mitbekommen hat in den Medien, 2022 wird er vom Polestar 3 bestimmt.

  21. Alexander Lutz:

    Ja, da würde ich, ja, also wir werden das Auto launchen. Na klar, das ist ein Riesen-Event für uns alle und auch für unsere Kunden. Aber ich würde schon sagen, das Polestar, Polestar 2 dieses Jahr so richtig laufen wird, weil wir zum ersten Mal durchgängig das Jahr mit drei Modellen haben in dem Sinne. Und vielleicht gibt es noch ein paar Überraschungen für Polestar 2. Man weiß ja nie, wir haben in der Vergangenheit so ein paar Sachen gezeigt, die vielleicht auch was angeteasert haben.

  22. Sebastian:

    Okay, sind wir mal gespannt auf jeden Fall. Hört sich schon mal vielversprechend an. Bleiben wir jetzt auch mal beim Polestar 3, den wir ja jetzt auch schon so Schritt für Schritt, Stück für Stück in den Medien in den vergangenen Wochen und Monaten ein bisschen vorgestellt haben. Für diejenigen, die noch nichts davon gehört oder gesehen haben, magst du mal umreißen, was uns denn da so ungefähr erwartet, was du denn schon kundtun darfst?

  23. Alexander Lutz:

    Ja, wir haben ein paar Sachen geteasert, wir haben ein paar Bilder gezeigt. Natürlich mit Camouflage, aber auch da nicht nur normale Camouflage, sondern vielleicht ein bisschen mehr. Und wir wollen und werden das SUV neu definieren. Es ist unser erstes SUV, wird sehr aerodynamisch. Es wird Polestar als Designsprache nochmal mehr in die Jetztzeit bringen, also nochmal fortschreiten. Und es ist natürlich ein Riesenschritt für uns als Unternehmen, auch weil wir das Auto zum Beispiel auch in den USA produzieren und wir jetzt eine komplett globale Produktion haben, die mit dem Headquarter in Göteborg eben uns auch als Unternehmen sehr weiterbringt. Und das in so einem wichtigen Jahr wie diesem, also 2022, wo ja ein paar Sachen auch anstehen, die mit der Öffentlichkeit zu tun haben, sprich was etc., da ist es sicher für uns ein großer Schritt mit Polestar 3 und das werden die Kunden dieses Jahr noch spüren.

  24. Sebastian:

    Schön, jetzt hast du gesagt, der Polestar 3 wird in den USA gefertigt, läuft dort vom Band. Ist er dann dennoch auch in Europa erhältlich oder ist es erstmal ein E-SUV, der hauptsächlich für den amerikanischen Markt gedacht ist?

  25. Alexander Lutz:

    Ja, auf jeden Fall. Das Auto wurde global entwickelt. Also das ist kein Auto, was irgendwie nur für Amerika gebaut wurde. Dafür ist es auch, ehrlich gesagt, passt es viel zu gut in Europa und vor allem in Deutschland, glaube ich. weil wir nachhaltige Performance in der SUV-Form zeigen, aber nicht das SUV, wie man sich das so traditionell vorstellt, sondern es ist wirklich aerodynamisch, es ist effizient, es sieht toll aus, Design kennt man so ein bisschen, kann man sich vorstellen, wir haben Teaser gezeigt und dann natürlich noch mit Innovationen, wie der Google mit an Bord, ist das echt ein Auto, was für Europa passt und speziell für Deutschland meiner Meinung nach.

  26. Sebastian:

    Hört sich ja spannend an. Gibt es da schon einen Zeitplan, so grob, wenn wir Mitte des Jahres sehen, eher gegen Ende des Jahres? Habt ihr da schon was kommuniziert in die Richtung?

  27. Alexander Lutz:

    Eher gegen Ende des Jahres, aber auch da schauen wir mal, wie wir es genau machen. Sicher ist, dass es dieses Jahr gelöscht wird.

  28. Sebastian:

    Okay, das hört sich doch schon mal gut an. Da lassen wir uns mal überraschen und haben ja dann noch ein wenig Vorfreude für den Rest des Jahres dann sozusagen. Das muss man ja auch so sehen. Du hast jetzt schon angeschnitten, es wird ein besonderes E-SUV werden. Das Thema Nachhaltigkeit ist ja jetzt als Schlagwort des öfteren Gefallen. Ist klar, kommt in der E-Mobilität, in der Verbindung immer. hat man jetzt auch gesehen daran, ihr habt jetzt gerade, ja gestern war es glaube ich, biologisch abbaubare Materialien für zukünftige Fahrzeuge vorgestellt, wo ihr dann ja auch immer forscht und schaut und da auch vorangeht, um da zu gucken, dass eben nicht nur Greenwashing ist irgendwo, sondern tatsächlich Nachhaltigkeit eingebracht wird in die Fahrzeuge. Vielleicht magst du auch mal zu so Entwicklung ein paar Worte verlieren, was ihr denn da auch noch abseits des Fahrzeugs dann immer vorantreibt.

