OMS: 370 E-Autos im Einsatz für 8000 Kunden

Im Gespräch mit Alfonso Manrique, Head of Communications der Labora Holding

Alfonso Manrique, Head of Communications der Labora Holding, hat sich mit mir über die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte bei OMS Prüfservice ausgetauscht. In der aktuellen Podcast-Folge erfahren wir daher, wie dies auch in größerem Maßstab angegangen werden kann. OMS Prüfservice ist ein Dienstleister für Elektrogeräteprüfungen und besitzt eine flächendeckende Präsenz in Deutschland mit 600 Mitarbeitern.

Die Elektrifizierung ist Teil eines umfassenden Nachhaltigkeitsansatzes, welcher den wesentlichen Faktor der gefahrenen Kilometer berücksichtigt. Manrique erklärt, dass sie bereits viele Kilometer elektrisch zurücklegen und einen Großteil ihrer Flotte mit über 370 Elektrofahrzeugen elektrifiziert haben. Von 75 Prozent der Fahrzeuge ist die Rede. Bis 2025 soll die gesamte Flotte rein elektrisch unterwegs sein.

Der Wechsel wurde durch eine klare Vision und Strategie ermöglicht, wobei zunächst Führungskräfte auf E-Fahrzeuge umstiegen. Herausforderungen waren unter anderem die Akzeptanz der Mitarbeiter, die Ladeinfrastruktur und die Anpassung an vielfältige Anforderungen. OMS nutzt verschiedene Fahrzeugmodelle und Marken und strebt weiterhin nach optimalen Lösungen für ihre Anforderungen.

Die Umstellung bringt auch wirtschaftliche Vorteile mit sich, da E-Autos wartungsärmer und kostengünstiger im Betrieb sind, insbesondere wenn sie mit firmeneigenem Ökostrom geladen werden. Mehr Details dazu direkt im Gespräch mit Alfonso. Also los, hineinhören.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn es um das Thema E-Mobilität geht. In der aktuellen Folge habe ich Alfonso Manrique zu Gast für den OMS-Prüf-Service, die eine Flotte von 560 Fahrzeugen schon zu einem großen Teil auf reine E-Autos umgestellt haben. Und die Besonderheit ist eben, dass diese 370 E-Autos nicht nur von daheim ins Büro fahren, dort 8 Stunden stehen, wieder laden können und dann wieder nach Hause fahren, sondern sondern am Tag werden alleine für einen Kundenfahrt zum Schnitt 100 bis 150 Kilometer zurückgelegt. Das bleibt meist nicht bei einem Kunden, denn das Unternehmen ist im Bereich der Elektrogeräteprüfung unterwegs, muss also beim Kunden vor Ort sein, um diese Prüfung durchzuführen und nichtsdestotrotz sind die Erfahrungen äußerst positiv. E-Autos werden gut angenommen. Was aber auch daran liegt, dass man sich viele Gedanken im Detail darüber gemacht hat, wie man so eine Flotte elektrifizieren oder rein elektrisch werden lassen kann. Und das große Ziel, bis 2025 die komplette Flotte auf E-Autos umzustellen, hat man immer noch fest im Blick, geht nach und ist auch sehr zuversichtlich. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Alfonso. Viel Freude damit. Servus Alfonso, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig unterhalten über eure Elektrifizierung der Flotte bei OMS Prüfservice, die ja mit einer Besonderheit daherkommt, dass es nicht um den Klassenbüro am Mitarbeiter geht, der von zu Hause auf den Arbeitsplatz fährt, dort acht Stunden das Fahrzeug stehen lässt und dann wieder nach Hause geht, sondern ihr seid ja im Feld unterwegs auf der Straße mit euren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Bevor wir da allerdings tiefer eintauchen, stell dich gerne selbst vor und auch das Unternehmen dahinter.

