Electric Brands denkt mit XBUS E-Mobilität anders: "Weniger ist mehr" in allen Belangen

Im Gespräch mit Martin Henne, CEO von Electric Brands

"E-Mobilität anders fassen, anders denken", danach strebt Electric Brands, das Unternehmen hinter dem modularen Elektro-Leichtfahrzeug XBUS aus Deutschland. Im gemeinsamen Gespräch lässt deren CEO Martin Henne hinter die Kulissen blicken und zeigt auf warum es wichtig ist in einem ganzheitlichen Ansatz zu denken. Einem Ansatz der sich in einem CO2-Rucksack von unter 10.000 km niederschlägt und einem E-Fahrzeug, welches nicht nur modular sondern mit Wechselakku daherkommt und "mit Liebe" in Deutschland hergestellt wird.

Bei der Schaffung des ersten Fahrzeugs hat man sich stark an den Bedürfnissen am Markt ausgerichtet und Rückmeldung aus der Erfahrung von mittlerweile 700 Händlern in ganz Europa einfließen lassen.

Die modulare Bauweise und die Flexibilität durch den Akku-Tausch stellen den XBUS als E-Fahrzeug für Jahre auf. Denn mit sich verändernder Akku-Technik kann auch der XBUS sich verbessern und davon profitieren. Das man lange Freude am XBUS hat kann man Henne durchaus glauben. Aber hör doch am besten selbst rein…

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität in wenig Nähe auseinandersetzen. In der aktuellen Folge habe ich mir den Geschäftsführer von Electric Brands, Martin Henne, geschnappt und mich ein wenig mit ihm über das modulare Elektro-Leichtfahrzeug X-Bus unterhalten. Der X-Bus kommt mit austauschbaren Batterien daher und vor allem mit austauschbaren Modulen. Das heißt, aus einem einfachen Elektro-Leichtfahrzeug kann man einen E-Camper machen, ein E-Britchenfahrzeug und noch verschiedenste andere Aufbauten, die da angeboten werden oder künftig angeboten werden sollen. Das Ganze mit Liebe in Deutschland entwickelt und aufgebaut, um einen möglichst geringen CO2-Emissionsrucksack mit sich zu bringen. Martin setzt das Ganze auch in Relation und gibt zu verstehen, dass schon ab 10 oder unter 10.000 Kilometer das Fahrzeug CO2-neutral unterwegs ist. Das ist definitiv eine Ansage. Dafür gibt es aber auch ganz viel E-Fahrzeug sozusagen. Im Detail haben wir uns mit dem X-Bus beschäftigt, sind auf das Thema Design eingegangen, haben das Thema Batterie betrachtet, Tausch, Batteriekapazität, was ist wirklich notwendig im Alltag angesprochen, haben die verschiedensten Module betrachtet, sind aber auch auf den Zeitplan eingegangen. Ab Q3 2022 soll der Stromer vom Band fahren, dann schon mit 30.000 Fahrzeugen im ersten Jahr Kapazität nach oben offen. um eben den X-Bus als erstes Fahrzeug des Unternehmens in die Masse zu bringen. Weitere Fahrzeuge sollen folgen. Eines davon hat er gegen Ende der Folge schon in Aussicht gestellt. Also bleibt mir nicht viel zu sagen, außer reinhören und viel Spaß mit dem Gespräch mit Martin Henne von Electric Brands und dem X-Bus. Servus Martin, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über Electric Brands und euer erstes Produkt, den X-Bus, unterhalten. Vielleicht kannst du dich eingangs unseren Hörer, Hörerinnen kurz vorstellen und auch ein paar Worte über das Unternehmen verlieren. Auf das Produkt, den X-Bus, gehen wir dann im Detail noch näher ein.

  3. Martin Henne:

    Ja, hallo Sebastian, vielen Dank für die Einladung. Das machen wir sehr gerne. Ja, mein Name ist Martin Henne, ich bin der CEO der Electric Brands AG. Wir sind ein neuer Player am Markt der Elektromobilität und wir entwickeln, produzieren und vermarkten Elektro-Leichtfahrzeuge. Und zwar haben wir uns gedacht, wir müssen Elektromobilität oder Mobilität im Allgemeinen mal generell anders fassen. Wir müssen es anders denken und das ist der große Vorteil, den wir natürlich haben. als neues Unternehmen am Markt, dass wir mal einfach out of the box denken können. Wir können auf der grünen Wiese anfangen und sagen, wie macht Mobilität Sinn? Wie muss Mobilität in der Zukunft gestaltet sein? Und da geht natürlich heute vieles um das Thema Nachhaltigkeit. Und da müssen wir uns in der Mobilität einfach verändern. Und das ist ja nicht nur die Mobilität, sondern das spielt dann ja auch in das ganze Thema Energiewirtschaft mit rein. Und so war unser Ansatz von Anfang an, dass wir das Thema gesamtheitlich denken, dass wir nicht nur sagen, wir haben ein tolles Produkt. sondern neben einem tollen Produkt wissen wir auch, wie vermarkten wir das, wie bringen wir das an den Kunden, wo kommt was her und bis hin zu, wie mache ich Leasing-Konzepte, Finanzierungskonzepte, auch wie wird sich ein Gebrauchtwagenmarkt gestalten. Da hilft uns natürlich die Erfahrung, die wir in unserem Team haben von diversen Mitarbeitern, Aus der Automobilindustrie, aber auch aus anderen Branchen. Wir sind sicherlich nicht so das typische Startup-Unternehmen, sondern wir haben alle weit über 20 Jahre Berufserfahrung, die wir jetzt hier bündeln und in dem Thema Electric Brands einbringen können.

