Geotab erleichtert durch Telematik Umstieg auf E-Auto

Im Gespräch mit Klaus Böckers, Vice President Nordics, Central and Eastern Europe bei Geotab

Im Podcast-Interview zwischen Sebastian und Klaus Böckers, Vice President Nordics, Central and Eastern Europe bei Geotab, steht das Thema Telematik und dessen Einsatz im Umfeld der Elektromobilität im Mittelpunkt. Böckers stellt sich und das Unternehmen Geotab vor, das seiner Aussage nach als Weltmarktführer in der Telematikbranche gilt und über vier Millionen vernetzte Geräte weltweit betreut. Das Unternehmen selbst ist spezialisiert auf Bereiche wie OEM-Konnektivität, die Elektrifizierung von Flotten und Datenanalytik.

Böckers erläutert, dass Telematik die Verbindung von Fahrzeugen mit dem Internet umfasst, um Daten zu erfassen und zu analysieren. Ursprünglich konzentrierte sich Telematik auf Standortdaten, entwickelte sich aber weiter, um auch Motordaten, Wartungsintervalle, Fahrverhalten und den Einsatz externer Sensoren zu integrieren. Hierdurch ist es Geotab möglich ein breites Kundenspektrum zu bedienen, von kleinen Handwerksbetrieben bis hin zu großen Flottenbetreibern, und unterstützt vielfältige Anwendungsfälle, von der Optimierung des Fahrverhaltens bis hin zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben für Lkw.

Im Laufe des Gesprächs betont Böckers die Bedeutung der Datenanalyse, die über die reine Datensammlung hinausgeht. Durch die Analyse gewonnenen Einsichten wird es Flottenmanagern ermöglicht, fundierte Entscheidungen zu treffen, etwa zur proaktiven Wartung oder zur Effizienzsteigerung ihrer Fahrzeugflotten. Geotab hat sich von einer Hardware-zentrierten zu einer softwarebasierten Lösung entwickelt, die Daten aus verschiedenen Quellen integrieren kann, was eine flexible und umfassende Datenanalyse ermöglicht.

Ein wesentlicher Teil des Interviews widmet sich der Elektrifizierung von Fahrzeugflotten. Hier stellt der Vice President Nordics, Central and Eastern Europe bei Geotab einen dreistufigen Prozess vor: Analyse des aktuellen Nutzungsverhaltens (Go Electric), Betrieb elektrischer Fahrzeuge unter Berücksichtigung neuer Komplexitäten (Operate Electric) und Skalierung des Einsatzes elektrischer Fahrzeuge (Scale Electric). Diese Schritte sollen Unternehmen dabei unterstützen, den Übergang zu Elektroautos strategisch und effizient zu gestalten, indem sie unter anderem Ladestrategien und die Auswirkungen von E-Autos auf die tägliche Betriebsführung berücksichtigen.

Ein besonderes Projekt, das Geotab unterstützte, war "4x4 Electric", eine Reise mit einem E-Auto von den Niederlanden nach Afrika und zurück. Mit der Besonderheit, dass dieses autark unterwegs war und lediglich mit Solar-Strom geladen wurde. Das Projekt demonstrierte die Machbarkeit nachhaltiger Langstreckenfahrten mit E-Autos und bot wertvolle Daten und Einblicke, insbesondere hinsichtlich der Herausforderungen und Möglichkeiten der Technologie.