  3. Alfonso Manrique:

    Dankeschön Sebastian, danke auch für die Einladung hier zu deinem Podcast. Tatsächlich ein ganz spannendes Thema und ich stelle uns gern kurz vor. Also mein Name ist Alfonso Manrique. Ich bin seit sechs Jahren für die OMS tätig und bin verantwortlich für den Bereich Kommunikation. Und das, was so spannend ist, ist, dass wir uns ja mit der ganzen Gesellschaft in einem riesigen Wandel befinden. Ob Klimaschutz oder Elektrifizierung, das ist ja auch miteinander sehr eng verwoben. Uns liegt es einfach am Herzen und mir auch persönlich, dass wir zukunftsfähige Lösungen für unsere Gesellschaft auch praxisfähig machen. Und da haben wir zum einen die Gesellschaft OMS Prüfservice, für die ich tätig bin. Da geht es eben darum, dass wir Elektrogeräteprüfungen für Unternehmen anbieten. Da sind wir marktführender Dienstleister in diesem Bereich und wir führen eben diese Elektrogeräteprüfungen nach DGUV V3. Die prüfen wir dann bei unseren Kunden vor Ort durch. Und das führt eben dazu, dass wir dann auch in ganz Deutschland unterwegs sind und eine ganze Menge an Kilometern ablegen. Wir führen die Prüfungen für ortswenderliche Geräte, aber auch für Anlagenmaschinen und mittlerweile auch für Ladesäulen durch. bei rund 8.000 Kunden deutschlandweit und das mit mittlerweile 600 Mitarbeitern bei OMS Prüfservice. Und eine Schwestergesellschaft, die wir eben auch bei uns in der Gruppe haben, das ist die OMS eMobility, wo wir schon auch weiter in dieses Thema der Immobilität eingestiegen sind. Und da geht es eben darum, dass wir auch unseren Kunden, bei denen wir diesen Bedarf erkannt haben, Thema Ladeinfrastruktur, wo wir auch da eben gute Lösungen für eine Ladeinfrastruktur Ihnen bieten. Sehr individuell, was der Kunde eben braucht. Da hat sich ja auch gezeigt, dass es verschiedenste Profile und Anforderungen gibt. Aber das sind die beiden Gesellschaften und ich freue mich, dass wir heute etwas über das Thema Elektrifizierung unseres Ja, eigentlich Kunden, Dienstwagen, Fuhrparks dann sprechen können.

  4. Sebastian:

    Du hast eben schon ausgeführt, ihr habt eben diese Verbindung zur E-Mobilität über Ladeinfrastruktur, aber eben auch durch eure Dienstleistungen, die ihr anbietet. War das mit Ausschlag geben dafür, dass ihr gesagt habt, okay, wir kommen weg vom Verbrenner hin zum E-Auto oder warum hat man sich auf die Reise begeben?

  5. Alfonso Manrique:

    Also das, was uns ja schon immer beschäftigt hat, auch gerade den Geschäftsführern, dass wir eine nachhaltige Unternehmensführung haben, die eben nicht nur dieses Wort, dieses Plakat, was ja in aller Munde ist, eben beinhaltet, sondern tatsächlich Substanz hat. Das ist uns ganz wichtig. Und dementsprechend muss es ja zuallererst eine gewisse Wesentlichkeitsanalyse geben. Also was ist für uns wichtig? als Dienstleister wesentlich in puncto Nachhaltigkeit und wie können wir einen Beitrag leisten. Ich habe gerade schon vom Klimaschutz etc. gesprochen. Und da haben wir eben gesehen, dass der wesentlichste Faktor für uns als Dienstleister, der draußen unterwegs ist, eben die gefahrenen Kilometer sind. Und man sagt so schön, jeder nicht gefahrene Kilometer ist der nachhaltigste Kilometer. Deswegen sind wir den ersten Schritt gegangen und das haben wir aber auch schon seit Jahren, seit 2019 proaktiv sind wir das angegangen. Haben wir 40 Standorte mittlerweile in ganz Deutschland, einfach um auch die Nähe zum Kunden herzustellen, Fahrzeiten zu minimieren. Das hat Auswirkungen auf den Kunden, ganz klar. Hat jemand vor Ort, dem er vertraut, der um die Ecke ist. hat natürlich auch dann Auswirkungen auf unsere Kolleginnen und Kollegen, die dann nicht mehr ganz so viel und nicht so weit reisen müssen. Thema Work-Life-Balance etc. Und das war der erste Schritt. Und das hat uns auch dazu befähigt, dass wir ein gewisses Nutzerprofil haben für unsere Fahrzeuge, dass wir nicht mehr ganz so viele hunderte von Kilometern an einem Stück fahren müssen. Das heißt, wir sind jetzt irgendwo... bei 150 bis 200 Kilometer pro Kunde, sage ich mal, an einem Tag, wo tatsächlich auch die Fahrzeuge, die wir heute auf dem Markt besorgen können, das hergeben. Ein paar Zahlen dazu. Wir haben so viele Fahrzeuge draußen und sind in ganz Deutschland unterwegs, dass wir rund eine Million Kilometer im Monat fahren. Und das heißt bis jetzt in diesem Jahr schon über 10 Millionen. Und das ist eben dieser wesentliche Faktor, von dem ich spreche. Und wir sind eben ganz froh, dass wir jetzt durch die Elektrifizierung es schon geschafft haben, dass von diesen 10 Millionen in 2023 schon fast 4 Millionen rein elektrisch gefahren wurden. In unserem Fuhrpark insgesamt mit über 560 Fahrzeugen und mittlerweile bei 75 Prozent elektrifiziert rund 370 Elektrofahrzeuge, die wir jetzt bei uns im Fuhrpark haben. Und um nochmal zurück auf deine Frage zu kommen. Ja, das war ein ganz wichtiger Aspekt. Wir wollten wissen, was ist eben der größte Hebel und den sehen wir bei den gefahrenen Kilometern. Und wenn wir die minimieren und dann aber auch elektrifizieren, haben wir einen großen Impact, eine große Möglichkeit auf das Thema CO2-Ausstoß etc. einzuwirken.

