net4energy: "Energiewende kann nur Ganzheitlich umgesetzt werden"

Im Gespräch mit Semir Dazdarevic, ist Managing Director bei net4energy

Semir Dazdarevic, ist Managing Director bei net4energy. Einer Plattform, welche der Überzeug ist, dass die Energiewende und damit die Transformation des Energiesystems, den tiefgreifendsten Umbruch unserer Zeit – gesellschaftlich, politisch und ökonomisch darstellt. In der aktuellen Folge des Elektroauto-News.net Podcast habe ich mich mit Semir über die Energiewende unterhalten. Welche Rolle die E-Mobilität dabei spielt und warum es ganzheitlich gedacht und umgesetzt werden muss, um auf lange Sicht zu überzeugen.

Konkret haben wir in Bezug auf die Energiewende das Feld Elektromobilität betrachtet. Dort auch die Gebiete der Stromerzeugung - in Form von Photovoltaik-Anlagen - gestreift, um dann in die Diskussion zum Thema E-Fuels über zu gehen. Ein Thema, welches heutzutage stark diskutiert wird. Schlußendlich sind wir dann aber doch beim Geldbeutel gelandet, welcher bestimmt, in welchem Ausmaß wir uns eigentlich einen Umstieg und ein Voranschreiten der Energiewende erlauben können. Denn dieser trägt durchaus seinen Teil dazu bei, ob ein Wandel schneller oder langsamer stattfindet. Doch das hörst du dir am besten selbst an.

Shownotes:

Edit speaker mapping

Change displayed names for speaker IDs in this transcript.

Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des elektronischen News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In unterschiedlichsten Facetten, Farben und Formen sozusagen. In der aktuellen Folge ist Semir von net4energy.com zu Gast und wir haben uns beide zum Thema Energiewende unterhalten. Natürlich auch mit der E-Mobilität im Fokus, aber auch über Photovoltaik, Wärmepumpen und eben was alles so mit dazu gehört. Ich denke, es ist ein ganz interessantes Gespräch entstanden und würde mich freuen, wenn du zuhörst. Und ja, wir gehen direkt rein in die Folge. Viel Spaß damit. Servus Semir, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über Net4Energy unterhalten und euren Beitrag zur Energiewende, wie ihr an verschiedensten Ansätzen sozusagen teilhabt daran, die Energiewende voranzutreiben. Bevor wir da allerdings ins Thema einsteigen, stell dich gerne selbst kurz vor und dann auch Net4Energy und dann schauen wir mal, wie wir die Energiewende da fußfassend zusammenfassen.

  3. Semir Dazdarevic:

    Servus Sebastian, auch dir herzlichen Dank, dass ich hier sein darf und mich mit dir über dieses Thema unterhalten kann. Ich bin wie gesagt der Semian-Geschäftsführer der net4energy GmbH. Die net4energy GmbH betreibt die Seite net4energy.com und wir haben uns als Ziel gemacht einfach jedem zu zeigen, wie er bei sich zu Hause die persönliche Energiewende gestalten kann. Sei es als Eigenheimbesitzer oder als Wohnungsmieter, was auch immer. Wir wollen jedem zeigen, was kann ich vor Ort machen. Also kann ich eine PV-Anlage installieren oder nur eine Balkon-PV, um im Endeffekt dazu beizutragen, dass die Klimaziele erreicht werden. NetVenergy ist Teil eines größeren Konzerns, der hauptsächlich auf erneuerbare Energien setzt. Das heißt, das ist für uns Kern unserer Arbeit, auch als Konzern.

  4. Sebastian:

    Du hast mir im Vorgespräch gesagt, ihr versteht euch selbst sozusagen als Portal, als Webseite, die Groundwork, die Basisarbeit macht, die Aufklärung betreibt sozusagen in diesem Bereich der Energiewende. Vielleicht kannst du uns da mal ein wenig abholen, was uns erwartet für die Hörer, Hörerinnen, die uns jetzt eben zuhören, wenn man bei euch vorbeischaut. Was bietet ihr sozusagen Interessierten an der Energiewende an?