  4. Sebastian:

    Vielen Dank, dass du uns das schon mal abgeholt hast. Jetzt hast du gesagt, ihr denkt Mobilität anders, ihr wollt die anders anfassen sozusagen. Das sieht man auch ganz gut an eurem ersten Fahrzeug, das ihr eben vorgestellt habt, den X-Bus. Vielleicht möchtest du denen mal erläutern, was sich dahinter verbirgt, was ein Hörer, Hörerin erwarten kann, wenn sie sich Gedanken über so ein E-Fahrzeug von euch machen.

  5. Martin Henne:

    Ja, wir haben den X-Bus von Marktseite aus gedacht und entwickelt. Das heißt, wir haben uns angeguckt, was brauchen die Kunden der Zukunft? Was braucht ein Kunde wirklich? Und gerade wenn wir über Mobilität in urbanen Räumen sprechen, müssen wir uns in irgendeiner Form ja reduzieren. Ich muss keine zweieinhalb Tonnen Fahrzeuge irgendwo durch eine Stadt schieben, um einen Passagier zu transportieren. Ich brauche keine Batteriekapazität von 70, 80, 100 oder noch mehr Kilowattstunden, wenn ich jeden Tag 20, 40, 50 Kilometer fahre. Das heißt, wir müssen das irgendwie ganz anders denken. Und wir haben geguckt, was braucht der Kunde wirklich. Das haben wir auch gemacht in Zusammenarbeit natürlich mit unseren Vertriebspartnern, was ein wesentlicher Aspekt ist. Wir haben heute schon über 700 Vertriebspartner. Das sind alles automobile Markenhändler, die den X-Bus zusätzlich zu ihren heutigen Produkten vertreiben werden. Und das sind natürlich diejenigen, die auch tagtäglich den Kontakt mit den Kunden haben und insofern auch den Bedarf von den Kunden ermitteln können und uns auch dieses Feedback wiedergeben können. Was hat das jetzt für den X-Bus zur Folge? Wir wollten und haben ein Produkt entwickelt, was... für den urbanen, für kürzere Strecken, aber auch für mittlere Strecken gedacht ist. Aber auch dort erstmal so, dass man die Batteriekapazität anpassen kann. Das heißt, wenn ich beispielsweise immer in einer Stadt unterwegs bin und morgens zur Arbeit fahre, zehn Kilometer und abends zehn Kilometer wieder zurück, brauche ich nur eine geringe Batteriekapazität. Ich muss nicht permanent eine Reichweite in dem Fahrzeug von 600 Kilometern vorhalten. Aber in unserem Fahrzeug kann ich das, weil ich die Batteriekapazität selbst erweitern kann, so wie ich sie gerade benötige. Dann haben wir ein modulares Konzept entwickelt, dass wir ein Basisfahrzeug haben und je Anwendungsfall unterschiedliche Module hinten draufsetzen kann. sodass ich wirklich mit einem Fahrzeug ganz verschiedene Anwendungsfälle auch befriedigen kann. Also ich kann ein Passagiermodul draufsetzen, ich kann aber auch, wenn ich ein Handwerker bin, einen Pickup draufmachen, ich kann einen Kofferaufbau draufmachen im Zustellbetrieb oder wir haben einen Camper, was nebenbei das meistbestellte Fahrzeug aktuell ist im Privatkundensegment. All das ist möglich und ich kann es selber tauschen. Das heißt, ein Handwerker, der die Woche über sein Fahrzeug für sein Geschäft benutzt, kann am Wochenende oder im Urlaub mal sagen, ich baue mir ein Campingmodul oder ein anderes Modul drauf und benutze das auch dort. Dieses modulare Konzept zieht sich bis zu unseren Händern durch, weil natürlich viele Anwender weder den Platz haben, noch Lust, sich solche Module zu Hause hinzulegen. Und man kann die dann auch bei unseren Vertragspartnern entsprechend leihen. Manchmal braucht man ja auch ein anderes Modul nur für einen bestimmten Zeitraum, dass man sagt, ich brauche mal drei Tage für den Umzug einen Kofferaufbau. Dann kann man sich den leihen. Und generell sollte es natürlich ein extrem nachhaltig gestrickter Ansatz sein. Das heißt, die Grundphilosophie ist, dass wir sehen müssen in Elektromobilität heute, wir müssen den Verbrauch in den Fahrzeugen rausbekommen. Wir müssen den Verbrauch reduzieren. Weil je mehr ich verbrauche, desto mehr Energie muss ich mitführen im Fahrzeug. Und das mache ich heute in Form von Batterien in aller Regel. Und Dann erhöhe ich wieder die Batteriekapazität, wozu ich einen noch größeren Energieaufwand brauche, um das Fahrzeug zu bewegen. Da befinden wir uns also in so einer Art Teufelskreis. Und Elektromobilität aus unserer Sicht macht nur Sinn, wenn wir auch den Verbrauch der Fahrzeuge drastisch reduzieren. Das ist uns gelungen zum einen dadurch, dass wir die Verbraucher massiv reduzieren, dass wir leicht bauen und dass wir mit radintegrierten Antrieben arbeiten. Und wenn ich dann einen geringen Energieverbrauch im Fahrzeug habe, macht auch die Integration eines Solardachs, ein weiterer USP, den wir bieten, Sinn, weil ich damit eine signifikante zusätzliche Reichweite erzielen kann. Also es ist nicht nur eine zusätzliche Reichweite von drei, vier, fünf Kilometern, sondern es bringt wirklich signifikant etwas. Und natürlich sollte das Fahrzeug trotzdem einen Spaßfaktor bieten. Also durch die radintegrierten Antriebe, dadurch, dass ich die Kraft direkt auf den Rädern habe, habe ich auch natürlich viel Spaß in dem Fahrzeug. Das Thema Konnektivität ist heute essentiell, dass man das mit einer App steuern kann, dass ich eine Verbindung habe. Und über unsere App wird es auch möglich sein, dass ich das Fahrzeug teile. Das heißt, ich bin dann auch sehr schnell wieder bei Möglichkeiten für ein Sharing-Konzept.