  6. Sebastian:

    Spannend, dass ihr da auch mit so einem System dran geht, dass ihr sagt, okay, ihr geht diese Schritte da an. Erstmal reduzieren, was nicht notwendig ist oder was reduziert werden kann und den Rest dann eben tatsächlich auch nachhaltig auf die Straße bringen. Du hast jetzt auch schon gesagt, gut 40 Prozent der Fahrten, ein bisschen mehr, waren jetzt rein elektrisch unterwegs. Das ist schon mal schön, den Gedanken zu haben, okay, wir steigen da um aufs E-Auto zurück. Jetzt mag das dem einen oder anderen Mitarbeiter, Mitarbeiterin vielleicht nicht so ganz einleuchten oder nicht so ganz d'accord mit der gehen, unabhängig davon von den anderen Randbedingungen, die da noch erledigt oder angegangen werden müssen. Magst du uns da mal abholen, wie ihr das denn geschafft habt, auch eure Mitarbeiter zu überzeugen und auch künftig zu überzeugen, zu sagen, okay, wir steigen jetzt auf rein elektrische Fahrzeuge um?

  7. Alfonso Manrique:

    Ja, ich will erst mal so anfangen. Klar, das ist ein Thema, es ist heute noch ein Thema und es war noch vielmehr ein Thema vor drei Jahren, wo wir losgelegt haben. Und Die Vision stand, unser Geschäftsführer hat das Ziel ausgerufen, bis 2025 wollen wir rein elektrisch unterwegs sein. Und das hat er immer wieder gesagt. vor die Augen aller Kollegen und Kolleginnen gemalt. Und das ist eine starke Entscheidung und das will ich auch so mal mitgeben. So eine starke Entscheidung braucht es, wenn man wirklich in der Geschwindigkeit den Fuhrpark voll umstellen möchte. Also es sind gewisse Konsequenzen, die damit folgen und man muss bereit sein, aus der Komfortzone herauszugehen, um in diesen Wandel zu gehen. Das muss ich schon ganz klar dazu sagen. Und Das haben wir eben erlebt. Du hast das Thema Akzeptanz der Elektromobilität angesprochen und das haben wir auch erlebt. Also die Berührungsängste, komme ich überhaupt so weit, Reichweitenangst, wo kann ich laden, gibt es überhaupt genug Ladesäulen und so weiter. Das war ein sehr großes Thema. Aber ich bin ganz froh, dass ich jetzt von der Vergangenheit sprechen kann, weil wir sind in diesen Wandel gegangen damals und haben ganz, ich sage mal strategisch, sind wir einige Schritte gegangen. Beispielsweise dass man mit Multiplikatoren, diesen Early Adapters, dass man mit denen, die zu begeistern sind und die offen sind für so einen Wandel, für neue Technologie, für eine andere Art der Immobilität, dass wir die gewinnen. Und da war es nicht so, dass die Geschäftsführung gesagt hat, okay, alle Kollegen und Kolleginnen aus dem Bereich Service, die da täglich unterwegs sind, ihr nehmt jetzt mal ein Elektrofahrzeug, Sondern wir haben oben angefangen. Führungskräfte, der Geschäftsführer selbst und so weiter haben den Umstieg vorgemacht und konnten dann berichten, Erfahrungsberichte erzählen, was gibt es für gute Lösungen etc. Und so kam es dann dazu, dass es nach und nach mehr und mehr positive Beispiele, positive Erzählungen gab und beispielsweise einer unserer Sales Manager hat dann eine größere Tour gemacht mit seinem Fahrzeug. Wir haben dann in der internen Kommunikation etwas mehr davon erzählt und dann konnte