  5. Semir Dazdarevic:

    Also wir nennen uns selbst den Energiewende-Guide und ein Guide vermittelt ja vor allem Wissen über Orte, die man noch nicht betreten hat oder noch nicht so häufig gesehen hat. Und so sehen wir die Energiewende. Also wir sehen, dass ca. 90% aller Menschen in Deutschland oder in Dachregionen weltweit, wahrscheinlich noch mehr, so wirklich gar nichts mit den Technologien, anfangen können, die einem helfen können, Energiewendeziele erfolgreich zu gestalten. Und wir klären wirklich bis auf die unterste Basis auf. Das heißt zum Beispiel, was ist ein PV-Panel? Wir beantworten teilweise auch Fragen, die im ersten Punkt so ein bisschen nicht logisch erscheinen. Wie baue ich eine Wallbox selbst? Das sind alle Fragen, die sich die Menschen stellen online, beantworten wir, um dann jedem ein Stück weiter zu helfen, sich eine Wallbox zu installieren, eine PV-Anlage aufs Dach zu setzen oder auch eine Wärmepumpe einzubauen. Das heißt, wir informieren Menschen über alle Themen rund um die Energiewende, das ist Wärmewende, Mobilität und Energieerzeugung und Speicherung grob zusammengefasst.

  6. Sebastian:

    Vielen Dank für die Erläuterung. Das heißt eigentlich, das Zusammenspiel von den ganzen Themen, die du da jetzt eben aufgegriffen hast, kann ja nur funktionieren oder nur dann kann eine Energiewende funktionieren, wenn wir diese Punkte auch irgendwo zusammenbringen, miteinander verzahnen und dann so gut wie möglich gemeinsam umsetzen.

  7. Semir Dazdarevic:

    Genau, das ist halt wichtig, so ein klassisches Beispiel. Es ist super, wenn ich meinen Strom mit PV erzeuge, es wäre aber sehr schrecklich, wenn ich ein Kohlekraftwerk im Haus hätte und meine Wärme mit Kohle erzeuge. Also es muss quasi alles zusammenspielen und das Gute ist, all diese Möglichkeiten gibt es schon. Nicht vielen sind sie bekannt, vielleicht auch für einige noch nicht erschwinglich, aber wir wollen dafür sorgen, dass sie bekannt werden und dadurch halt die Nachfrage auch steigt und am Ende vielleicht auch die Unternehmen durch höhere Nachfrage auch günstigere Preise anbieten können.

  8. Sebastian:

    Jetzt seid ihr ja nicht nur aus, weil ihr dem Menschen was Gutes tun wollt sozusagen am Start, sondern ihr habt ja auch ein Geschäftsmodell dahinter. Kannst du das auch eben unseren Zuhörerinnen auch mal kurz erläutern, damit die einfach auch wissen, wie ihr euer Geld sozusagen verdient und damit man das Ganze auch ein wenig einordnen kann für euer Geschäftsmodell?

  9. Semir Dazdarevic:

    Also wir sind super glücklich erstmal, wenn alle Menschen fündig werden zu den Fragen, die sie haben mit Informationen und digitalen Beratungsprodukten. Was unser Geld angeht, das verdienen wir quasi, wenn du jetzt zum Beispiel Sebastian sagst, okay, super, der Artikel hat meine Frage beantwortet und ich fühle mich jetzt bereit, ein Angebot für PV zu fragen. Dann haben wir natürlich auch Partner, die dir dieses Angebot liefern können und wenn du dann dir eine PV quasi beauftragst, dann kriegen wir Provisionen. Das ist jetzt einer unserer Geschäftsmodelle oder eines unserer Geschäftsmodellteile. Wir verdienen auch klassisch über Werbung. Unser Geld ist ein klassisches Online-Modell, wenn du in der Internetseite betreibst, was wir machen.

  10. Sebastian:

    Okay, aber ist ja auch legitim, sage ich mal, ihr bietet eine Basis dafür, ihr macht Aufklärungsarbeit, ihr helft den Menschen, dass sie eine vernünftige Entscheidung treffen können, ihr stellt Verbindungen, wenn Interesse besteht, zu qualifizierten Partnern dar, also wo man auch weiß, okay, die bieten dann vernünftige Arbeit, die installieren eine ordentliche PV-Anlage und dann ist es ja nur in Ordnung, dass ihr daran partizipiert und das ist ja nicht so, das wird wie bei anderen Modellen, so wie man es auch bei uns von der Plattform kennt, zahlt ja nicht der Endnutzer mehr sozusagen, sondern das ist ja, Der Partnerbetrieb gibt euch dann quasi das Geld dafür, damit ihr da den neuen Kunden sozusagen vermittelt habt.