  29. Alexander Lutz:

    Die Nachhaltigkeit ist für uns eine Firmenmission. Das haben wir in der Vergangenheit schon oft gezeigt, was für einen Fokus wir darauf haben. Wir haben eine Abteilung, die sich darum kümmert, speziell um die Nachhaltigkeit und eben nicht nur Bäume pflanzen in dem Sinne und Sachen zu kommunizieren, sondern wirklich Sachen zu verändern. Wir werden dieses Jahr den LCA-Report, das dritte Jahr in Folge, präsentieren, wo eben die Methodik von unseren Rechnungen von Emissionen und eben die Emissionen pro Auto auch berechnet dargelegt werden, ganz offen und transparent. Aber das ist nicht das Einzige. Also mit Polestar 3 werden wir auch da ein Zeichen setzen, wie man ein SUV bauen kann, was eben in unserer Mission der Nachhaltigkeit, Design und Performance liegt. Und generell haben wir vielleicht noch ein paar andere interessante, auch kleinere Detaillösungen, die zeigen, dass wir in der Nachhaltigkeit jetzt schon angekommen sind und das weiter als der E-Antrieb geht, also dass der E-Antrieb Der Anfang ist die Nachhaltigkeit bei Autobau und nicht das Ende und sagt, okay, ich habe jetzt ein E-Auto und das war's. Dass man das wirklich als Startpunkt benutzt. Und 2030 haben wir ja unser großes Ziel, ein Sternenziel von Project Zero, wo wir ein komplett emissionsfreies Auto bauen wollen. Cradle to Grave, no offsetting. Der Polestar 3 ist ein Schritt in den Weg.

  30. Sebastian:

    Ja, also das Project Zero, wo du angesprochen hast, das wäre auch genau noch Thema gewesen. Das ist ja dann schon so Man meint, es ist so weit weg, acht Jahre da, aber ich glaube, die kommen schneller auf uns zu, als man es zu ahnen wagt und zeigt ja auch nur, wie stringent ihr euch quasi an dem Thema Nachhaltigkeit dann messen wollt, mit dem Ziel, da eben komplett emissionsfrei Fahrzeuge auf die Straßen zu bringen. Und da werden genau diese einzelnen Schritte, die ihr da jetzt immer Stück für Stück bekannt gebt oder auch entwickelt, dann hinter den Türen wahrscheinlich einen Teil dazu beitragen, dass man das erreichen kann.

  31. Alexander Lutz:

    Und das man darf nicht vergessen, dass ein Auto doch relativ kompliziert ist zu bauen. Zwischen über 20.000 Teile bis hoch in die 20.000 Teile. Und wir haben ja einige von unseren Sachen, die wir als Swedishes Unternehmen führen wollen. Zum Beispiel Crashtests, Robustheit, Materialien, generell Materialien, auch hochqualitativ zu benutzen. All das zusammen, das klingt erstmal als okay, wir bauen ein Auto nachhaltig, aber in der Realität und der Entwicklung und auch in allen Bereichen der Firma, muss das ein Fokus sein und wirklich ein intrinsischer Wert, sonst kommen wir da nicht weiter. Aber wir sehen, dass wir das haben. Deswegen sind wir da auch zuversichtlich, dass wir dieses Ziel nicht einfach so gesetzt haben, sondern schon etwas realistisch.

  32. Sebastian:

    Das hört sich auch sehr gut an. Das heißt im Endeffekt, also ihr wollt schon diese Nachhaltigkeit ohne Abstriche haben. Das heißt, das Fahrzeug soll an sich möglichst emissionsfrei, emissionslos vielleicht sogar auf die Straße kommen dann 2030, aber soll deswegen nicht an anderen Punkten einsparen, wie jetzt beispielsweise diese Crashfähigkeit.