  6. Sebastian:

    Ja, also vielen Dank Martin, dass du uns erstmal abgeholt hast und so einen kurzen Abriss oder Umriss von dem X-Bus gegeben hast. Das heißt für mich kurz zusammengefasst, eure Devise ist, weniger ist mehr, aber das, was ihr macht, das macht ihr halt ziemlich durchdacht, dann wieder bis ins kleinste Detail. Ich meine, das fängt damit an, dass ihr euch die Erfahrung von euren Händlern holt. die Wünsche der Kunden da quasi mit berücksichtigt dann, Nachhaltigkeit in den Fokus stellt und dann eben auch möglichst viel auf einer Plattform bietet. Jetzt zwei Fragen. Du hast die anpassbare Batteriekapazität genannt. Kannst du uns da mal kurz sagen, mit was für einer Kapazität und damit auch Reichweite der X-Bus standardmäßig sozusagen bei euch vom Band rollt? Und wie das mit den Erweiterungsmöglichkeiten ausschaut. Habe ich denn die Module daheim liegen, kann mir die einbauen? Muss ich die direkt bei der Bestellung mitbestellen sozusagen? Oder bin ich da auch flexibel im Alltag?

  7. Martin Henne:

    Da ist man völlig flexibel. Das ist eine weitere Maxime von uns, dass wir den Kunden befreien müssen von den Vorbehalten, die er hat gegen das Thema Elektromobilität, gegen das Thema Reichweite, gegen das Thema Ladeinfrastruktur, gegen das Thema Lebensdauer von Batterien. Und so ist unser Konzept entstanden, dass wir ein wechselbares Batteriesystem haben. Wir haben Schubladen, auch die sind modular aufgebaut und ich kann diese Schubladen, in denen ich die Batteriemodule unterbringe, entweder hinten im Heck unterbringen. wenn ich den Fußraum im mittleren Bereich für Passagieretransport benötige oder aber, wenn ich das nicht benötige, wenn ich das nur reinführe zu Stellbetriebe, Handwerker, Pickup, was auch immer brauche, dann kann ich die Batteriemodule auch seitlich unterbringen, da wo normalerweise der Fußraum der Passagiere ist. Und wenn ich das tue, habe ich hinten die Möglichkeit, auch beispielsweise einen tiefen Einstieg in einen Koffer zu realisieren. Wenn ich einen großen Koffer habe, habe ich da auch eine Stehhöhe drin von über zwei Metern, was also gerade auch für Last-Mile-Delivery extrem interessant ist. Aber gerne wieder zurück zu den Batteriemodulen. Das sind Batteriemodule zu jeweils 1,25 Kilowattstunden, die jeder selber wechseln kann. Und die werden in diese Schubladen eingesetzt. Das heißt, ich kann die Schublade aufmachen und kann, wenn die Batterien leer sind, kann ich neue Module einsetzen. In der Basis kommt das Ganze mit 10 Kilowattstunden. Da habe ich eine Reichweite von, je nachdem natürlich, wie man fährt, zwischen 100 und 200 Kilometern. Auch da werden wir, wenn wir dann seriennahe Fahrzeuge haben, natürlich entsprechende Fahrzyklen ermitteln. Nach WMTC, das sind derzeit berechnete Werte, die wir haben mit unseren Partnern und ich kann diese Batteriekapazität erweitern auf bis zu 30 Kilowattstunden und habe dann entsprechend auch eine deutlich größere Reichweite. Zum Konzept mit dem Tauschen. Natürlich, es kann jeder selber machen. Man kann die Batterien tauschen bei unseren Händlern. Es wird Batterietauschstationen geben. Ich kann es zu Hause laden, wenn ich möchte. Und wir arbeiten auch daran, dass man das in ein Haussystem mit integriert, sodass man das in einem bidirektionalen System dann auch wiederum verwenden kann. und dadurch eine größtmögliche Unabhängigkeit von einer Ladeinfrastruktur auch gewährleisten kann.