  11. Semir Dazdarevic:

    Genau, das ist unser Ziel und wir hoffen dadurch, dass wir unserer Meinung nach den Großteil aller Menschen ansprechen, dass wir langfristig damit auch dann erfolgreich sind.

  12. Sebastian:

    Ja, das glaube ich. Ich meine, ihr habt es ja jetzt schon bewiesen, du hattest vorhin im Vorgespräch gesagt, dass ihr jetzt auch schon Millionenreichweite habt, also vielleicht magst du das mal einordnen. Ihr seid also nicht nur so ein kleiner Laden ums Eck oder die kleine Webseite sozusagen, sondern schon eine feste Größe und erreicht auch tatsächlich relevantes Publikum.

  13. Semir Dazdarevic:

    Also wir erreichen im Schnitt über 300.000 Menschen pro Monat, also Richtung 4 Millionen unterwegs und das jetzt quasi Anfang des dritten Jahres nach der Gründung. Wir wurden im Februar 2020 offiziell gegründet und sind jetzt quasi auch schon Richtung 4 Millionen Nutzer unterwegs. Wir sind damit die größte Plattform deutschlandweit und ich glaube auch dachweit für das Thema Energiewende, persönliche Energiewende in diesem Bereich.

  14. Sebastian:

    Ja, ist doch eine Ansage, vor allem nach so einem kurzen Zeitraum. Ich meine, ich kenne es selbst von Elektro-Auto-News, wie schwierig das ist, dauerhaft auch guten Content zu liefern, aufzubauen und immer wieder abzuliefern. Und wenn man mal über eure Webseite querliest, merkt man ja doch, dass ihr da viel Mühe eben auch reinsteckt.

  15. Semir Dazdarevic:

    Also das ist wirklich so, wir stecken sehr, sehr viel Mühe dort rein. Es passieren auch zum Teil lustige Geschichten. Unser Product Owner, der wurde von einem seiner Nachbarn angesprochen, weil er einen Artikel gelesen hat zum Thema PV und da war das Gesicht abgebildet. Wir haben gewisse Autorenprofile zumindest mal für gewisse Bereiche und wurde halt gefragt, ob der sich mal heute Abend mit ihm über das Thema PV-Modul XY unterhalten kann. Das sind schon mal lustige Dinge, das zeigt uns aber auch, dass wir auf dem richtigen Weg sind, wenn die Leute uns irgendwie erkennen, teilweise mal, dann zeigt das, dass die Brand Awareness schon so ein bisschen langsam anfängt zu wirken.

  16. Sebastian:

    Auf jeden Fall, also auch gerade, dass ihr dann tatsächlich, wie sagt man, angesprochen werdet, das ist ja jetzt auch eher die Ausnahme, sage ich mal, im Netz, da ist man doch eher anonym unterwegs, trotz dessen, aber macht ja einen schönen Eindruck, wenn man dann auch vom eigenen Nachbarn mal darauf angesprochen wird.

  17. Semir Dazdarevic:

    Ja, also es ist auch mehr so der Tatsache geschuldet, dass wir sind sehr suchmaschinenoptimiert, muss man sagen, wirklich, also Suchmaschinengeeks würde ich schon fast behaupten und Und Google sieht das sehr gerne, wenn man Autorenprofile hat. Und wir gehen dann noch ein Stück weiter und haben halt wirklich auch mit Bild und allem drum und dran. Und deswegen kommt es manchmal zu so witzigen Situationen.