Das Gespräch verdeutlicht die Rolle von Telematik als Schlüsseltechnologie für die moderne Fahrzeugtechnik und Flottenmanagement, zeigt die Herausforderungen und Chancen der Elektrifizierung von Fahrzeugflotten auf und unterstreicht die Bedeutung von Datenanalyse und technologischer Anpassungsfähigkeit in einem sich schnell entwickelnden Markt. Spannende Punkte, die Böckers aufgeworfen hat, die du dir nachfolgend im Detail anhören kannst.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der heutigen Variante mal wieder ein bisschen technischer angehaucht und zwar mit dem Schwerpunkt Telematik. Ich habe Klaus Böckers zu Gast und unterhalte mich mit ihm eben über das Thema Telematik, wie es den Umstieg von einer Verbrenner auf eine E-Auto-Flotte erleichtern kann, welche Erkenntnisse man daraus ziehen kann und wie es ja auch die Telematik, die Datenbetrachtung geändert hat, wie man von simpelsten Daten zu mittlerweile einem richtigen Datenkomplex gekommen ist und was man auf Grundlage dieser Insights vorantreiben kann. Und zum Ende blickt man auch auf ein spannendes Projekt, das man begleitet hat, mit einem autarken Elektroauto, das nicht an Ladestationen geladen hat, von den Niederlanden nach Südafrika, wo eben Böckers und Geotab mit ihrer Lösung eben auch zu mehr Sichtbarkeit oder zu mehr Datentransparenz beigetragen hat. Wir gehen direkt rein in die Folge. Viel Spaß damit. Hallo Herr Böckers, vielen Dank, dass ich heute die Zeit nehme, dass wir uns ein wenig über das Thema Telematik austauschen, was ihr da aktuell macht und wie ihr da vor allem auch die Welt der E-Mobilität mit unterstützt oder unterstützt habt, jetzt gerade in einem aktuellen Projekt, über das wir dann auch gegen Ende des Podcasts sprechen wollen. Bevor wir da allerdings tiefer eintauchen, können Sie sich gerne selbst mal kurz vorstellen, damit unsere ZuhörerInnen auch wissen, wer auf der anderen Seite des Mikrofons sitzt und für welches Unternehmen Sie heute eben auch hier sprechen.

  3. Klaus Böckers:

    Hallo, vielen Dank und mein Name ist Klaus Böckers und ich verantworte für Geotab, den Nordic Central Eastern Europe Part und Geotab ist eine Telematikfirma, weltmarktführend mit etwas über vier Millionen Connected Devices weltweit und wir sind dann auch führend in der Telematik, OEM-Konnektivität, Electrification von Flotten und Data Analytics.

  4. Sebastian:

    Vielen Dank, dass Sie uns da schon mal abgeholt haben. Jetzt können einige unserer ZuhörerInnen auch was mit Telematik anfangen. Es sind bestimmt aber auch welche dabei, die davon noch nichts gehört haben oder nicht so die richtige Einordnung haben. Vielleicht können Sie uns da auch einfach mal in einfachen Worten abholen, was sich dahinter verbirgt und wie das einzuordnen ist im Umfeld des Fahrzeugs.

  5. Klaus Böckers:

    Okay. Ja, was ist Telematik? Telematik, wenn ich das mit einfachen Worten zu erklären versuche, dann sage ich immer, wir connecten das Fahrzeug mit dem Internet. Also wir verbinden das Fahrzeug und sammeln dann die Daten, die dieses Fahrzeug zur Verfügung stellt. Und in der ersten Phase der Telematik war es in erster Linie Location-Daten. Und mit diesen Location-Daten konnte man dann sagen, wo das Fahrzeug ist. Man konnte Zonen bilden und so weiter. In der nächsten Phase der Telematik kamen dann die Motordaten dazu, Kilometerstände, Wartungsintervalle und so weiter. Dann kam der Bewegungssensor dazu. Mit dem konnte man Fahrverhalten abbilden, Unfallreconstructions machen, zu schnelles Beschleunigen zum Beispiel. Und in der nächsten Phase dann kamen dann die Third-Party-Products, dass wir dann externe Sensoren zum Beispiel auch mit der Telematik-Unit verbunden haben. Telematik ist in erster Linie ein After-Sales-Market-Produkt. In den ersten Jahren der Telematik war das noch nicht in den Fahrzeugen verfügbar. Und so hat sich das dann entwickelt.

  6. Sebastian:

    Und Sie haben jetzt gesagt, es gibt verschiedene Datenpunkte, die ausgewertet werden konnten, es sind neue mit dazugekommen. Je nach Datenpunkt wird das wahrscheinlich auch einen anderen Kunden bei euch ansprechen. Oder habt ihr so einen klassischen Kunden, geht das in die Flotte rein? Ich könnte mir vorstellen, auch gerade so das Thema Beschleunigung, Fahrverhalten, ist ja auch vielleicht für Versicherungen hinsichtlich dynamischer Versicherungstarife interessant. Sind das so die Kunden, die dann eure Lösung einsetzen?

  7. Klaus Böckers:

    Ja, das ist ein sehr guter Punkt. Also die Flotten, die Geotab bedient, das ist der kleine Handwerker mit fünf Fahrzeugen bis zu einer Hertz Europe Car, die sechsstellige Zahlen damit verknüpft haben. Also es geht von kleinen Flotten bis, wie gesagt, Flotten mit sechsstelligen Zahlen. Das geht aber genauso von dem kleinen Fahrzeug über den Bus, über den LKW. Und diese ganzen unterschiedlichen Fahrzeuge haben natürlich auch unterschiedliche Use Cases. Wir sehen zum Beispiel in der Last Mile, das sind die Last Mile, die Zulieferdienste. wo Fahrverhalten ein ganz wesentlicher Faktor sind, viele Unfälle und so weiter. Und dann bilden sich dann halt unterschiedliche Lösungsmodelle. Der Lkw ist halt in erster Linie die legalen Requirements, Fahrzeit nachhalten, Pausenzeit nachhalten. Und so bildet sich dann ein ganzes Portfolio an Lösungsmöglichkeiten.