  33. Alexander Lutz:

    Ja, auf jeden Fall. Also wir sind ja alle selber Autonamen. Wir wollen ein gutes Auto bauen. Und wir haben auch hier Sachen, die wir verbessern müssen und wollen. Also Effizienz bei uns steht immer noch im Vordergrund. Und da haben wir mit verschiedenen Autos schon Verbesserungen geschafft. Aber da sind wir noch lange nicht da, wo wir... wo wir uns selber sehen und da können wir auch selbstkritisch genug sein, dass wir da weiterentwickeln, die Effizienz von unseren Autos generell zu erheben, aber eben auch in der Produktion nachhaltig zu sein, weil das alles passt zusammen in den Werten der Firma eben Nachhaltigkeit und jedoch Performance zu bieten.

  34. Sebastian:

    Eine schöne Kombination, vor allem wenn sie dann so konsequent umgesetzt wird, wie ihr es denn jetzt auch bisher gemacht habt. Ihr habt auch den Polestar Precept, ich hoffe, ich habe ihn richtig ausgesprochen, auch schon vorgestellt. Was für eine Rolle spielt das Fahrzeug denn für euch? Ist das eher so eine Designstudie? Wird daraus was Konkretes folgen oder wie ordnet ihr das Fahrzeug bei euch ein?

  35. Alexander Lutz:

    CrossFit Precept ist ein sehr wichtiges Fahrzeug für die Marke, weil das ist unsere Absichtserklärung und haben auch gezeigt, dass man eben mit recycelten Materialien hochqualitativ ein Auto bauen kann und wenn man im Internet so ein paar Bilder mal gesucht und auch gefunden hat, sieht man, dass das Auto sehr nah an, also das Precept sehr nah an dem Auto ist, was wir auch dann debütieren werden. Ist noch ein bisschen hin, aber es ist genau in unserem Sinne der Marke. Also Technologie, Nachhaltigkeit, Design und zeigen, dass Premium nachhaltig und in keinerlei Abstriche sein kann. dass man weder Holz noch Chrom braucht in diesem alten traditionellen Sinn, sondern dass man sowas mit hochqualitativen recycelten Materialien wie Flax oder B-Comb zum Beispiel schaffen kann. Und Preset hat das gezeigt. Und seid gespannt, denn das Auto wird sehr ähnlich auf den Markt kommen.

  36. Sebastian:

    Das hört sich doch gut an, vor allem, ich muss mal sagen, die Fotos, die ich bisher davon gesehen habe und auch die Eindrücke schauen sehr, sehr vielversprechend aus. Also wenn das so kommt, ja Hut ab, da dürfte der nächste Verkaufsschlager wahrscheinlich einen Start bringen.

  37. Alexander Lutz:

    Ja, ich denke schon, dass sich das Auto verkaufen wird, aber das ist Das ist nicht unser Fokus in dem Sinne, dass wir irgendwelche Verkaufszahlen jagen. Denn unsere Mission als Firma ist, dir den Fortschritt zu gewährleisten und den Fortschritt auch zu schaffen. Und das ist zwar ein Mittel zum Zweck, Autos zu verkaufen natürlich, Aber das ist nicht unser einziges Ziel. Also wenn man die Ziele der Firma anschaut, dann steht da nicht irgendwie, wir müssen jetzt x Autos verkaufen, sondern da sind noch viele andere Ziele, die da vorkommen.

  38. Sebastian:

    Klar, ich meine, du hast ja jetzt auch schon gut umrissen gehabt mit dem Thema Nachhaltigkeit, mit der langen Ausrichtung auf CO2-Vermeidung, die ganze Geschichte. Klar sind das eher die Ziele, aber schlussendlich seid ihr ein Automobilhersteller und werdet schon das Ziel haben, da eure Fahrzeuge auch an den Mann oder die Frau zu bekommen.

  39. Alexander Lutz:

    Absolut, das stimmt. Aber ich glaube, wenn man das als erstes Ziel sieht, dann kann man nicht nachhaltig genug, also nachhaltig meine ich jetzt nachhaltig für eine Firma, aufbauen. Denn die Kundenzufriedenheit ist bei uns eines der wichtigsten Themen. Und wir verkaufen lieber ein paar Autos weniger, wenn wir dafür Top-Qualität leisten können. Und da muss ich auch sagen, dass wir in der Vergangenheit, also vor allem 2021, im letzten Jahr, viel gelernt haben. weil wir auch am Anfang nicht alles richtig gemacht haben, auf gar keinen Fall. Und wir viel in 2021 verbessert haben. Also zum Beispiel in unserem ProStar Personal Care Programm, wo der Kunde direkt einen Menschen an die Hand bekommt, der ihm hilft durch den Prozess. Weil online bestellen und online transparent mit einem Preis kaufen ist halt noch nicht so fortgeschritten in Deutschland, wie man am Anfang gehofft hat. Und da sind unsere Prioritäten und da haben wir auch vor allem in Deutschland und Europa viel investiert, um diese Verbindungen und diese Hilfe, also diesen Wert anderen Personen, anderen Menschen liefern zu können.