  18. Sebastian:

    Ja, ist doch aber auch schön. Ich meine, das ist ja nochmal eine andere Qualität von Austausch dann sozusagen. Jetzt versuchen wir mal, den Faden zu spannen oder einfach mal irgendwie da noch Struktur reinzubekommen. Wir haben ja gesagt... Mobilitätswende ist ja auch so ein Thema, was ihr begleitet, also auch E-Mobilität, das spielt ja auch für Energiewende ein Thema. Da hatten wir im Vorgespräch mal drüber diskutiert oder zumindest mal angerissen kurz, wie entscheidend ist denn E-Mobilität eigentlich auch für eine Mobilitätswende, für die Erreichung der Klimaziele, für die Energiewende dann sozusagen wieder? Ist es das Allheilmittel sozusagen oder gibt es da unterschiedliche Ansätze? Ich meine, das kriegt ihr ja wahrscheinlich auch gespiegelt von den Nutzern eurer Webseite, kriegt ihr Einflüsse genannt und mit auf dem Weg. Vielleicht kannst du das mal ein wenig einordnen, was ihr da für eine Meinung dazu habt.

  19. Semir Dazdarevic:

    Ja, wenn man sich mal Statistiken auch zu den CO2-Emissionen weltweit anschaut, dann ist ja 18% aller Emissionen etwa im Straßenverkehr zuzuordnen. Das heißt, man kann auf jeden Fall sagen, dass das ein großer Batzen ist, der schon Einfluss auf das Erreichen der Klimaziele hat. Also Mobilitätswende und auch Elektromobilität zum Beispiel. Das ist ein sehr, sehr wichtiger Faktor, wenn man sich das einfach allein betrachtet. Und auf der gleichen Seite sehen wir das auch auf unserer Homepage. 40% aller Downloads sind dem Bereich Elektromobilität zuzuordnen. Wenn man sich das einfach im Paket anschaut, 40% ist schon ein sehr, sehr großer Anteil. Also wir können das bestätigen, was ich jetzt auch versuche, quasi mit dieser Statistik von 18% aufzugreifen.

  20. Sebastian:

    Jetzt hast du eben gerade gesagt, 40% aller Downloads. Vielleicht magst du das gerade nur sagen. Bei euch kann man Guides runterladen. Darauf bezieht sich es wahrscheinlich, oder?

  21. Semir Dazdarevic:

    Genau, also wir haben so eine Art, nennen wir es mal Energiewende-Bibliothek. Wir haben 19 Themenbereiche, die wir aktuell auf der Seite spielen zu jedem Themenbereich. Zum Beispiel Elektroauto, gibt es einen Guide zum Elektroauto, haben wir E-Books, also Guides. Manche sind 80 Seiten lang, ich glaube der größte ist sogar 150 Seiten lang zum nachhaltigen Sanieren. Und von diesen Downloads sind 40% zuzurechnen im Bereich Elektromobilität.

  22. Sebastian:

    Sehr interessant. Also dann beherrscht das ja doch das Thema. Der Rest wird dann wahrscheinlich auf so Themen, wie du ja auch vorhin gesagt hattest, vielleicht dann Photovoltaik oder Wärmepumpe dann wahrscheinlich auch entfallen. Oder wie verteilt sich das? Kannst du das mal noch einordnen?

  23. Semir Dazdarevic:

    Genau, also wenn man noch ein bisschen spezifischer auf die User-Stories eingehen möchte, ist es so, dass die Menschen, die CO2-neutral fahren, als Ziel haben, das ist dann klassisch die Bereiche Photovoltaik, Stromspeicher und Wallbox, Elektromobilität, Das sind so die Themenbereiche, die wirklich das Große ausmachen und dann gibt es tatsächlich nochmal das Thema Wärmepumpe an sich und das Thema Wärmepumpe ist besonders im Frühling wichtig, wenn die ganzen Neubauten quasi anfangen und alle mit Wärmepumpen bestückt werden müssen. Das sind wirklich so die drei, vier Topfelder, also Elektroauto, Photovoltaik, Stromspeicher und Wärmepumpe.

  24. Sebastian:

    Und erfahrt ihr da auch eine gewisse Überschneidung, so wie du gesagt hast, man fängt vielleicht mit einem E-Auto an, macht sich Gedanken über die Wallbox, dann geht es noch ein Stück weiter, nicht mehr nur grünen Strom zu beziehen, sondern eine eigene Photovoltaikanlage vielleicht zu installieren im Zusammenspiel mit einem Batteriespeicher. Also ist das auch erkennbar, dass dann, ich sag mal, wenn man da ein bisschen Feuer gefangen hat sozusagen, das Ganze dann eben auch weiterdenkt dann?