  8. Sebastian:

    Okay, vielen Dank. Also ich finde, das hört sich auch sehr interessant an, dass ihr da eben auch diesen dreiseitigen Ansatz dann wieder wählt. Batterietauschstation, Händler mit Einbindung, aber auch vor allem das System zu Hause mit bidirektionaler Anbindung dann, was ja dann auch wieder interessant wird, um etwaige Lastspitzen auszugleichen oder da vielleicht auch als Zwischenspeicher für... PV-Anlage oder so dann eben zu funktionieren, finde ich gut. Auch, dass ihr sagt, okay, wir fangen mit einem 10-Kilowattstunden-Akku an und dann je nach Bedarf, nach Einsatzzweck sozusagen, wenn ich jetzt so meine tägliche Strecke von 20, 25 Kilometer fahre, dann reicht mir natürlich der 10-Kilowattstunden-Akku vollkommen aus für die fünf Arbeitstage die Woche. Und dann könnte ich am Wochenende ja immer noch sagen, okay, jetzt erweitere ich mal ein wenig oder gucke halt, wie ich das hinbekomme. Sehr interessant.

  9. Martin Henne:

    Völlig richtig, wenn ich da nochmal einhaken darf. Wenn du deine 20 Kilometer morgens zur Arbeit fährst, dein Fahrzeug dort abstellst und abends wieder einsteigst, sind deine Batterien durch das Solardach ja dann auch wieder vollgeladen.

  10. Sebastian:

    Stimmt, das ist ja auch noch ein positiver Aspekt, den du ja vorhin schon genannt hattest, dass ihr das mit habt. Also von daher noch überzeugender. Jetzt hattest du die Module noch erwähnt, die er anbietet sozusagen, die aber auch bei Händlern dann sozusagen geliehen werden können. Das war mir so nicht bewusst. Ich dachte, man müsste das in Anführungsstrichen direkt mitkaufen oder im Nachhinein. Finde ich aber auch wesentlich spannender, dass er sagt, ich stelle die auch zur Verfügung, weil, so wie du gesagt hast, wie oft brauche ich denn wahrscheinlich als Händler, Alltagsfahrer sozusagen, wo das Auto doch eher Transportmittel ist, eine Pritsche hinten drauf oder dann doch mal den Camperaufbau, weil so oft wird man den ja dann auch nicht nutzen. Also das ist ja schon ein schönes Konzept, dass ihr das auch beim Händler anbietet. Wenn ich das Modul jetzt aber daheim bei mir habe und ich will das wechseln, was für ein Aufwand ist denn das? Kriege ich das in zwei, drei Stunden hin sozusagen, das zu wechseln oder habe ich da einen größeren Aufwand mit? Gehe ich da am besten zum Händler hin, dass der mir das tauscht? Wie habt ihr euch das gedacht?

  11. Martin Henne:

    Also es ist grundsätzlich möglich und so konzipiert, dass es jeder selber tauschen kann. Es gibt Verschlusseinheiten dort in dem Fahrzeug und es gibt Zentriereinheiten, mit denen man dann die Module zentriert. Die Module sind so aufgebaut, dass sie auch handelbar sind. Und natürlich sind sie relativ groß und sperrig unter Umständen. Deswegen braucht man schon vielleicht noch eine zweite Person dafür. Alleine wird es schwierig. Aber zu zweit kann man diese Module selber wechseln, wenn man das möchte. Und der Aufwand beträgt maximal eine Stunde, um diese Module zu wechseln. Das sind so ein paar Randparameter, die uns wichtig waren, um das natürlich möglichst auch funktional gestalten zu können. Und wenn der Aufwand zu groß ist, dann macht es ja auch keiner. Die Hemmschwelle ist deutlich größer, das zu wechseln. Wie sich das nachher in der Realität gestaltet, muss man sehen. Natürlich bieten auch unsere Händler das an, dass man die Module wechselt. Und gerade wenn man sich das Modul beim Händler leiht, werden aus unserer Perspektive heraus auch viele Kunden das gerne annehmen, weil es natürlich doch mal ganz angenehm ist. Aber man braucht kein Spezialwerkzeug. Ich brauche keinen Kran zu Hause dafür oder Sonstiges. Es kann jeder selbst machen.