man ihn auch mal ansprechen. Hey, wie war die Erfahrung? Das war jetzt schon eine Weile her, aber das war super spannend, so mitzufolgen. Wir haben also erst mal nur einige wenige Elektrofahrzeuge angeschafft und dann in der zweiten Bestellung habe ich mir vom Fuhrparkleiter noch sagen lassen, da waren es dann gleich 40 und da haben wir gemerkt, okay, jetzt brauchen wir den zweiten Schritt und das ist auch eine eigene Ladeinfrastruktur. Also nicht bloß darüber zu reden und Mut zu machen, sondern dann müssen auch Fakten geschaffen werden. Weil am Ende als Servicetechniker losfahren zu wollen und erst einmal eine halbe Stunde im besten Fall oder anderthalb Stunden irgendwo an der Tankstelle oder an der Ladesäule zu warten und den Kunden sitzen zu lassen, das funktioniert natürlich nicht. Und deswegen haben wir gesagt, wir brauchen Lademöglichkeiten an unseren Firmenstandorten, Was gibt es da für Herausforderungen? Das ganze Thema Kapazitätsengpässe alleine schon. Was kann überhaupt der Netzanschluss vor Ort leisten? Kriegen wir das hin? Wir sind nicht überall im Eigentum, sondern in gemieteten Räumlichkeiten. Auch da ganz klar die Auseinandersetzung mit Vermietern. Lassen die das überhaupt zu? Wollen die eine Installation der Ladeinfrastruktur? Wer trägt welche Kosten? Das sind alles so Herausforderungen gewesen, die wir gesehen haben, auch unterwegs, wenn man dann laden möchte. Gut, welche Ladekarte nutzt man? Ist auch ein spannendes Thema. Viele Karten, viele Systeme, viele Verbünde, die es gibt. Okay, was ist jetzt das Richtige für uns? Wo lädt man am kostengünstigsten? Und auch die Fahrprofile der einzelnen Mitarbeitenden dann zu analysieren und sich anzuschauen. Okay, hier haben wir einen Vielfahrer. Bei ihm könnte zum Beispiel diese Karte die passende sein und diese Lösung. Und das sind alles Dinge, da muss man richtig Zeit investieren, das muss man sich angucken. Aber es ist lösbar, das ist das Schöne. Also wir sind da reingegangen, haben gesagt, wir gehen konsequent in die Lösungsfindung und es gibt bis jetzt... so gute Lösungen, dass man eigentlich sagen kann, dieses Thema Akzeptanz, das ist bei uns Geschichte und wir sind viele begeisterte Elektromobilitätsfahrer bei uns bei OMS.

  8. Sebastian:

    Dann habt ihr da schon mal den wichtigsten Punkt geschafft sozusagen, die Akzeptanz herbeizurufen und dann eben, ich sag mal, jetzt habt ihr ja 370 E-Autos, hast du gesagt, also da ist ja schon eine Masse vorhanden, die ja auch jedem neuen Mitarbeiter, ihnen dann eben vor Ort zeigt, es funktioniert, sonst wäre er ja nicht mit so vielen Fahrzeugen auf der Straße unterwegs. Für mich die Frage, jetzt hast du gesagt, ihr habt zuerst mit wenigen Fahrzeugen ausgewählt begonnen und seid dann in der zweiten Bestellung direkt mit 40 Fahrzeugen rausgetreten an den Markt sozusagen. Jetzt kennt ja jeder, der sich ein bisschen mit dem Thema beschäftigt, die Thema Lieferzeiten, Kosten und so weiter und 40 Fahrzeuge sind ja auch schon Brett. Also Kannst du uns da abholen, für welche Fahrzeuge, Fahrzeugtypen ihr euch entschieden habt, welche Marken vielleicht auch und was die Überlegungen dahinter waren?