  25. Semir Dazdarevic:

    Ja, auf jeden Fall. Wir haben mal einen witzigen Test gemacht. Wir bieten E-Books auch zum Kauf an und wir haben uns überlegt, okay, was könnte logischerweise den Verkauf fördern? Wir hatten die E-Books einzeln angeboten und dann sind wir zu Paketenübergang, zum Beispiel den Paket CO2-neutral fahren oder nachhaltig sanieren und als wir das Paket CO2-neutral fahren, angeboten haben, sind die Verkäufer schon in die Höhe gesprungen, weil die Leute gesehen haben, okay, ja, ich möchte CO2-neutral fahren, dafür brauche ich ein E-Auto, dafür brauche ich eine Wallbox, dafür brauche ich einen Speicher und dafür brauche ich eine Photovoltaikanlage. Die Überschneidung zwischen Leuten, die nachhaltig Energie produzieren wollen, also PV zum Beispiel, und nachhaltig fahren wollen, ist auf jeden Fall da. Ich glaube, das ist auch einer der Grundprämissen, die für mich persönlich auch das Erreichen der Ziele ausmachen. Also man muss auch schon grünen Strom laden und produzieren zu Hause. Ansonsten bringt ein E-Auto recht wenig, weil 80% der Ladevorgänge finden zu Hause statt.

  26. Sebastian:

    Ja, da hast du vollkommen recht. Also klar, dann wären wir wieder bei deinem Eingangsbeispiel auf einmal Kohlekraftwerk im eigenen Keller vielleicht sozusagen übertrieben gesagt. Also wenn, dann muss man es auf jeden Fall nachhaltig und durchgehend denken. Das ist auch unsere Meinung zu dem Thema. Und ist ja schön zu sehen, dass das auch eure User dann sozusagen widerspiegeln und dass das Interesse dann auch bekundet wird, indem da dann eben beispielsweise auch Bücher oder E-Books erworben werden in dem Sinne. Jetzt gibt es aber die schöne Thematik oder was heißt schön, E-Fuels, was ja auch diskutiert wird, womit man ja bestehende Verbrennerfahrzeuge nachhaltiger machen könnte. Kann man jetzt natürlich darüber diskutieren, ob man da aus Chile E-Fuels über den Ozean nach Deutschland einschiffen muss, um dann hier verbrennerfreundlicher unterwegs zu sein. Habt ihr da auch eine Meinung dazu? Wie seht ihr das in dem Gesamtkontext?

  27. Semir Dazdarevic:

    Ja, also das Thema E-Fuels ist halt für den Endverbraucher aktuell, glaube ich, für die Segmente, die den Endverbraucher betreffen, wie der Straßenverkehr, aus unserer Sicht aktuell kein Thema. Das hat ja auch das Verkehrsministerium recht aktiv geäußert, dass laut deren Einschätzung das Thema auch schon nicht um Elektromobilität geht. E-Fuels sind dann Thema, wenn genügend erneuerbare Energien vorhanden sind. Also wenn mehr als 90% unserer Stromerzeugung und Gewinnung aus Erneuerbaren bestehen. Weil nach aktuellem Strommix werden E-Fuels 3-4 mal so umweltschädlich wie Strom. Ja, die aktuellen Antriebsstoffe. Das ist halt wichtig zu wissen. Also das ist vielleicht ein Thema meiner Einschätzung nach oder unserer Einschätzung nach für Luftfahrt ab 2030, aber nicht für den Straßenverkehr. Aktuell zumindest. Und ich glaube, man sollte es auch nicht verschiffen, weil aktuelle Krisen zeigen uns ja, dass Unabhängigkeit in Energiegestehungsfragen schon ein wichtiges Gut sein kann und sein wird.

  28. Sebastian:

    Ja, definitiv. Ich denke, das wird auch ein Thema sein, wo euch jetzt wahrscheinlich nochmal einen gewissen Schub in den letzten Wochen verliehen hat in Bezug auf die Nachfrage nach dem ganzen Thema.