  12. Sebastian:

    Also so wie du sagst, das leuchtet ja auch ein. Wenn ich mir das jetzt leihe beim Händler und habe das Fahrzeug eh dort oder hole das ab, bietet es sich ja an sozusagen, dass er das dann gleich mit draufbaut oder anbringt und dann genauso wieder wechselt, wenn man das Modul zurückgibt. Aber es ist ja auch schön zu hören, dass du sagst, es ist realistisch möglich, mit zwei Personen den Wechsel alleine ohne Kran Spezialwerkzeuge vorzunehmen und da jetzt dann auch nicht unbedingt da stundenlang beschäftigt zu sein, sondern eben maximal diese eine Stunde. Das... Baut ja auch dann tatsächlich diese Hemmschwelle ab, die du da jetzt gesagt hattest. Vielleicht magst du uns zum X-Bus ansonsten noch so ein paar technische Daten geben. Die Reichweite hattest du jetzt mal so grob eingeordnet mit 100 bis 200 Kilometer bei der Basisbatterie sozusagen. Wie schaut es denn mit Geschwindigkeiten aus, Leistung, die das Fahrzeug mit sich bringt? Also schlägt man sich damit gut im Verkehr durch oder muss ich da dann doch eher auf der rechten Spur die ganze Zeit fahren? Also dass wir da einfach auch ein Gefühl für das Fahrzeug an sich bekommen.

  13. Martin Henne:

    Ja, klar. Also es war, wie ich ja eingangs schon sagte, wichtig für uns, dass wir auch einen gewissen Spaßfaktor mit dem Fahrzeug generieren. Und so ist das Gesamtkonzept gestaltet. Wir arbeiten mit den radintegrierten Antrieben. Wir sind ja ein Leichtfahrzeug. Das muss man ja auch erwähnen und wissen, weil wir glauben, dass die Leichtfahrzeugklasse die Mobilität der Zukunft maßgeblich bestimmen wird. Da können wir aber gerne später nochmal drauf eingehen. Zu den technischen Daten. Wir arbeiten mit den radintegrierten Antrieben, haben dadurch über 1000 Newtonmeter Drehmoment, sind aber in der Fahrzeugklasse auf 15 kW in der Dauerleistung limitiert. In der Spitze liegen wir deutlich höher. Es gibt eine deutlich höhere Peak-Leistung. Aber als Nenn-Dauerleistung sind wir bei 15 kW Motorleistung. Uns war es wichtig, wir hatten ursprünglich mal das Konzept auf Maximalgeschwindigkeit 90 kmh ausgelegt, sind dann aber relativ schnell darauf gekommen, dass 90 kmh unter Umständen schwierig sein können, wenn ich mal auf einer Landstraße unterwegs bin, wenn ich auf einer Autobahn möchte. Weil wenn ich auf der Autobahn bin, möchte ich da mit dem Fahrzeug jetzt auch nicht von LKWs gejagt werden. Insofern, das ist in der Klasse möglich, dass wir auch eine höhere Spitzengeschwindigkeit anbieten können. Und insofern wird das Fahrzeug auch gute 100 Stundenkilometer schnell sein. Wir haben ein Leergewicht von ungefähr 200 Kilometern. Das ist ohne Fahrer, ohne Batterie. Und das zulässige Gesamtgewicht ist 1,6 Tonnen. Das heißt, all das, was ich dann an Modulen und Batterien, Fahrer drauf packe, auf das Grundgerüst, geht von dem zulässigen Gesamtgewicht ab. Sodass wir realistisch davon ausgehen, dass... so in dem Dreh für Modulaufbauten, Fahrer, Batterie etc. habe und demzufolge dann noch eine Zulademöglichkeit von 600, 700, 800 Kilo. Das Fahrzeug ist in der E7-Klasse knappe 4 Meter lang, man ist auf 4 Meter beschränkt und hat eine Breite von ungefähr 1,69 Meter. Wir bieten das Fahrzeug in zwei unterschiedlichen Chassis an. Ein Standardschassi, das ist ein bisschen tiefer und ein Offroad-Chassis, das ist ein bisschen höher gelegt, hat ein bisschen andere Bereifung und ein bisschen andere Federung drin, sodass man auch da wieder wählen kann zwischen unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten.

  14. Sebastian:

    Okay. Ja, das ist also auch da wieder ziemlich durchdacht von eurer Seite aus. Auch das mit diesen unterschiedlichen Chassis dann für die unterschiedlichen Einsatzzwecke sozusagen. Ja. Jetzt kann ich mir vorstellen, dass diese Module ja auch eine Herausforderung für euch waren in Bezug auf das Design des Fahrzeugs. Weil es muss ja ineinander passen. Wir müssen das ausrichten können aneinander. Wir müssen die verbauen können sozusagen. Kannst du dazu ein paar Worte verlieren, wie ihr euch dem Design genährt habt und wo ihr euch da Unterstützung geholt habt?