  8. Sebastian:

    Jetzt haben Sie eben auch vorhin schon gesagt, die Daten haben sich weiterentwickelt. Im Vorgespräch habe ich auch schon erfahren, ihr habt jetzt aber auch mittlerweile als Geotab den Shift vollzogen vom Hardware. Ich sage mal Dongle, wie man den umgangssprachlich kennt, der ins Fahrzeug mit reingesteckt wird, damit ich eben an die Daten komme, hin zu einer softwareorientierten Lösung. Vielleicht können Sie uns das auch einfach mal aufzeigen, wie der Weg dorthin war und wie ihr euch da eben auch entlang dessen entwickelt habt.

  9. Klaus Böckers:

    Okay, auch ein sehr guter Punkt. Es geht ja In erster Linie um zwei Sachen. Das geht ja einmal um die Daten zu bekommen und dann die Daten zu verarbeiten. Und die Daten zu bekommen fing halt ganz klassisch mit der zusätzlichen Hardware-Lösung an, Dongle, OBD-Stecker, wie auch immer. Wir haben dann aber auch schnell gemerkt, dass sich die Technologie weiterentwickelt, dass die Fahrzeughersteller Telematik selber eingebaut haben, dass wir unterschiedliche Datenquellen bekommen werden und wir haben die Geotab-Lösung so aufgebaut, dass wir agnostisch zu der Datenquelle sind. Also wir können beliebige Datenquellen in die Geotab-Lösung einspeisen, ob die von unserem eigenen Dongle kommt, ob die von einem anderen Dongle kommt, ob die von der OEM, also von der Fahrzeugherstellerseite kommt. Und das Verarbeiten der Daten, das ist dann sozusagen für mich die Königsdisziplin der Telematik, an Daten zu bekommen, das ist eine Sache, aber Mehrwert zu schaffen mit der Datenanalyse, mit den Daten, das ist dann sozusagen die Hauptaufgabe.

  10. Sebastian:

    Und was ist dann eben, also Sie haben das ja auch schon gesagt, das sind dann auch nicht mehr nur unbedingt Daten, sondern das sind ja dann auch tatsächlich Einblicke, Insights in die Daten für die Flotten dann, gerade wenn jetzt ein Herz da auch eine sechsstellige Anzahl an Fahrzeugen mit ausgerüstet hat. Was macht so ein Unternehmen dann im Alltag damit? Ist das dann vorausschauende Wartung? Ist es einfach... Kontrolle vielleicht bei Lieferdiensten, ob derjenige auch seine Route tatsächlich so abfährt, wie er sie soll, dass wir einfach da nochmal ein greifbares Bild davon bekommen, was mit euren Daten den Insights hier bietet, auch im Alltag gemacht wird.

  11. Klaus Böckers:

    Die Daten an sich, die liefern ja keinen Mehrwert, sondern Mehrwert liefern die Daten dann, wenn wir dem Flottenmanager Entscheidungshilfen geben. Und Sie haben schon ein paar Anwendungsbeispiele genannt. Der eine ist proaktive Maintenance. Wir kennen das bei Poolfahrzeugen, die gelbe Engine leuchtet, aber hier der Wagen fährt noch, dann fahre ich den halt weiter. Und das kann man jetzt abfangen, dass jetzt der Flottenmanager zum Beispiel Wartungsintervalle angezeigt bekommt, Inspektionsintervalle, Motormotorfehler, Informationen, dass er dann weiß, so dieses Fahrzeug muss jetzt bearbeitet werden. Was da auch ist, was jetzt zunehmend mit den neuen technischen Möglichkeiten passiert, ist diese Proactive Maintenance, also dass man die Sachen behebt, bevor das Fahrzeug liegen bleibt. Und da gibt es dann halt ganz viele Use Cases. Und wir haben das bei Geotab in unterschiedliche Säulen eingeteilt. Da ist zum Beispiel Compliance. Wenn wir LKW-Fahrzeuge haben, die haben gewisse Lenkzeiten, Pausenzeiten einzuhalten, das muss nachgehalten werden. Wir haben den Pillar Productivity, wir haben den Pillar Sustainability und da gibt es halt unterschiedliche Säulen, die halt alle zu unterschiedlichen Lösungsmodellen kommen. Aber immer mit dem Ziel, dem Flottenmanager Hilfe zu geben, den Fahrzeugpark effizienter, sparsamer, kostengünstiger, effizienter zu nutzen.