  29. Semir Dazdarevic:

    Extrem, also es war wirklich extrem, das hat man einfach gesehen. Wir hatten teilweise auch bei so Themen wie Wärmepumpe an einem Blockbeitrag wurde 16.000 Mal aufgerufen. Also es sind wirklich so Geschichten, wo man wirklich merkt, auf der einen Seite hast du die Endverbraucher, die Ängste, bei denen jetzt Ängste ausgelöst werden, was die eigene Energie betrifft. Gewinnungen, was Gas angeht, was Strom angeht, was die Bezahlbarkeit angeht und die informieren sich jetzt. Das war auf jeden Fall so.

  30. Sebastian:

    Ja, also ich glaube auch, dass das ein unheimlicher Treiber ist und das ganze Spiel dann nochmal, das ganze Rad dann nochmal schneller drehen lässt, wie wir es ja auch bei E-Mobilität gesehen haben. Da kommt jetzt auch entsprechend mehr Nachfrage rein. Ich sage mal, wenn der Liter Benzin dann 2,20 Euro mittlerweile kostet und du vergleichbar halt nur einen Bruchteil davon an Strom bezahlst sozusagen, regelt der Preis schon wieder den Markt. Also von daher, auch da merken wir echt eine extreme Nachfrage und das wird auch alles Hand in Hand gehen und ich glaube, das geht wesentlich schneller, als wir uns alle vielleicht noch vor einem Jahr gedacht haben.

  31. Semir Dazdarevic:

    Ja, auf jeden Fall. Ich meine, der Preis ist, wie immer, man kann sagen, was man will, aber am Ende ist immer das Geld das Entscheidende. Also wenn man jetzt auch über was, was hindert vielleicht uns an der Erreichung der Klimaziele, wenn man an E-Autos denkt, Das Auto sollte sich jeder leisten können. Wir leben ja auch in einem Land, wo es einen Volkswagen gibt, mit einem Golf quasi, das ist ja das Symbol. Jeder kann sich ein super Auto leisten, jeder kann sich einen Neuwagen quasi leisten, weil die meisten können sich den leisten. Und die Bezahlbarkeit von Mobilität ist halt ein wichtiger Faktor und das darf man nicht außer Acht lassen. Und vor allem, wenn man sagt, man sollte das in Kombination mit Photovoltaik sehen, Das ist schon eine sehr, nennen wir es mal, invest-intensive Geschichte, wenn man jeden Deutschen dazu überreden möchte, auf E-Autos oder E-Mobilität an sich umzusteigen.

  32. Sebastian:

    Ich denke, das ist eh, da brauchen wir nicht drüber diskutieren, das wird nicht sein, was von heute auf morgen stattfindet, aber ich glaube, grundsätzlich findet Wandel statt, der wird immer mehr Fahrt aufnehmen. Und man muss es einfach über einen großen Zeitraum sehen. Die Verbrenner sind ja auch nicht von heute auf morgen in die Masse reingekommen. Und der Wandel oder der Umstieg zur E-Mobilität, das ist ja wie die Energiewende, nicht nur diese eine Part. Wir brauchen jetzt E-Autos, sondern wir haben ja nahe der Infrastruktur, wir haben die Stromerzeugung nachhaltig. Das setzt sich ja auch aus einer Vielzahl von verschiedenen Punkten dann zusammen.

  33. Semir Dazdarevic:

    Was ich interessant finde und vielleicht darf ich dir auch eine Frage stellen, wenn das okay ist.

  34. Sebastian:

    Natürlich.

  35. Semir Dazdarevic:

    Das Thema Gebrauchtwagenmarkt, das ist ja so ein Thema, was auch sehr viel den Verbrennermarkt gepusht hat. Also wenn ich jetzt nicht genügend Geld habe, um mir ein neues Auto zu kaufen, habe ich den Gebrauchtwagenmarkt. Ich weiß nicht, wie interessant empfindet ihr das oder du persönlich jetzt? Okay, der Gebrauchtwagenmarkt für E-Mobile nenne ich es jetzt mal, der muss auch kommen, damit die Elektromobilität stark gepusht wird.