  15. Martin Henne:

    Ja, klar. Uns war es erstmal wichtig, wenn wir von Design reden oder von Styling des Fahrzeuges, dass wir natürlich auch ein Produkt schaffen wollen, was eine Community hat. Wir wollten ein zeitloses Design generieren. Und gerade im Privatkundenbereich, im gewerblichen Bereich spielt das nicht so eine große Rolle, aber bei Privatkunden ist es natürlich so, dass die auch auf Design Wert legen und die wollen mal Schickes haben. Wir sind ja auch in dem Bereich, das ist ja auch ein Lifestyle-Produkt. Und so ist unser gesamtes Design entstanden. Wir haben dort einen sehr erfahrenen Designer, der aktuell in Japan für uns tätig ist, wird zum 1. Januar zu uns stoßen hier und auch dann das von hier machen, hat aber auch Erfahrungen bei großen Automobilunternehmen, war zeitlang auch bei Ferrari unterwegs und mit dem haben wir dieses Fahrzeug designt. Die Entwicklung später aus dem Design heraus, also die Basisentwicklung, wurde von unserem Partner Ideon in Ingolstadt, einem spezialisierten Unternehmen für Prototypen, Showcars, gestaltet, die ein Fahrzeug einfach erlebbar machen. Und unser Ansatz war es auch dort, dass wir ein komplett fahrfähiges, voll erlebbares Fahrzeug generieren wollten. Und wir wollen das den Leuten ja auch zeigen. Derzeit sind wir auf Roadshow in Deutschland und werden danach auf Roadshow in Europa gehen, weil wir den Leuten die Möglichkeit bieten möchten, dass sie unser Fahrzeug sehen und es anfassen, es fühlen, sich reinsetzen. Das ist uns wichtig. Und dort wurde dann eben die Umsetzung gemacht vom reinen Design in eine Basisentwicklung. Und derzeit sind wir jetzt dabei, das eben dann auch in eine Serienentwicklung zu transformieren, sodass wir mitten nächsten Jahres dann auch in die Produktion gehen können. Die Module, um darauf wieder zurückzukommen, haben wir gleich von Anfang an natürlich alle durchdacht, die wir heute geplant haben. Natürlich bietet sich durch unser modulares Konzept auch wunderbar die Möglichkeit, dass wir weitere Module entwickeln im späteren Verlauf. Dass wir spezielle Module für Kunden entwickeln, für Großkunden, die sagen, ich brauche mal dies und das und sind dadurch natürlich auch sehr flexibel und können schnell auf Anforderungen von Kunden auch reagieren. Und wir haben uns aber diverse Module erstmal am Anfang vorgenommen, wo wir sagen, das könnte ein guter Markt dafür sein, da gibt es gute Anwendungsfälle. Das haben uns natürlich auch die Reservierungen, die wir hatten, bestätigt, welche Module wirklich am meisten nachgefragt sind. und haben die dann auch in die Entwicklung gegeben. Und alle unsere Interfaces und Schnittstellen sind so gestaltet, dass man alle Module miteinander kombinieren kann und eben später auch noch die Möglichkeit hat, neue Module zu entwickeln. Das Feedback, was wir momentan bekommen vom Markt, ist phänomenal positiv. Natürlich ist Design immer irgendwas, was auch ein kleines bisschen polarisiert. Das ist ganz klar. Dem einen gefällt es, dem anderen gefällt es nicht. Aber die Kommentare, die wir bekommen, sind mit weitem Abstand extrem überschwänglich und positiv.

  16. Sebastian:

    Kann ich mir vorstellen. Wir hatten ja auch über euch schon berichtet und hatten da auch eben entsprechend positive Rückmeldungen bekommen, auch gerade für dieses modulare Konzept, was ihr eben anbietet und an einem Fahrzeug, was auch an den Bedürfnissen dran entwickelt ist, sozusagen auch von der Leistung und von der Reichweite, als dass man da jetzt einen überdimensionierten SUV oder so auf die Straße stellt, der bestimmt auch seine Berechtigung hat in manchen Fällen. Aber ich glaube, grundsätzlich fährt man mit so... leichtfahrzeugen, kompakteren E-Autos dann doch besser durch den Alltag sozusagen. Zumindest, ich sage mal, unter den alltäglichen Umständen, dass es da auch immer wieder Ausnahmen gibt, Umzug oder was weiß ich, oder Urlaub und so. Das ist auch vollkommen klar. Aber man sollte ja mal von dem Regelbetrieb sozusagen der Fahrzeuge ausgehen. Und ich glaube, da seid ihr tatsächlich auch ziemlich nah dran, was ja auch durch die starke Entwicklung am Kunden entlang sozusagen gewährleistet wird und wo ihr euch auch künftig daran orientiert, so wie du jetzt eben gerade gesagt hast, mit der Möglichkeit, da neue Module sozusagen an den Start zu bringen. Jetzt hattest du kurz umrissen, dass ihr auf dem Weg in die Serien oder Übergang in die Serienfertigung sozusagen seid. Ihr wollt ab Mitte 2022 dann fertigen. Ihr fertigt in Deutschland oder hatte ich das falsch in Erinnerung?