  12. Sebastian:

    Das läuft sich auf jeden Fall ein und ich muss sagen, ich habe da eigene Erfahrungen. Ich hatte selbst auch eine Flotte mal zu verwalten in meinem vorherigen Job. Das waren auch überschaubare Anzahl an Fahrzeugen, aber das hat mir die Arbeit doch um einiges erleichtert, muss ich sagen, wenn ich die Lösung damals schon auf dem Schirm gehabt hätte, weil bei uns ging das dann halt immer so, einmal im Monat hast du jemanden hingeschickt, der mal drauf geschaut hat, ob noch alles in Ordnung ist. Die Daten hätte ich jetzt wohl dann auch von euch online bekommen, ohne dass ich aus dem Büro hätte rausgehen müssen oder jemanden schicken müssen und das ja auch noch zeitnäher und nicht erst vielleicht mit einer Verspätung von einem halben Monat dann, wenn man es gebraucht hätte. Wir haben im Vorgespräch aber auch das Thema Datenwandel oder Komplexität beim Umstieg von Verbrenner auf Elektroauto auch gehabt. Da haben Sie ja auch gesagt, das ist ja auch nochmal ein anderer Umgang, nochmal schwieriger, die Analyse von EV-Fahrzeugen, also Elektroautos ist komplexer. Können Sie das ein Stück weit einordnen? Weil an sich hört man überall, ja, es wird alles einfacher. Der Motor hat weniger Teile. Wir brauchen generell eh weniger Aufwand im E-Auto. Und jetzt sagen Sie, die Daten sind komplexer. Also ich kann es schon irgendwo nachvollziehen, aber vielleicht können Sie es mal mit Ihren Worten für uns einordnen.

  13. Klaus Böckers:

    Ja, alles ist einfach, wenn man es kann und alles ist einfach, wenn man es weiß. Und ich denke mir... Beispiel ist für mich, jeder, der ein Fahrzeug hat, zumindest fast jeder weiß, in ein Dieselfahrzeug tanke ich nur Diesel und kein Benzin und umgekehrt. Beim EV ist es jetzt, wenn ich an eine Schnellladestation fahre, dann kann ich nicht einfach so hinfahren, sondern da muss ich dem Fahrzeug, dem Akku sozusagen eine Vorlaufzeit geben. Das ist eine Komplexität, die beim normalen Tanken nicht da ist. Und da gibt es halt so diverse Punkte, wo man sich halt die Kompetenz aufbauen muss, damit es dann das Handling eines EVs genauso einfach ist wie eines Diesel-Benzinfahrzeuges. Und dazu gehören jetzt ganz besonders die Ladezyklen, die Ladezeiten, die Wie weit kann ich mit meinem Fahrzeug nicht fahren? Wie hoch ist jetzt der Impact, wenn ich im Winter die Heizung anmache, im Sommer die Klimaanlage? Das sind halt ganz viele Faktoren. Und wir sehen, dass die EV-Nutzung ganz, ganz maßgeblich auch die Entfernung, die so ein EV-Fahrzeug fahren kann, beeinflusst. Also viel, viel mehr als jetzt zum Beispiel bei einem Dieselfahrzeug.

  14. Sebastian:

    Wie ist das vom, also ich frage mich jetzt gerade, wenn ihr die Daten habt von der Flotte, wir gehen jetzt mal von der Verbrennerflotte aus, da liegen entsprechende Daten dann vor, Sie haben ja auch vorhin schon ein paar Datenpunkte genannt. Seid ihr dazu auch in der Lage, dann gemeinsam mit dem Flottenbetreiber auf Grundlage dieser Daten und vielleicht auch anderer vorhandener Daten aus dem EV-Spektrum zu sagen, okay, unter den und den Gegebenheiten könnte man eine Umstellung angehen und das und das solltest du dabei beachten?