  36. Sebastian:

    Definitiv muss der kommen, das sehe ich auch. Der wird auch kommen, aber ich denke, da gibt es noch mehr Aufklärungsarbeit. Ich meine, bei einem Verbrenner gibt es genug, ja, ich sage mal, das würde ich mir auch zutrauen, dann gebrauchten Verbrenner zu kaufen. Das hat vielleicht jeder schon von uns mal irgendwie Berührung mitgehabt über die Familie oder so. Aber bei einem E-Auto, wo halt die Batterie das Herzstück ist, wo du von außen zwar sehen kannst, oh, schön, die ist noch verbaut und ist ganz rein von der verbauten Art, Dann ist es gut und schön, aber du musst ja in die Batterie auch reingucken können. Du weißt ja nicht, wie ist der Vorgänger mit dem Fahrzeug gefahren, wie hat er die gepflegt. Das sind so Themen, wo, glaube ich, echt noch viel Aufklärungsarbeit auch stattfinden muss und wo es dem Gebrauchtwagenkäufer auch dann einfach gemacht werden muss, damit er vielleicht mal kurz zu einer Werkstatt fahren kann, kann das ans... Gerät hängen sozusagen, kann da ausgelesen bekommen, okay, die Batterie hat noch eine Kapazität von 70 Prozent, von 80 Prozent, damit du da dementsprechend auch Rückschlüsse ziehen kannst. Also ich denke, da ist noch viel Aufklärungsarbeit notwendig, ist bestimmt auch ein interessanter Ansatz für eure Guides dann sozusagen, gebraucht war ein Guide E-Auto, wo kommt man da hin? Aber das Interesse ist definitiv da und wir haben auch da oder kriegen ja regelmäßig auch Marktdaten dann zumindest von einzelnen Plattformen rein, wo wir auch Jahr über Jahr sehen, das Interesse und der Absatz von Gebrauchtwagen steigt. Also auch in dem Bereich.

  37. Semir Dazdarevic:

    Ich finde das auch ein wichtiges Thema angesprochen. Es gibt auch sehr viele, ich nenne es mal Mythen. Man kann Vorurteile sagen, man kann aber auch Mythen dazu sagen, was Elektroautos angeht. Auch diese Geschichte mit Batterien, wie viel Ladekapazität haben, sind die nur noch Elektroschrott, wenn die quasi einen Lebenszyklus haben. Vorbei, oftmals hat sich gezeigt, dass eine Batteriekapazität von quasi noch 70% besteht, bei E-Autos, die schon 160.000 Kilometer hinter sich haben. Also sowas, was eigentlich wahrscheinlich über dem ist, was viele glauben würden. 70% würde man sagen, ist noch kein Schrott. Damit benutzt man zumindest mal sein iPhone oder was immer noch jahrelang, wenn es nur noch 70% hat. Und das ist so einer der Mythen, glaube ich, die auch viele Leute noch davon abhalten, tiefer sich in solche Themen reinzuarbeiten.

  38. Sebastian:

    Definitiv, also gerade diese gesamten Mythen oder diese, ja doch Mythen ist glaube ich der richtige Begriff, den du da getroffen hast, da ist schon viel Aufklärungsarbeit notwendig und das muss man auch einfach machen und man muss halt auch immer denken, brauche ich ein E-Auto, was jetzt 700 Kilometer am Stück fährt oder reicht für meinen Alltag eben auch doch mal das Fahrzeug mit 250 Kilometer Reichweite und wenn wir ganz ehrlich sind, du hast vorhin hatten wir es, glaube ich, drüber 80 Prozent daheimladen. Es gibt eine andere Statistik, die besagt, im Schnitt fährt jeder Deutsche 80 Kilometer maximal am Tag. Wenn ich das jetzt mal als Ausgangsbasis nehme, und das kann ich zumindest aus meinem e-Mobilitätsnahen Umfeld auch genauso unterschreiben, sind die meisten kleinen Wagen selbst heute schon vollkommen ausreichend dafür. Das ist, man... Ich denke zweimal, man braucht das. Ich denke eher, der Ansatzpunkt für die Zukunft wird sein, wir müssen vernünftige Ladeinfrastruktur daheim unterwegs haben mit einer gewissen Ladegeschwindigkeit, dass ich halt auch nicht stundenlang da stehen muss. Und dann wird die Reichweite eher, das wird eher nebensächlich dann.