  9. Alfonso Manrique:

    Ja, also wir waren uns darüber im Klaren. Wir haben gewisse Anforderungen als Dienstleister, als Service-Dienstleister, Elektrogeräteprüfer. Und dementsprechend haben wir uns angeguckt, was sind unsere Anforderungen und die waren uns jetzt wichtiger als eine spezifische Marke. sondern da mussten wir uns natürlich an dem bedienen, was der Markt erstmal hergegeben hat. Und wenn ich dann an die ganze, an die Corona-Zeit in Deutschland zurückdenke, Lieferengpässe etc., das war nun wirklich keine leichte Aufgabe, genügend passende Fahrzeuge zu besorgen. Was wir uns überlegt haben, ist okay, wir brauchen eine gewisse Reichweite. Ich habe gerade schon erzählt, dadurch, dass wir 40 Standorte deutschlandweit haben, sind wir bei einem Profil oder bei einer Reichweite von 150 bis 200 Kilometern im Durchschnitt. Da haben wir schon mal eine gewisse Auswahl bei Elektrofahrzeugen, die das hinkriegen. Das andere Thema ist die Ladegeschwindigkeit. Wenn ich unterwegs bin und ein Kunde wartet, da muss ich auch eine gewisse Sicherheit haben, dass im Fall der Fälle schaffe ich es auch in einer vertretbaren Zeit doch noch zu laden. Auch ganz wichtig für unsere Auftragsdisposition, dass sie mit solchen Dingen umgehen können. Das andere ist Platzbedarf als Servicetechniker. Was habe ich da für Equipment? Wir sind zum Glück so weit entwickelt, dass wir sehr modernes, auch mittlerweile ergonomisches, kleineres Equipment haben. Okay, aber kriege ich das in den Kofferraum und auch die Teamgröße, die wir haben, kriegen wir die vernünftig in die Fahrzeuge. Noch ein Punkt, der mir dazu einfällt, ist das Thema Zuverlässigkeit. Also unser Business ist Sicherheit. Versprechungen gegenüber unseren Kunden. Wir möchten, wenn wir sagen, wir sind an dem Tag da, dann möchten wir auch wirklich ankommen. Das heißt, auch das Thema wenige Pannen, wenige Ausfälle ist für uns ein Kriterium gewesen. Und zuletzt noch das Thema, ich nenne es mal Image. Was erwarten unsere Kunden eigentlich mit was für Fahrzeugen wir bei ihnen auf den Hof fahren? Aber auch intern, was hat das für eine Wirkung, wenn ich mit der Marke sage ich mal, rausgehe oder eben mit einer anderen. Und dementsprechend ist das bei uns so ausgefallen, dass wir relativ breit reingegangen sind, um auch Erfahrungen zu sammeln am Anfang. Wir haben sogar ein i3 von BMW mal bei uns im Fuhrpark gehabt, dann war das ein Hyundai Ioniq 5 auch mal im Test, MG, Marvel Air, aber auch eine Weile bei uns mit drin. Und in der Menge waren es dann oder hatte sich dann auch etwas darauf fokussiert, sind es dann doch von VW ID.3, ID.4. und der Cupra Born und zusätzlich noch etwas größer der Skoda Enyaq geworden. Also das sind die Fahrzeuge, die bei uns maßgeblich im Fuhrpark enthalten sind, mit denen wir gute Erfahrungen gemacht haben und wo wir gesehen haben, diese Kriterien, die wir aufgestellt haben, die werden recht gut befriedigt oder erfüllt. Wobei ich dazu sagen muss, trotz allem ist es nicht so, dass das die typischen Fahrzeuge Service-Techniker-Wagen sind. Also die Auswahl ist da schon recht gering. Wenn ich mir ein Cupra Born anschaue, das ist nun wirklich was anderes als ein Transporter, wo ich viel Platz für Geräte etc. habe und auch der ein oder andere Kunde fragt sich, okay, Elektrogeräteprüfung und dann kommen die in einem sportlich geschnittenen Cupra Born angefahren. Das sorgt auch schon mal für etwas Aufsehen, aber trotzdem ist es möglich und wir haben es in der Praxis auch beweisen können, dass es gut funktioniert, wünschen uns natürlich für die Zukunft, dass sich da auch die Elektromobilität und auch die Autohersteller soweit entwickeln, dass es noch passendere Fahrzeuge für uns im Service gibt.