  40. Sebastian:

    Aber auch aus meiner Sicht ein sehr schönes Zeichen, dass ihr sagt, okay, wir sind da, oder hat es ja jetzt auch dem ganzen Gespräch gezeigt, ihr seid da selbstkritisch unterwegs, ihr wollt da von euren Fehlern, Herausforderungen der Vergangenheit lernen sozusagen. Und ich erinnere mich noch, wie wir letztes Jahr darüber hatten, über diesen Kaufprozess, wo du auch gesagt hattest, okay, wir machen das so einfach und klar und transparent wie möglich. Und dass ihr euch dann aber auch eingesteht, okay, jetzt ist vielleicht der deutsche Markt einfach nur nicht so weit, ein Auto, Online-Shopping-mäßig zu kaufen. Und ihr zeigt dann die Bereitschaft, euch da aufzustellen, Schritte zu gehen, Mitarbeiter in die Hand zu stellen für potenzielle Käufer. Zeigt ja einfach nur, wie zukunftsgerichtet ihr da auch ausgerichtet seid als Marker.

  41. Alexander Lutz:

    Ja, und ganz ehrlich, wir haben auch gesehen, dass eben ein Autokauf sich nochmal... Es ist klar, dass das nicht einfach eine Sache ist, die man wirklich so mal übers Internet nochmal macht. Und dass man viele, viele... Fragen hat, vor allem am Anfang dieses Online-Verkaufs. Und da haben wir viel investiert, haben viel gelernt und sind eben mit Pulsar Personal Care dann auf ein Konzept gekommen, wo wir proaktiv in den Kontakt gehen und sicherstellen, dass alle Fragen beantwortet sind. Das können ganz einfache Fragen sein wie, okay, Irgendwie bei mir im Internet-Expo oder Edge, wie auch immer man den jetzt da nennt, wenn den auch benutzt wird, dass man da solche technischen Fragen beantworten kann, aber auch eben Fragen über Leasing oder die Finanzierung wieder bald anbieten etc. Also das war uns am Anfang nicht so bewusst, muss man ganz klar sagen.

  42. Sebastian:

    Ja, aber umso besser dann, dass ihr da so schnell auch agieren könnt als Marke, darauf zu reagieren und dann innerhalb des gleichen Jahres das dann auch umzusetzen und zu sagen, okay, wir präsentieren eine Lösung dafür, um quasi dann auch weitere Polsterfahrer abzuholen. Ja. Ja, also vielen Dank. Dann haben wir, glaube ich, wieder einen ganz guten Rundumblick auf die Marke Polestar erhalten, wie es das vergangene Jahr gelaufen ist, was uns dieses Jahr erwartet. Und so einen Ausblick in die Zukunft, Stichwort Polestar 3, Polestar Precept, hast du uns ja auch mit auf den Weg gegeben. Und ich würde sagen, wir hören uns dann spätestens in einem Jahr wieder, um uns dann ein erneutes Update aus eurem Hause zu holen.

  43. Alexander Lutz:

    Ich hoffe, wir hören uns ein bisschen zu.

  44. Sebastian:

    Das kriegen wir auch hin, auf jeden Fall, Alexander. Dann vielen Dank für deine Zeit.

  45. Alexander Lutz:

    Danke.

  46. Sebastian:

    Mach's gut, tschüss.

  47. Alexander Lutz:

    Ciao.

  48. Sebastian:

    Gefühlt vergeht da doch die Zeit wie im Flug. Von daher haben wir ganz interessante Einblicke, glaube ich, mitgenommen in der aktuellen Elektroautonius.net Podcast-Folge mit Alexander Lutz von Polestar. Haben ein wenig was über das vergangene Jahr erfahren, über das aktuelle und einen Ausblick in die Zukunft bekommen und sehen die Performance-Marke aus Schweden. Hat sich auf die Fahne geschrieben, sich weiter fortzuentwickeln, keinen Stillstand einzulegen oder zu vollführen und gibt weiterhin Strom in Richtung E-Mobilität Ausbau, vor allem im eigenen Unternehmen. Dir vielen Dank fürs Zuhören, freue mich, wenn du nächste Woche wieder einschaltest. Mach's gut, bis dahin, ciao.