  15. Klaus Böckers:

    Ja, hier, sehr gut. Wir haben den Pfad zur Electrification eingeteilt Go Electric, Operate Electric und Scale Electric. Go Electric ist genau das, was Sie gesagt haben. Wir analysieren das Nutzerverhalten der existierenden Diesel-Benzinfahrzeuge und erstellen dann eine Analyse, welcher Teil der Fahrzeugflotte heute mit existierenden EV-Modellen kostengünstig abgedeckt werden. Und was spannend ist, wir haben vor einiger Zeit eine Studie gemacht, wo wir 20.000 Fahrzeuge über zwölf Monate, also 20.000 klassische Benzin- und Dieselfahrzeuge über zwölf Monate, also Winter und Sommer mit inkludiert, die das Fahrverhalten analysiert haben und haben festgestellt, dass 95 Prozent aller Fahrten mit EVs abgebildet werden hätten können und dass 60 Prozent, also sechs von zehn Fahrzeugen, dass man die auch wirtschaftlich hätte ersetzen können. Also mit Anschaffungskosten, mit Wartungskosten, mit Diesel- bzw. Energiekosten. Und das ist jetzt sozusagen diese erste Phase. Go Electric, die Analyse, das dann der Flottenmanager detailliert bekommt. Diesen Teil der Fahrzeugflotte könntest du mit diesem E-Fahrzeug wirtschaftlich ersetzen. Das ist die erste Phase.

  16. Sebastian:

    Und dann interessiert uns natürlich auch noch Phase 2 und 3, zu denen Sie auch gerne ein paar Worte verlieren dürfen.

  17. Klaus Böckers:

    Das ist perfekt. Die erste Entscheidung, die der Flottenmanager machen muss, für ihn ist es ja in erster Linie wichtig, the job needs to be done. Also er kann jetzt kein Fahrzeug haben, das die Leistungsanforderungen nicht erfüllt. So, das machen wir mit dem EVSA. Operate electric. Das ist, wie gesagt, dann kommt dann die zusätzliche Komplexität, Ladestation, Ladeinfrastructure, lade ich zu Hause, lade ich unterwegs, lade ich im Depot, wie mache ich das, wie kann ich sicherstellen, dass, wenn das Fahrzeug am nächsten Morgen benutzt wird, dass es geladen ist und so weiter. Das ist die zweite Phase Operate Electric und was man auch nicht unterschätzen darf, ist, dass es auch einen Einfluss auf die Personen hat, die diese Fahrzeuge fahren. Das ist dann auch im Winter, im Sommer, der Motor geht nicht an, man versucht den Wagen anzumachen und es ist immer noch still. Da ist schon eine gewisse Anpassung notwendig. Das ist die zweite Phase Operate Electric, dass man wirklich ein Verständnis entwickelt, was benötige ich, um E-Fahrzeuge in einer Flotte zu managen? Und dazu gehört eine ganze Menge. Eine EV-Flotte ohne Telematik, in meinen Augen, geht nicht. Man muss wissen, ist das Fahrzeug noch so weit geladen, dass es noch die nächste Stelle anfangen kann? Dass ich eine Fehlermeldung bekomme, wenn das Fahrzeug über Nacht nicht geladen wird und, und, und. Und Scale Electric, das ist dann, wie gesagt, die Operate Electric ist sozusagen die Anfangsphase, mit EV sich bekannt zu machen und mit der Komplexität und den zusätzlichen Anforderungen. Scale Electric ist dann wirklich, und wir haben jetzt Flotten, die jetzt von 5 auf 100 auf 1.000 auf 5.000 E-Fahrzeuge hochskaliert haben, die Depot-Charging machen. Das ist natürlich nochmal eine komplett neue Komplexität. Wie kann ich das managen, wenn 200 E-Fahrzeuge am Nachmittag ins Depot kommen und dann gleichzeitig alle an eine Ladestation wollen? Habe ich 200 Ladestationen? schafft das Netz überhaupt diese Kapazität zu leisten und, und, und. Und das sind halt diese Bausteine, die notwendig sind. Und das ist dann für mich auch, ich nenne es immer eine Journey. Man kann nicht von heute auf morgen eine Flotte auf E-Fahrzeuge umstellen. Das ist ein Vorgang, der halt einfach seine Zeit dauert.

