Emovy: Wie Firmen mit ihrer E-Auto-Flotte Geld verdienen können

Im Gespräch mit Matthias Kerner, CEO von Emovy

Matthias Kerner ist Geschäftsführer von Emovy und konzentriert sich mit seinem Team auf die Vermarktung der sogenannten Treibhausgas-Minderungsquoten. Unternehmen, welche ihren Fuhrpark bereits heute auf E-Autos umstellen tragen nicht nur dadurch einen wertvollen Beitrag dazu bei, um Emissionen zu senken und die Verkehrswende voranzutreiben, sondern können nun auch finanziell davon profitieren.

Möglich macht dies Emovy. Diese verstehen es, die durch die E-Autos eingesparten Treibhausgas-Emissionen für das eigene Unternehmen in bares Geld zu wandeln. Dafür muss man dieses „Guthaben“ nur als THG-Quoten verkaufen und kann sich so jedes Jahr zusätzliche Erlöse sichern.

Im Detail versteht es Matthias viel besser die gesamte Thematik zusammenzufassen und zu erläutern. Daher hör gerne rein in die aktuelle Folge des Elektroauto-News.net Podcast.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektronik-News-Bundet-Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. Heute mal in einer anderen Art und Weise sozusagen. Wir setzen uns in der aktuellen Folge mit Matthias Kerner auseinander und seinem Unternehmen Emovy, welches Anfang 2021 gegründet wurde und sich der Treibhausgas-Minderungsquoten-Vermarktung widmet. Was bedeutet das? Es gibt ja viele Unternehmen, die mittlerweile ihre eigenen Elektroflotten sozusagen aufbauen, um eben auch indirekt oder direkt einen wertvollen Beitrag dazu beitragen, um Emissionen zu senken. Die Fahrzeuge sind dort in Betrieb, werden dort gefahren von den Elektroflotten. Ja, Dienstwagenfahrern sozusagen und bringen damit natürlich ihre Vorteile auf die Straße, aber die Unternehmen können noch weiter davon profitieren sozusagen, denn die E-Fahrzeuge sind bares Geld, die dort auf dem Hof stehen und aufgrund eben dieser Treibhausgasminderungsquote, die von großen Unternehmen verlangt wird, vermarktet werden. Das heißt, für jedes E-Auto, was bei dir auf dem Hof steht, bei den Unternehmen, gibt es einen gewissen Geldbetrag oder kann man einen gewissen Geldbetrag einstreichen. Matthias erklärt uns, wie die ganze Geschichte funktioniert, warum es sinnvoll ist, dass sich Unternehmen... an ihn, an den Mobi wenden sozusagen, um deren Service zu nutzen. Ich sage nur analoger Bürokratiekrieg in den Behörden. Da hat er einiges zu erzählen und wie man nettes Taschengeld dann noch mit dazu verdienen kann, ohne dass man einen wesentlichen Mehraufwand im eigenen Unternehmen hat, wenn die Fahrzeuge eh schon dastehen. Von daher viel Spaß mit der aktuellen Folge. Zuvor geht es nochmal kurz in die Werbung. Elektroauto News meldet sich gleich wieder zurück nach einer kurzen Werbung. Genau deine Versicherung. Kennt ihr schon Verti? Deutschlands zweitgrößten Kfz-Direktversicherer? Die sind bei der Förderung von umweltfreundlichen Fahrern Vorreiter. Bereits seit 2007 bietet Verti nämlich eine Förderung für Autos mit geringem CO2-Ausstoß. Aktuell sind das 10% Rabatt auf die Autoversicherung. Wenn ihr also noch auf der Suche nach einer günstigen Versicherung für euer Elektroauto seid, werdet ihr bei Verti sicher fündig. Neben einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis wird euch dort auch ein ausgezeichneter Kundenservice geboten. Entweder ganz direkt von Mensch zu Mensch oder schnell und einfach digital. Überzeugt euch gleich auf www.verti.de. Servus Matthias, vielen Dank, dass du dir heute Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über Emovy unterhalten. Dein Unternehmen, was Anfang 2021 gegründet wurde. Bevor wir da einsteigen, was ihr denn mit Emovy am Markt macht sozusagen und was für Berührungspunkte es zur eMobilität gibt, kannst du dich vielleicht selbst kurz vorstellen und dann auch schon mal das Unternehmen so umreißen, was ihr denn anbietet.