  17. Martin Henne:

    Nein, das ist richtig. Auch da. Unser Motto ist ja Made in Germany with Love. Und dazu stehen wir. Das heißt, wir produzieren die Fahrzeuge in Deutschland, in Schleswig-Holstein, in Itzehoe und setzen aber auch in der Supply Chain sehr stark auf deutsche Lieferanten. Wir selber gucken, dass wir alles möglichst effizient gestalten. Das heißt, auch in der Anlaufphase, wir bauen jetzt keine Gigafactory, wie das teilweise ja heute üblich ist, Und wir werden selber hier nicht lackieren und solche Sachen, sondern was wir hier machen, ist eine Montage bei uns in den Hallen und haben aber Partner und Zulieferer, die uns Komponenten, Bauteile, Systeme dann zuliefern, die wir dann montieren. Die Partner binden wir sehr eng auch in unserer Entwicklung mit ein. und setzen generell auch in der Supply Chain sehr stark auf das Thema Made in Germany oder aber, wenn wir es in Deutschland nicht bekommen, auf Made in Europe. Warum tun wir das? Zum einen glauben wir, dass es sinnvoll ist, die Wertschöpfung auch hier zu behalten. Und zum anderen kann ich, wenn ich einen gesamtheitlichen Ansatz betrachte, ja schwer sagen, Ich lasse mir Komponenten aus Asien, aus Südamerika, sonst wo hier zuliefern und habe allein auf den Transportwegen einen CO2-Footprint, der gigantisch ist, weil das zahlt ja auch alles auf mein Produkt ein. Sondern wir müssen sehen, dass wir gesamtheitlich denken, von Anfang bis zum Ende. Und ich kann nicht sagen, mein Elektrofahrzeug ist CO2-neutral, Wenn ich aber in der Supply Chain oder in der Herstellung da nicht CO2-neutral war. Und das sind die Punkte, wo wir auch ansetzen müssen, wenn wir wirklich von gesamtheitlich nachhaltigen Konzepten sprechen. Und insofern setzen wir da auch komplett auf das Thema Made in Germany. Es geht dahin, dass unsere Batterien und Batteriezellen von einem deutschen Hersteller gefertigt werden, komplett CO2-neutral, der bei uns in der Nähe sitzt, sodass wir auch da die Transportwege kurz halten. aber natürlich auch eine Trackbarkeit bis hin zu den Rohstoffen haben. Weil das natürlich auch ein großer Faktor gerade in den Batteriezellen heute ist. Wo kommen die Rohstoffe her? Was mache ich nachher mit den Batteriezellen? Und so weiter. Und unser Hersteller setzt auch da auf komplett, wie gesagt, CO2-neutrale Produktion, auf Trackbarkeit in den Rohstoffen, auf Kobalt-freie Batterien. Und dann haben wir natürlich auch in den Batterien immer noch den großen Vorteil, wenn wir da nochmal drauf zurückkommen, dass wir durch das wechselbare Batteriesystem auch sehr schnell auf neuartige Technologien reagieren können und auch neue Generationen von Batterien implementieren können.

  18. Sebastian:

    Ich denke, das ist ein wichtiger Faktor, gerade das mit der Batterienummer aufzugreifen, dass ihr da auch die Möglichkeit habt zu reagieren, dass man jetzt als Käufer sich da nicht verpflichtet, okay, ich fahre mein Auto da 10, 15 Jahre mit einer veralteten Batterietechnologie, dafür passiert da einfach auch zu viel jetzt aktuell. Sondern er gibt dem Kunden auch die Möglichkeit zu sagen, okay, wenn da jetzt ein zweiter Herrn was Neues kommt und euer Partner sozusagen bietet das an, dann hat er auch die Möglichkeit davon zu profitieren und profitiert dann vielleicht auch von einer gesteigerten Reichweite bei gleicher Batteriegröße sozusagen.

  19. Martin Henne:

    Weil gerade auf dem Batteriemarkt so viel passiert, auch Richtung Material, Richtung Rohstoffe, Richtung Energiedichte. Und unser Ansatz ist ja gerade bei der Batterie auch, dass sich der Kunde da in einem, wir bieten ein Full-Service-Leasing-Konzept an, der Kunde soll sich ja gar keine Gedanken mehr darüber machen. sondern es soll ihm egal sein, ob es eine neue Technologie gibt oder wie lange die Haltbarkeit von den Batterien ist, sondern er kauft es in einem All-in-One-Paket von uns.

  20. Sebastian:

    Ja, und so soll es auch sein. Ich meine, die meisten wollen sich da nicht damit auseinandersetzen in der Tiefe, sondern sagen, okay, ich will ein Auto haben, das soll die und die Anforderungen erfüllen. Und um den Rest kümmert ihr euch als Hersteller sozusagen. Und wenn ihr dann noch die Möglichkeit bietet, die Upgrade-Möglichkeiten mit den Modulen, mit dem Batterietausch, Also was gibt es da noch für Gründe, sich zu beschweren? Eigentlich gar nichts. Und dann sagst du ja auch schon oder hast ja jetzt gut aufgezeigt in dem Gespräch, das Thema Nachhaltigkeit fängt vorne bei euch schon ganz klar bei den Rohstoffen an, die schon getrackt werden, die da mit reinfließen. Ihr guckt, dass ihr euch in Deutschland positioniert mit euren Herstellern, Zulieferern sozusagen, ansonsten in Europa. Und ist auch eine ganz klare, gute Aussage aus meiner Sicht, dass man da jetzt nicht unbedingt aus Asien kommt, heile Komponenten dann einfliegen, einschiffen lässt, um die dann hier zu verbauen, was ja das Ganze wieder ad absurdum führen würde, jetzt zumindest aus Sicht der Emissionsvermeidung. Vielleicht magst du generell einfach noch ein paar Worte dazu verlieren. Ihr habt, glaube ich, auch in einer eurer letzten Mitteilungen mit aufgezeigt, was so der CO2-Rucksack ist, den der X-Bus mit sich bringt und dass der doch relativ schnell auch abgebaut ist.