  10. Sebastian:

    Der Gesprächsstart ist ja auf jeden Fall dann schon mal gegeben, wenn ich mit so einem Fahrzeug vorfahre. Also da musst du ja nicht erst noch hier, hallo, wie geht's, wie ist das Wetter heute, sondern du bist einfach direkt schon im Gespräch, das ist ja auch schön. Und bin auch positiv überrascht, dass ihr euch für VW, für Cupra entschieden habt. Ich hätte jetzt eher einen amerikanischen Hersteller vermutet, der da vielleicht auf dem Hof fährt, weil die ja auch... auf all die Anforderungen zutreffen. Von daher finde ich es in Anführungsstrichen erstmal mutig, den Schritt zu gehen, gerade zu dem Zeitpunkt, wo ihr angefangen habt, mit VW und Cupra den Schritt zu gehen. Aber es scheint sich ja gelohnt zu haben für euch sozusagen. Wie verfolgt ihr das für die Zukunft? Seid ihr da immer noch offen für neue Marken, für neue Modelle oder bleibt ihr jetzt erstmal in diesem Spektrum unterwegs?

  11. Alfonso Manrique:

    Es hat natürlich was in Deutschland auch mit deutschen Marken unterwegs zu sein und darauf zurückzugreifen, ganz klar. Wir, wie ich gesagt habe, sind aber nicht festgefahren und es ist vor allem wichtig, dass die Anforderungen bestmöglich erfüllt werden. Es ist eben auch ein Arbeitsmittel, so ein Fahrzeug und wir möchten auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das bestmögliche Arbeitsmittel zur Verfügung stellen. So ist es. Aber in Zukunft freuen wir uns auf die weitere Entwicklung. Wir freuen uns auf schnellere, effizientere Lademöglichkeiten und eben auch auf passendere Modelle, einfach was die Form und was den Platz angeht. Ich denke, dass das noch kommen wird. Aber wir haben mit dem, was wir jetzt auf dem Markt kaufen konnten oder leasen konnten, haben wir jetzt schon sehr gute Erfahrungen gemacht und möchte auch ganz gern die Gelegenheit nutzen, auch einfach Mut zu machen. Also es sind Hürden, es sind tatsächlich Herausforderungen, die man sich angucken muss, aber so ist es in jedem Change-Prozess. Und zu sehen, dass jetzt zum einen unser ökologischer Fußabdruck wesentlich minimiert werden kann und wir jetzt im zukünftigen Schritt eigentlich dabei sind, noch dieses Thema der Nachhaltigkeit weiter auszubauen. Und zwar haben wir bisher die Fahrzeuge mit Ökostrom geladen, das, was man auf dem Markt bekommen kann, sind aber jetzt dabei, eben auch unsere Standorte mit PV-Anlagen auszustatten. Das heißt, dass wir dann auch direkt Sonnenstrom laden können. Und da kommen wir dann im Grunde genommen auch schon zum Thema OMS Immobility, mit dem wir uns auch beschäftigen bei der anderen Schwestergesellschaft. Da geht es eben auch darum, was gibt es für sinnvolle Lösungen, wenn ich daran denke, wir haben eine PV-Anlage, die produziert tagsüber enorm viel Strom, vielleicht mehr, als wir verbrauchen können. Gerade am Wochenende sind die Fahrzeuge am Büro, wo wir nicht beim Kunden sind. Dass man zum Beispiel Ladepläne hat, also Profile erstellt und intelligentes Laden hat und diesen Sonnenstrom dann am Wochenende während der Sonnenstunden dann möglichst nutzt für die Ladung des Fuhrparks. Das sind alles Lösungen, die wirklich Sinn machen. und die dann auch in Richtung emissionsfreie Immobilität wichtig sind. Und das ist eben das, was wir auch unseren Kunden anbieten und wo wir an Lösungen dran sind mit dem Thema OMS Immobility.