  3. Matthias Kerner:

    Guten Morgen Sebastian, vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Matthias Kerner, bin 43 Jahre alt, verheiratet, ein Kind. Ich bewege mich seit mittlerweile gut zwölf Jahren in der Energiebranche, habe mich da schon mit vielen unterschiedlichen Themen beschäftigt, unter anderem die letzten Jahre auch intensiver mit dem Thema THG-Quotenvermarktung, also Vermarktung der Treibhausgasminderungsquote im Verkehrssektor. Da hatten wir vor einiger Zeit eine Geschäftsidee und haben noch lange hin und her prüfen, Business Cases rauf und runter rechnen, mit potenziellen Kunden sprechen, was man eben so macht als Startup. dann tatsächlich den Schritt gewagt und Anfang dieses Jahres die Emovy gegründet, die mittlerweile hier in Ettlingen bei Carrefour sitzt. Wir sind insgesamt sechs Menschen, die sich bei dem Thema engagieren. Was macht die Emovy? Die Emovy hat sich spezialisiert auf das Thema Vermarktung der Treibhausgasminderungsquote aus zugelassenen rein batterieelektrischen Fahrzeugen. Hört sich kompliziert an, in der Abwicklung für den Kunden ist es aber recht simpel. Der Gesetzgeber hat hier schon seit längerer Zeit einen Marktmechanismus etabliert, wo er auch im Verkehrssektor einen Emissionshandel, ähnlich wie in der Industrie, etabliert hat. Es gibt verpflichtete Unternehmen auf der einen Seite, das sind die großen bekannten Mineralölkonzerne und viele weitere Mineralölhändler in Deutschland, die fossile Kraftstoffe in den Verkehr bringen. Und diesen Unternehmen wird eine Quote auferlegt, wie viel erneuerbare Kraftstoffe die daraus in ihrem Portfolio haben müssen und dann auch in Verkehr bringen müssen. Diese Quote liegt aktuell bei 6% und steigt jetzt die nächsten Jahre auf bis zu 25%. Das heißt, da haben diese Unternehmen die nächsten Jahre eine ganz große Hausaufgabe zu erfüllen. Prominentes Beispiel zur Erfüllung dieser Quote ist Biodiesel und E10 an den bekannten Tankstellen. Aber eine wesentliche Stellschraube ist jetzt eben auch die Elektromobilität. wo der Gesetzgeber auch den Fahrstrom, der an öffentlichen Ladesäulen oder auch nicht öffentlichen Ladepunkten in Verkehr gebracht wird, eben auch hier zulässt. Und jetzt gibt es eben viele Unternehmen in Deutschland, die auf der einen Seite öffentliche Ladesäulen betreiben und damit Strom in Verkehr bringen, der anteilig als erneuerbar angerechnet wird. Oder eben auch Unternehmen, die Elektrofahrzeuge auf sich zulassen und hier auch über eine gesetzlich definierte Pauschale die Möglichkeit haben, ab nächstem Jahr dann direkt an diesem Quotenhandel teilzunehmen. Und wir als Emovy sitzen als Händler und Vermittler sozusagen dazwischen und sagen, wir haben auf der einen Seite Kunden, die haben Elektrofahrzeuge auf sich zugelassen. Das ist unsere Kerngruppe. Öffentliche Ladesäulen gehören jetzt bei uns nicht zum direkten Geschäftsmodell, sondern wir fokussieren uns ganz auf das Thema zugelassene Elektrofahrzeuge und versuchen hier eben über ein Pooling möglichst viele Fahrzeuge einzusammeln bei unseren Kunden, das zu bündeln und dann eben in großen Mengen am Markt zu platzieren und dadurch auch einen bestmöglichen Preis zu erzielen, weil diese verpflichteten Unternehmen auf der anderen Seite eben einen großen Bedarf haben, diese Quoten einzukaufen, weil sie es eben aus eigener Kraft noch nicht schaffen. Und aus dieser Angebot- und Nachfragesituation entsteht dann eben auch ein Marktpreis, der sich aktuell auf einem sehr hohen Niveau bewegt für das laufende Jahr, aber auch schon für das nächste Jahr und in Teilen auch für das übernächste Jahr. Und da sind wir jetzt gerade sehr intensiv daran, mit vielen Kunden zu sprechen, ob wir nicht ihnen was Gutes tun können. Für den Kunden ist es relativ simpel. Alles, was wir im Prinzip brauchen, ist eine Kopie der Zulassungsbescheinigung Teil 1, also dem bekannten Fahrzeugschein. weil da ein paar Informationen enthalten sind, die von den zuständigen Behörden eben eingefordert werden als Nachweis, dass dort ein Elektrofahrzeug tatsächlich zugelassen worden ist. Bei größeren Stückzahlen brauchen wir dann auch Stammdaten, die bei den meisten Unternehmen in den Fuhrparksystemen vorliegen. Also auch da kein großer Aufwand entsteht. Andernfalls haben wir auch die Möglichkeit, aus dem Fahrzeugschein diese Informationen auszulesen. Wir bündeln das und übernehmen den kompletten Prozess. Abwicklung mit den Behörden, mit den quotenverpflichteten Unternehmen und der Kunde bekommt dann eben für jedes zugelassene Fahrzeug für jedes Jahr eine pauschale Vergütung. Wir bieten dann Festpreismodellen aktuell für 2022 und 2023, was sowohl für den Kunden als für uns auch eine gewisse Planbarkeit dann bringt in dem Thema. Das heißt, jedes Fahrzeug, was zugelassen wird, birgt eben ein Erlöspotenzial für den jeweiligen Fahrzeughalter.