  18. Sebastian:

    Was ja auch vollkommen sinnvoll ist, vor allem wenn man die MitarbeiterInnen ja auch abholen will bei der ganzen Geschichte, da kann ich ja auch nicht sagen, hier, stellt euren Verbrenner weg und macht E-Auto, da geht es ja auch um emotionale Themen sozusagen, wo man sich drauf einlassen muss. Da kann man ja auch immer nur bedingt mit Zahlen, Daten, Fakten dokumentieren. Nichtsdestotrotz, irgendwo muss man anfangen und dann machen es die dann trotzdem leichter den Umstieg. Und ihr seid jetzt da schon sehr im Flottengeschäft unterwegs, habt jetzt aber einen, Doch sehr spannendes Projekt und darüber sind wir auch zusammengekommen eigentlich mit Forma4Electric. Habt ihr auch eine besondere Ehe-Auto-Reise begleitet sozusagen mit eurer Lösung? Habt ihr auch beigetragen, damit die eben erfolgreich absolviert wird oder zumindest einfach absolviert wird? Vielleicht können Sie das mal ausführen, worum es da ging.

  19. Klaus Böckers:

    Ja, also Forma4Electric war ein super spannendes Projekt. Wir sind über, zu dem Team sind wir über einen gemeinsamen Kontakt gekommen und die hatten jetzt die Idee aus Holland mit einem E-Fahrzeug mit Solarpanelen, also jetzt nicht an Ladestationen laden, sondern über mobile Solarpanelen. Einmal von Holland gen Afrika Und dann wieder nach Holland. Ich glaube, die sind fast 40.000 Kilometer gefahren in Holland, Deutschland, Spanien, haben die Ladestation genutzt. Aber sobald sie in Afrika waren, haben sie wirklich überwiegend diese Solarpanel genutzt. Und wir fanden die Zusammenarbeit von Anfang an spannend. Der Fokus auf Nachhaltigkeit ging. Geht es wirklich mit einem E-Fahrzeug durch Gegenden zu fahren, wo es keine Ladestation gibt? Ist das überhaupt möglich? Und die Idee und die Passion, die die beiden gehabt haben, war wirklich spannend und anziehend. Und wir haben die dann so weit unterstützt, dass wir ihr Fahrzeug mit der Geotab-Lösung ausgestattet haben. Zusätzlich haben wir noch eine Satelliten-Konnektivität dazu gebaut. Es gibt ja auch die Mobil-Netzwerk-Coverage, die ist in den Wüstengegenden ja auch nicht so funktionierend, sodass wir immer wussten, wo die Fahrzeuge waren. Das ist ja auch ein Sicherheitsaspekt. Und dann haben wir die Daten gestaltet, gespeichert und wirklich spannend, was die beiden gemacht haben. Also die Idee, das Potenzial, dass man auch long-term electric motoring machen kann, dass es auch nachhaltige Initiativen in dem Kontinent gibt und dann diese Data Insights zu machen, das war schon super spannend mit ganz vielen Erkenntnissen auf allen Seiten, würde ich sagen.

  20. Sebastian:

    Das glaube ich. Und vor allem, dass ja echt eine Ansage hat, dann auch so viele Kilometer zurückzulegen und das in einem autarken E-Auto, was ja nochmal eine Stufe herausfordernder ist, als mit einem normalen, das an Ladestadt zugeht, was ja für den einen oder anderen schon eine Herausforderung ist. Von daher sehr spannend, dass Sie das Projekt unterstützt haben.

  21. Klaus Böckers:

    Ja, und wirklich ein faszinierendes Team, die wenn die Wolken sind, wenn schlecht Wetter ist, wird das Fahrzeug nicht geladen und da ist auch keine Ladestation. Also das war schon wirklich ein Abenteuer, was die beiden da gemacht haben.

  22. Sebastian:

    Vielen Dank, Herr Böckers, dass wir zumindest mal den Einblick drauf bekommen haben und auch das Thema Telematik ein Stück weit besser begriffen haben, glaube ich, heute, was man eben mit diesen Daten alles anfangen kann und wie man damit arbeiten kann. Da haben wir wahrscheinlich nur die Oberfläche angerissen. Vielen Dank für Ihre Zeit und für die Einblicke.

  23. Klaus Böckers:

    Ja, vielen Dank.

  24. Sebastian:

    Das war es also. Spannender Einblick auf das Thema Telematik und wie Verbrennerflotten dabei beim Umstieg auf E-Autos profitieren können. Haben wir kurz angerissen. Du hast vielleicht gemerkt, mein Mikro hat bei der Aufnahme nicht so ganz richtig aufgenommen. Ich weiß nicht warum. Beim nächsten Mal wird es wieder besser. Dir dennoch vielen Dank fürs Zuhören und fürs positive Hinterlassen von der Bewertung auf iTunes oder Spotify. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.