  39. Semir Dazdarevic:

    Ja, ich glaube, das ist so einer der Punkte, wo man sagen muss, in der Transformation, dass ein gewisses Verständnis und ein gewisses Denken bei uns einfach passieren muss. In Deutschland ist halt, wie wird behaupten, der schwierigste Markt für sowas, weil für uns das Auto auch ein Statussymbol ist. Wenn ich jetzt sage, ich habe jetzt vielleicht ein Elektroauto, okay, das brummt jetzt nicht mehr, aber dafür fährt mein EQS 1.000 Kilometer. Das ist vielleicht so eine neue Art von Status, die die Menschen einfach weiter nutzen wollen, wenn du verstehst, was ich meine. Also jetzt sagst du nicht, meins brummt am lautesten, sondern meins fährt am weitesten, obwohl du hast halt recht, in der Realität an sich reichen die kleinen E-Autos, die man aktuell hat, für 99% der Menschen aus.

  40. Sebastian:

    Und da heißt es dann einfach einsteigen, losfahren und selbst erleben. Und da muss ich sagen, jeder, der irgendwie mal durch mich mit einem E-Auto in Verbindung gebracht wurde, hat die Vorteile erkannt. Und dann ist man da in Anführungsstrichen auch bereit, vielleicht mal einen Kompromiss einzugehen, sich mit dem Thema Laden dann auch auseinanderzusetzen. Vielleicht dann auch den nächsten Schritt in Richtung Photovoltaik, Energiespeicher und so weiter zu gehen und dann Stück für Stück sich da heranzutasten.

  41. Semir Dazdarevic:

    Ja, also wer einmal wirklich oder mehrmals in einem E-Auto gesessen hat, schätzt die Ruhe, die man während dem E-Auto fahren hat. Also wenn ich jetzt in einen Benziner oder Diesel steige, dann denke ich mir, ich sitze im Traktor oder sowas. Weil es wirklich verhältnismäßig laut ist, wenn man es vergleicht.

  42. Sebastian:

    Ja, auf jeden Fall. Und ich denke, das ist auch ein Punkt, den man immer wieder erwähnen muss. Es geht ja CO2 lokal oder emissionsfrei unterwegs. Das ist ein Riesenvorteil und das sollte auch das Ziel sein. Aber dieses... Und ja, störungsfreie Fahrt mit sehr geringen Geräuschen und das gerade in Großstädten dann drin, wenn du mal überlegst, dass da noch mehr E-Autos im Laufe der Zeit unterwegs sind, das bringt auch eine ganz andere Qualität in den Lebensalltag an sich mit rein.

  43. Semir Dazdarevic:

    Ja, das ermöglicht halt vielleicht auch in gewissen Orten mal Mobilität auch besser erreichbar zu machen, weil sich jetzt nicht jeder Einwohner über zu lauten Verkehr beschwert oder sonst was. Es gibt schon wirklich viele Potenziale, mal abgesehen jetzt von der reinen Energiewende.

  44. Sebastian:

    Also vielen Dank erstmal für den Austausch. Ich denke, da haben wir, glaube ich, einen ganz guten Bogen gespannt, haben da mal aufgeklärt, was Net4Energy macht, wo man euch findet und wie man sich da informieren kann. Und natürlich gibt es einen Link, wie gewohnt, in den Shownotes, dass man da auch mal direkt bei euch vorbeischaut und noch ein wenig mehr erfährt über die Energiewende, wie man vielleicht klein startet und dann Schritt für Schritt weiter voranschreiten kann mit euch gemeinsam.

  45. Semir Dazdarevic:

    Ja, genau. Also Wissen ist immer der Anfang und den Anfang kann jeder bei uns auf net4energy.com machen.

  46. Sebastian:

    Das hört sich gut an. Vielen Dank für deine Zeit.

  47. Semir Dazdarevic:

    Danke auch, dass ich da sein durfte.

  48. Sebastian:

    Das war sie also mal wieder, eine Folge des Elektro-News-Pro-Net-Podcasts. Dir vielen Dank fürs Zuhören und ich würde mich freuen, wenn du kommende Woche wieder einschaltest, wenn es weitere Neuigkeiten aus der Welt der E-Mobilität direkt auf die Lauscher gibt. Wenn du so freundlich sein magst, hinterlass uns doch eine positive Bewertung bei iTunes, damit wir noch ein paar mehr E-Mobilitätsinteressierte erreichen. Mach's gut, bis dahin. Ciao.