  4. Sebastian:

    Ja, hast du gut umrissen, glaube ich. Kann man, glaube ich, ganz gut verstehen. Das heißt... Zwei Fragen da von meiner Seite aus schon mal. Ist es für kleine Unternehmen, also die profitieren ja natürlich davon, wenn sie sagen, okay, wir haben E-Autos bei uns im Fahrzeugpool, wir wollen die über euch vermarkten lassen, weil ihr kümmert euch auch um diese ganzen, ja ich sag mal, gesetzlichen Regularien, die da erfüllt werden müssen. Da gibt es ja bestimmt wieder zig Anträge und so weiter, die ja dann auch von beiden Seiten sozusagen ausgefüllt werden müssen. Ist es aber für ein Unternehmen nicht sinnvoll zu sagen, okay, wir behalten die E-Autos bei uns im Pool im eigenen Unternehmen? Oder birgt das gar keinen Vorteil sozusagen für diese Unternehmen, weil diese eben nicht diese Anrechnung auf die Treibhausgasminderungsquote haben?

  5. Matthias Kerner:

    Wenn die Unternehmen selbst keine Verpflichtung haben, weil sie eben keine fossilen Kraftstoffe als Mineralölhändler installiert bringen, dann haben sie selbst keine gesetzliche Verpflichtung. Das heißt, wir haben da ein ungenutztes Potenzial liegen durch die zugelassenen Elektrofahrzeuge. Sie könnten auch theoretisch selber direkt am Markt teilnehmen. Das Marktvolumen oder das Marktinteresse, die Chargen an CO2-Ersparnis, die da gehandelt werden, bewegt sich aber umgerechnet eher im Bereich von 1.000 Fahrzeugen aufwärts. Das heißt, für kleinere Unternehmen ist eine Marktteilnahme in der Regel gar nicht direkt möglich. Und auch diese CO2-Ersparnis, die man ja dadurch bewirkt, dass man Elektrofahrzeuge auf sich zulässt, kann ein Unternehmen jetzt in der Regel nicht anderweitig sich irgendwo anrechnen lassen. Und man kann sich natürlich vom TÜV beispielsweise ratifizieren lassen oder der prüft es auch, der rechnet dann tatsächlich auf den aktuellen Fahrzeugpool, den man hat, die Laufleistung und die Modelle und die Ladevorgänge dann aus, wie viel CO2 wurde eingespart dadurch. Aber das ist dann ein rein kommunikations-marketing-technischer Gegenwert und kein monetärer Gegenwert, der da entsteht. Also ich kann es dann nutzen in meiner Kommunikation nach außen oder auch nach innen. Ich kann es aber dann jetzt nicht direkt noch weiter monetarisieren. Und das ist unser Ansatz zu sagen, du hast dir Fahrzeuge zugelassen, investierst möglicherweise auch in Ladeinfrastruktur als Investition und dann auch jährlich wiederkehrende Betriebs- und Wartungskosten. Über das Thema Quotenhandel hast du hier die Möglichkeit, eine Quasi-Pensionierung vorzunehmen oder beispielsweise auch die Umstellung auf weitere Elektrofahrzeuge dann ein Stück weit mitzufinanzieren.