  12. Sebastian:

    Wo wir ja sicherlich in der nächsten Podcast-Folge auch nochmal im Detail dann drauf zu sprechen kommen, weil ich finde das auch sehr spannend und so wie du sagst, gerade diese Verknüpfen von erneuerbaren Energieladelösungen, das ist ja auch gerade im flotten Bereich der Weg, der gegangen werden muss, um da zu überzeugen. Du hast gesagt, es gab Herausforderungen im Umfeld bei der Umstellung. Wir waren bei Mitarbeiter, Ladeinfrastruktur und so weiter. Merkt ihr denn auch den Vorteil, weil es wird ja E-Autos nachgesagt, die sind weniger wartungsintensiv, sie sind auch im Unterhalt kostengünstiger, vor allem wenn ihr jetzt euren eigenen Strom dann auch dafür laden könnt. Das spiegelt sich ja auch dann bei den, ich sag mal, positiv in der finanziellen Betrachtung wahrscheinlich wieder bei euch.

  13. Alfonso Manrique:

    Ich finde den Punkt, den du gerade angesprochen hast, ganz wichtig. Wir sind als Unternehmen natürlich darauf ausgelegt, Gewinne zu erzielen und dementsprechend sind die wirtschaftlichen Faktoren auch voll zu berücksichtigen. Und wir haben hier gesehen, dass wir, wenn wir bis 2025 auf vollelektrisch umstellen wollen, dann müssen wir auch diese Maßnahmen ergreifen, damit es nicht am Ende einfach nur ein riesen Kostenblock ist. Also das ist tatsächlich machbar und wenn wir uns als Unternehmen anschauen, gerade wir mit Servicetechnikern, die so viel draußen sind, die so viele Herausforderungen haben, das ist irgendwo auch dieser Anreiz gewesen, dass wenn wir darstellen können, beweisen können, dass es machbar ist, sogar wirtschaftlich machbar ist, ja dann ist es auch ein Beispiel oder ein Anreiz für viele andere Unternehmen, die wir gerne auch dazu motivieren wollen, den Schritt zu gehen und mit an diesem Ziel der emissionsfreien Mobilität mitzuarbeiten.

  14. Sebastian:

    Das Wort zum Sonntag würde ich fast sagen, weil tatsächlich ihr seid ein perfektes Beispiel dafür, damit es eben auch in so einem Segment funktionieren kann, wo auch wirklich Kilometer gefahren wird, Tag für Tag, 150 Kilometer oder mehr, so wie du ausgeführt hattest, jetzt auch mit euren anhand eurer Daten tatsächlich und dann sollte es jedem normalen Unternehmen in Anführungsstrichen gelingen, dann zumindest mal die Büromitarbeiter auf E-Autos umzustellen, weil die haben diese Herausforderung nicht, die stehen halt acht Stunden am Arbeitsplatz und können dann auch in Ruhe am AC-Lader laden. Also insofern sehr, sehr spannende Einblicke von OMS-Prüf-Service. Vielen Dank, Alfonso, dass du uns die gegeben hast und wir hören uns in der nächsten Folge, wenn es dann eben um OMS E-Mobility geht. Mach's gut, bis dahin.

  15. Alfonso Manrique:

    Sehr gerne, hat mich gefreut, Sebastian.

  16. Sebastian:

    Aus der heutigen Podcast-Folge konnte man doch wieder einiges mitnehmen, vor allem wenn man mit dem Gedanken spielt, einen Fuhrpark zu elektrifizieren, auf rein elektrische Fahrzeuge umzustellen. Es funktioniert, egal ob es der einfache PKW ist, der den Mitarbeiter von zu Hause ins Büro bringt oder eben von zu Hause oder vom Unternehmen aus zu den Kunden. Das geht alles, wenn man sich eben nur darauf einlässt und ein bisschen Hirnschmalz in die ganze Geschichte einbringt, wie OMS Prüfservice hier aufgezeigt hat. Dir vielen Dank fürs Zuhören, mach's gut, bis zur nächsten Folge, ciao.