  6. Sebastian:

    Okay, das leuchtet ein. Das heißt aber, als Unternehmen hätte ich ja dann trotzdem zwei Vorteile. Eigentlich, ich kann ja zum einen sagen, okay, ich nutze meine Fahrzeuge, CO2-Einsparung in der Kommunikation und lasse mir auf der anderen Seite über euch dann das Ganze auch noch vergüten sozusagen und profitiere dann eben auch davon, die ungenutzten Treibhausgasminderungsquoten dann eben sozusagen weiterzugeben. Also diese mögliche Ersparnis für die größeren Unternehmen, die dann davon eben betroffen sind.

  7. Matthias Kerner:

    Genau. Und was wir auch oder was Kunden jetzt überlegen, die meisten Kunden stellen ja nicht von heute auf morgen ihre komplette Flotte auf Elektro um, sondern das erfolgt dann Schritt für Schritt. Was jetzt Unternehmen sich überlegen, ich habe meinetwegen 20 Elektrofahrzeuge jetzt zugelassen und ich habe nur 50 Verbrenner bei mir in der Flotte. Ich nutze die Erlöse aus der Quotenvermarktung der Elektrofahrzeuge, um mit diesem Erlös wiederum dann ganz normal CO2-Kompensation zu betreiben für meine restliche Flotte und dadurch schon mal quasi die Verbrenner in meiner Flotte auch nochmal ein Stück weit zu kompensieren. Was sich auch wieder kommunikationstechnisch natürlich dann nutzen lässt, zu sagen, hier, unsere Gesamtflotte ist schon CO2-neutral, zumindest auf der Kompensationsbasis.

  8. Sebastian:

    Ja, das ist auch ein guter Ansatz, klar. Und generell, dass man diese Querfinanzierung, wie du jetzt angesprochen hast, schon nutzt. Und wenn es dann in Anführungsstrichen nur ist, um noch eine weitere Ladestation oder so im Betrieb dann zu unterhalten, sozusagen für die Mitarbeiter. Aber du hast jetzt auch schon erwähnt, also euer Geschäftsmodell rechnet sich auch nur dadurch, dass ihr sagt, ihr betreibt aktiv dieses Pooling, ihr zieht euch aus kleineren Firmenflotten sozusagen die E-Autos raus. sammelt die, bündelt die von vier, fünf Firmen, um dann eben auf eine gewisse Menge an Fahrzeugen zu kommen, damit ihr dann zu einem interessierten Kunden sozusagen antreten könnt und sagen könnt, hier haben wir 1000, 1500 Fahrzeuge, die dann eben auch eine Auswirkung auf deren Anforderungen haben sozusagen, die an die gestellt werden.

  9. Matthias Kerner:

    Genau, der hat es ja eingangs auch angedeutet, der Prozess im Hintergrund mit den Behörden ist immer noch sehr analog und sehr komplex, also recht bürokratisch mit Papierformularen etc. pp. Das heißt, auf der Gegenseite, die verpflichteten Unternehmen haben jetzt auch kein Interesse daran, wegen kleineren Mengen CO2-Ersparnis diesen ganzen Aufwand zu betreiben. Das Formular muss sich für ein Fahrzeug oder für tausend Fahrzeuge ausfüllen. Deswegen ist es natürlich für die dann umso interessanter, je größer die Mengen sind, weil dadurch natürlich wieder der Aufwand an sich deutlich geringer ist. Das heißt, je mehr Fahrzeuge wir jetzt einsammeln, bündeln können, desto höher ist das Interesse an sich, aber auch Zahlungsbereitschaft auf der verpflichteten Seite, dann da einen entsprechenden Gegenwert zu bieten. Andernfalls droht diesem Unternehmen eine Strafzahlung. Die bildet so quasi den Grenzpreis nach oben hin, was die Unternehmen bereit sind zu zahlen. Und dazwischen bewegt sich dann eben die aktuelle Angebot- und Nachfragesituation. Und was gerade auch an anderen Erfüllungsoptionen zur Verfügung steht, aber die werden auch jetzt die nächsten Jahre deutlich beschränkt durch den Gesetzgeber, weil er sagt, ich möchte eigentlich gerade die Elektromobilität auch in dem Bereich ohne Obergrenzen fördern. Also ein weiterer Marktmechanismus, den die Bundesregierung etabliert hat, um die Klimaschutzziele vor allem im Verkehrssektor noch irgendwie bis 2030 oder fortfolgende dann auch noch erreichen zu können.

  10. Sebastian:

    Okay, das leuchtet ein und du hast es ja auch schon erläutert, also das zieht man ja auch deutlich daran, aktuell 6% dieser Quote, die die Unternehmer bringen müssen, bis 2030 sind wir bei 25%, also jedes vierte Auto eigentlich, also, nee, viertes Auto ist jetzt nicht der passende Vergleich, aber ein Viertel davon muss eben erbracht werden oder eingespart werden, also da wird schon auch Druck ausgeübt von Seiten der Regierung auf die Unternehmen.

  11. Matthias Kerner:

    Da wurden jetzt die Daumenschrauben deutlich nochmal angezogen. Das Ganze beruht ja auch auf EU-Vorgaben und EU-Gesetzgebung. Die waren jetzt nicht ganz so streng. Ich glaube, da war die Zielgröße 22 Prozent, die in allen europäischen Ländern jetzt umzusetzen ist. In Deutschland hat man eben nochmal eine kleine Schippe obendrauf gelegt und gesagt, wir gehen auf 25 Prozent. vielleicht auch daraus resultieren, dass eben das Thema erneuerbare Kraftstoffe jetzt in Deutschland noch nicht so prominent ist, wie es in anderen europäischen Ländern teilweise schon der Fall ist.

  12. Sebastian:

    Das heißt ja aber auch für euer Geschäftsmodell eigentlich eher positiv, diese Daumenschraube, die da angezogen wird, weil ihr wisst, der Bedarf ist jetzt auch in den kommenden Jahren noch da, der steigt dann eher noch. Und man kann ja eher nicht davon ausgehen, dass, ich sage mal, die eigenen Firmenflotten dieser Unternehmen dieser, ja, Betreiber, sage ich mal, die darauf angewiesen sind, so schnell auf E-Mobilität umgestellt werden, damit sie bei euch keinen oder bei euch nicht mehr einkaufen müssen sozusagen.

  13. Matthias Kerner:

    Genau, also wir sind davon, ja, unterblicken das sehr positiv in die Zukunft. Wir merken ja auch jetzt am Markt, es gibt jetzt, glaube ich, kein größeres Unternehmen, was sich nicht schon zumindest mit dem Thema irgendwie beschäftigt. Die ganzen Infrastrukturanbieter, also Ladesäulen im nichtöffentlichen Bereich oder halböffentlichen Bereich werden ja gerade auch, äh, überflutet mit Anfragen aus allen Branchen, allen Unternehmensgrößen, dass man doch jetzt bitte die Parkplätze für Mitarbeiter, für Kunden bitte mit Infrastruktur ausstattet, damit eben sowohl die eigenen Mitarbeiter, Dienstwägen, aber auch Kundenfahrzeuge natürlich dann geladen werden können, wenn sie dann mal wieder am Standort zu Besuch sind. Die Pressemeldungen auch von größeren Unternehmen, die da jetzt schon aktiv dran sind, auch ein Commitment abgegeben haben, teilweise bis 2025, Ihre komplette Flotte zu elektrifizieren und dann teilweise auch mit mehreren tausend Fahrzeugen, ist dann schon sehr beachtlich und bietet natürlich ein großes Marktpotenzial für uns dann wiederum.

  14. Sebastian:

    Ja, definitiv, weil ihr habt ja dann potenziell wieder Unternehmen, wo ihr dann wieder mehr Fahrzeuge in euren Pool mit aufnehmen könnt, die dann ja dementsprechend auch wieder vermarktet werden können am Markt.

  15. Matthias Kerner:

    Genau, und es gibt ja auch gewisse Flexibilitäten im Markt. Das heißt, wir haben jetzt mit unserem Kunden auch in der Regel keine Mindestmengen, wie viele Fahrzeuge jetzt da sein müssen oder die nächsten Jahre verbindlich zugelassen werden müssen, sondern da gibt es eben auch den Marktmechanismus, dass man sich da gewisse flexible Mengen sichern kann. Das bietet dann natürlich unseren Kunden wieder die Möglichkeit zu sagen, ich muss jetzt nicht zwingend dieses Jahr noch zehn Fahrzeuge zulassen, weil ich eine vertragliche Verpflichtung habe. sondern wir sagen eher, lasst so viele Fahrzeuge zu wie möglich. Jedes Fahrzeug kann in Zukunft jedes Jahr, in dem es zugelassen ist, angerechnet werden. Wenn es weniger sind, in der Regel kein Problem. Natürlich gibt es eine gewisse Bandbreite, wo das Ganze sich bewegen sollte, damit wir auch eine Planungssicherheit haben. Aber da reden wir halt jetzt nicht über plus minus zehn Fahrzeuge, sondern bei größeren Kunden, wo es um mehrere hundert Fahrzeuge dann geht, Ob es dann am Ende 50 Neuzulassungen oder 40 oder 70 in einem Jahr sind, das spielt dann keine maßgebliche Rolle. Da können wir die volle Flexibilität bieten.

  16. Sebastian:

    Okay. Und gibt es da, ich sage mal, jetzt auch Marktbegleiter von euch, die dann eben schon so ein ähnliches Angebot haben? Oder seid ihr da jetzt auch Vorreiter sozusagen? Weil ich höre jetzt von dem Thema auch so zum ersten Mal zumindest, dass da jetzt noch so ein Hintler zwischengeschaltet ist sozusagen. Ja. Also ich habe da gar keinen Überblick drüber. Also gibt es da dann auch noch andere Unternehmen, die sich in diesem Bereich bewegen oder etablieren wollen?

  17. Matthias Kerner:

    Genau, also der Markt ist jetzt gerade sich stark im Entwickeln. Wir sind auch nicht mehr alleine. Also es gibt mittlerweile schon zwei, drei Marktbegleiter, die mit ähnlichen Konzepten am Markt unterwegs sind. Es gibt ja im ganzen Thema Energiehandel ja auch sehr viele große Unternehmen, klassische Broker, die Stromzertifikate, CO2-Zertifikate und andere Themen vermitteln. Die sind natürlich auch in dem Sektor unterwegs, weil das ganze Thema THG-Quote eben nicht nur aus Strom möglich ist, sondern eben auch dann durch erneuerbare Kraftstoffe wie CNG oder jetzt zunehmend dann auch LNG im Schwerlastverkehr. Da gibt es ja auch große Aktivitäten und mit großen Mengen, die da entstehen und dann eben vermarktet werden können. Also sind wir da nicht mehr allein unterwegs. Wir haben halt das Alleinstellungsmerkmal, wo wir sagen, wir fokussieren uns ganz auf Flotten. und bieten da auch ein Festpreismodell. Es gibt auch andere Modelle, die man da bieten kann über Provisionsbasis in Abhängigkeit der Marktpreise. Wir wollen unseren Kunden aber eben dann ein Festpreismodell bieten, was in der Regel sehr gut ankommt, weil es dann eben jetzt beispielsweise für die nächsten beiden Jahre dann eine hohe Planbarkeit bringt. Für jedes Elektrofahrzeug, was zugelassen wird, bekomme ich Summe X und kann diesen Erlös dann eben nutzen oder man kann es für und direkt berücksichtigen, wenn ich beispielsweise noch weitere Ladesäulen oder ähnliches mir hinstellen möchte. Und der Kunde hat dadurch auch kein Risiko von irgendwelchen Marktpreisschwankungen oder ähnliches, sondern uffern wir sozusagen über unser Pooling dann mit ab.

  18. Sebastian:

    Okay, leuchtet ein, also auch diese, ich sag mal, Ausrichtung dann auf einen Schwerpunkt bei der ganzen Geschichte macht es zum einen für euch natürlich leichter, weil ihr dann auch nur gewisse Prozesse in diesem Bereich erfüllen müsst, aber gibt dann eben auch die Planungssicherheit sowohl für eure Kunden als auch für euch dann selbst auch wieder, weil ihr auch mit festen Größen dann sozusagen planen könnt für die Zukunft.

  19. Matthias Kerner:

    Genau, und der Bereich öffentliche Ladesäulen, der ist schon seit mehreren Jahren jetzt aktiv, der Quotenhandel in dem Segment und da gibt es schon eine sehr viele Marktteilnehmer und auch einen harten Wettbewerb. Deswegen haben wir uns jetzt diese Nische ausgesucht, wo wir gesagt haben, da können wir jetzt im Markthochlauf auch noch einiges bewirken und natürlich Unternehmen mitwachsen lassen.

  20. Sebastian:

    Das heißt aber auch, also jetzt sagst du bewirken, mitwachsen lassen. Da würde ich gerne nochmal... verweist er, du hattest auf diesen ganzen Prozess da auch mit den Behörden vorhin schon so kurz erwähnt, der ist noch ziemlich analog gehalten sozusagen. Das heißt, wenn ihr da jetzt tausend Fahrzeuge sozusagen vermarktet, müsst ihr dann auch tatsächlich tausendmal dieses Formular ausfüllen oder gibt es da Erleichterungen? Seid ihr da vielleicht auch im Austausch schon mit den Gesetzgebern, mit der Regierung, um da auch Erleichterungen sozusagen voranzutreiben? Weil ich denke, das ist ja auch ein großer Zeit- und Kostenfaktor dann für euch im Unternehmen, wenn ihr da immer wieder stupide irgendwelche analogen Formulare ausfüllen müsst.

  21. Matthias Kerner:

    Genau, also wir müssen nicht pro Fahrzeug dieses Formular ausfüllen, aber dann eben pro Menge oder für eine gesammelte Anzahl an Fahrzeugen. Dieses Formular muss aber tatsächlich noch analog mit Originalunterschrift bei der zuständigen Behörde aktuell eingereicht werden. Die Behörden sind auch noch relativ schwach besetzt. Es gibt aber Überlegungen und Bestrebungen, hier zumindest dann auch eine Datenbank aufzubauen, ein paar Schnittstellen anzubieten. dass es dann künftig zumindest auch für uns oder auch andere Marktteilnehmer natürlich dann einfacher ist, die Formulare online einzureichen oder auch dann die ganzen erforderlichen Nachweise, also die Fahrzeugscheine in unserem konkreten Fall. Das ist eben das Nachweisdokument, was gefordert wird, dass eben da ein Fahrzeug existiert und dann wird die entsprechende Pauschale hierfür dann anerkannt. Wir bekommen dann einen analogen Bescheid, ganz normal einen Behördenbescheid, wo diese Menge bestätigt wird und Dieser Bescheid wiederum ist dann quasi das Handelsgut, mit dem wir am Markt agieren können als Nachweis. Es gibt ja eine von der zuständigen Behörde testierte CO2-Einsparung. Und da sind wir natürlich auch mit unseren Wettbewerbern im Gespräch, versuchen gemeinsam da mit den Behörden in Kontakt zu sein, um das ganze Thema natürlich weiter zu optimieren, weil analoge, papierintensive Bearbeitung ist nicht mehr ganz zeitgemäß.

  22. Sebastian:

    Ja, das kann man definitiv festhalten. Das heißt aber für euch, wie ich es jetzt verstanden habe, ihr müsst erstmal diese Bescheide einreichen, müsst es euch dann testieren lassen, dass ihr da eben, dass dieses Fahrzeug die Einsparungen bringt und erst dann könnt ihr eigentlich an den Markt gehen und auch das aktiv vermarkten sozusagen, weil erst dann, so wie du gesagt hast, habt ihr dieses Handelsgut für den Markt in der Hand.

  23. Matthias Kerner:

    Genau, und wenn wir uns dann mit diesem Dokument einen anderen Marktteilnehmer gefunden haben, der ein Interesse bekundet hat, dann geht es eben natürlich am Ende um den Preis und die Abwicklung. Und auch da ist wieder noch eine andere Behörde mit im Spiel, wo man gemeinsam dann mit dem verpflichteten Unternehmen auch nochmal Formulare einreichen muss, wo das Ganze nochmal verifiziert wird, wo eben dann auch geprüft wird, hat das Unternehmen, das diese Quotenverpflichtung hat, eben tatsächlich in diesem Jahr 6% dann am Ende geschafft oder fehlt noch was und dann droht eben eine Strafzahlung seitens der Behörden. Deswegen ist es natürlich für diese Unternehmen von Interesse wichtig, das Bestmögliche überzuerfüllen auch. Und da ist eben immer sehr viel Formularkram zu erledigen leider. Aber so ist es nun mal. Und das ist eben dann auch den Service, den wir anbieten. Unseren Kunden sagen, du musst dich um nichts kümmern. Wir brauchen nur eine Kopie vom Fahrzeugschein am Ende.

  24. Sebastian:

    Okay, also ihr macht da quasi rundum ein Sorglos-Paket, ihr bringt diesen Mehrwert mit ein, dass ihr sagt, okay, diesen Formularkrieg sozusagen mit den Behörden nehmt ihr euch an und macht es dem Endkunden einfach, ich sag mal, mit einem guten Ergebnis dann zu überzeugen, wenn er dann seine Quoten erreicht.

  25. Matthias Kerner:

    Aber wir sagen halt auch, das ist halt auch eine Spezialmaterie und die Kunden wollen sich ja eigentlich um ihr Kerngeschäft kümmern. Bei vielen Kunden ist das Flotten... Die Flotte an sich ja auch schon nicht Teil des Kerngeschäfts und dann jetzt mal mit einer komplexen energiewirtschaftlichen Materie sich dazu beschäftigen, ist für die meisten Flottenmanager jetzt nicht gerade erstrebenswert.

  26. Sebastian:

    Nee, frisst ja auch wieder Ressourcen dann im Unternehmen, so wie du sagst, abseits der Kernkompetenzen. Von daher ist es ja durchaus sinnvoll, wenn man da einen erfahrenen Partner an der Seite hat, der sich darum kümmern kann sozusagen.

  27. Matthias Kerner:

    Wenn die auf Knopfdruck die nötigen Informationen zur Verfügung stellen können, dann ist es, wie gesagt, eben ein sehr überschaubarer Aufwand. Und das Erlöspotenzial auf der anderen Seite bewegt sich dann im niedrigen dreistelligen Euro-Bereich pro Fahrzeug pro Jahr, abhängig von der Marktsituation. Und bei größeren Stückzahlen kommt dann natürlich schon ein netter Zusatzerlös zustande für die Flottenbetreiber.

  28. Sebastian:

    Ja, vor allem ein Zusatzerlös, der... ja vorher gar nicht realisiert wurde sozusagen, wo ja eigentlich dem Unternehmen an sich gar kein Nachteil entsteht, wenn er das dann eben so vermarktet, wenn ich das richtig verstanden habe.

  29. Matthias Kerner:

    Genau, das ist dann immer ein netter Mitnahmeeffekt oder Windfall Profits, wie es gerade ein Kunde wieder genannt hat. Ich habe die Scheine da in digitaler Form, jetzt kriege ich die ihnen rüber über einen sicheren Weg, dafür kriege ich eine Gutschrift, ist doch super und wir kümmern uns um den Rest.

  30. Sebastian:

    Aber der Kunde ist dann auch, ich sage mal, dort, wo er die E-Fahrzeuge einkauft sozusagen, ist dann aber natürlich auch verpflichtet, euch auf dem Laufenden zu halten und zu sagen, wenn das Ding jetzt nach drei Jahren dann doch wieder zurückgeht, dass er dementsprechend auch sagt, okay, das Fahrzeug haben wir von der Straße genommen. Genauso wie er euch natürlich dann sagt, wir haben fünf neue eingeflottet, die du auch wieder vermarkten kannst.

  31. Matthias Kerner:

    Genau, da haben wir dann mit dem Kunden einen Zyklus definiert. Das kann quartalsweise erfolgen, monatlich oder bei kleineren Flotten dann auch halbjährlich oder jährlich, wo wir dann einfach sagen, wie viele Fahrzeuge sind jetzt neu hinzugekommen, wie viele wurden abgemeldet. Bei größeren Flotten ist es dann eher ein quartalsweises Thema, wo wir dann einfach für uns die Datenbank bei uns pflegen mit allen Neuzulassungen und allen abgemeldeten Fahrzeugen, die natürlich im nächsten Jahr dann nicht mehr in die Vermarktung gebracht werden können. Die dann aber möglicherweise als Gebrauchswagen von jemand anders wieder angemeldet werden können.

  32. Sebastian:

    Okay. Nee, hört sich sehr interessant an. Dann sage ich mal vielen Dank, Matthias, für die Einblicke bei Immobi, was ihr da macht, wie ihr dann ja auch doch euren Teil dazu beitragt, dass die Welt ein bisschen grüner wird sozusagen durch die Anreize, die da geschaffen werden. Und ja, danke für die Einblicke.

  33. Matthias Kerner:

    Danke dir für die Möglichkeit, hier so Immobi was sagen zu dürfen.

  34. Sebastian:

    Ja, danke dir. Mach's gut. Bis dahin.

  35. Matthias Kerner:

    Bis dahin. Tschüss.

  36. Sebastian:

    Das war sie also auch schon wieder, die aktuelle Folge des elektrotenews.net Podcast. Ich freue mich, dass du zugehört hast, dass du wieder hoffentlich was gelernt und mitgenommen hast aus der Welt der E-Mobilität. Und ja, sage einfach bis zur nächsten Woche, wenn die nächste Folge unseres Podcasts online geht. Mach's gut, bis dahin, ciao.