  21. Martin Henne:

    Richtig. Also das sind die Berechnungen, die sich heute zeigen, dass wir schon unter 10.000 gefahrenen Kilometern auch CO2-neutral sind. Und da müssen wir hinkommen. Wir müssen im gesamten Konzept weg von dem immer größer, schwerer, schneller, sondern wir müssen uns reduzieren. Wir müssen gesamtheitlich denken, wenn wir wirklich ernsthaft eine Mobilitätswende und auch Energiewende hinbekommen wollen. Und das ist das, wofür wir stehen und woran wir arbeiten. Wir arbeiten ja auch bei den Batterietauschstationen daran, dass wir unter Umständen auch autarke Energieerzeugung damit implementieren, sodass wir wirklich sehr, sehr weit gehen in der gesamten Prozesskette. Und ich glaube nach wie vor, und wir sind da sicherlich hoffentlich ein gutes Beispiel für, dass wir auch solche Innovationen wirklich hier in Deutschland haben können. Auch deswegen setzen wir ja auf das Thema Made in Germany, dass wir auch Innovationen, Innovationstreiber hier haben. Und das hat uns auch hier natürlich immer ausgezeichnet, dass wir innovieren. tolle Ingenieure hatten, die tolle Ideen hatten. Und das muss ich jetzt mal auch wieder zeigen, dass wir in die Richtung, in die wir eigentlich alle wollen, auch wirklich aktiv gehen. Und da tragen wir einen entscheidenden Beitrag zu bei.

  22. Sebastian:

    Ja, also das finde ich auch eine tolle Aussage, dass du sagst, dass wir zwar alle das wollen, diesen Weg, oder dass wir uns das wünschen, aber dass er dann halt auch von jemand gegangen werden muss. Und das ist ja schön zu sehen, dass ihr da sozusagen als neuer Player am Markt dann auch konsequent euch danach ausrichtet und diesen Weg einschlagt und verfolgt. Vielleicht magst du uns jetzt zum Ende dann noch zu dem Fahrzeug. Vorbestellung hast du gesagt, habt ihr schon gute Rückmeldung bekommen. Vielleicht kannst du das ein wenig einordnen, wie denn da die Nachfrage ist. Und wie denn die künftige Zeitschiene ausschaut. Jetzt haben wir ja gehört, vorhin so Mitte 2022 plant ihr oder peilt ihr die Serienproduktion an. Mit wann ist dann die mit der Auslieferung erster Fahrzeuge sozusagen zu rechnen? Dann auch schon in 2022 oder zieht sich das noch ein wenig?

  23. Martin Henne:

    Nein, das wird auch schon in 2022 der Fall sein. Aber vielleicht nochmal auf deine Eingangsfrage zurück. Wir hatten ja bis Juli diesen Jahres ein Reservierungssystem bei uns geschaltet, wo die Kunden sich einen Gutschein sichern konnten. Natürlich wollten wir auch Kunden dafür begeistern. Wir wollten das Feedback von den Kunden haben, das wir wieder implementieren können und natürlich auch sehen, welche Fahrzeuge sind denn wirklich die, die gefragt sind, um uns auch darauf zu konzentrieren. Dann haben wir unser erstes Fahrzeug vor und hatten da ungefähr 10.000 Reservierungen bei uns. angenommen und haben dann ja unser erstes Fahrzeug vorgestellt in einem Online-Livestream mit überwältigendem Feedback auf der ganzen Welt. Und seitdem haben wir ein Reservierungssystem mit einer Reservierungsgebühr. Das haben wir jetzt in den letzten acht, neun Wochen haben wir gute 1500 Reservierungen, die auch bezahlt haben, entgegengenommen. Und das steigt momentan täglich exponentiell an. Also die Nachfrage ist da wirklich sehr, sehr gut und die Resonanz sehr, sehr gut. Wir werden jetzt, in der Folge bauen wir noch weitere Fahrzeuge. Aktuell jetzt in den nächsten zwei Wochen wird unser zweites Fahrzeug fertiggestellt. Das ist dann ein kommerzieller Aufbau, den wir auch dann präsentieren werden. Da werden wir dann auch das Wechselsystem zum ersten Mal aufbauen. demonstrieren und mal der Öffentlichkeit zeigen, wie das funktioniert. Und dann werden noch weitere Prototypen entstehen, weitere Testfahrzeuge, um bestimmte Komponenten zu testen, Powertrain und andere Dinge, bevor wir dann im nächsten Jahr in eine Vorserie, dann eine Nullserie und in Q3 nächsten Jahres dann in die Serienfertigung gehen und auch dann direkt schon in die Auslieferung. Die Auslieferung vielleicht dazu noch erfolgt über unser Händlernetz. Und das ist natürlich auch ein ganz großes Asset oder ein ganz großer Vorteil, den wir haben. Wir haben ein flächendeckendes Händlernetz schon heute von über 700 Händlern in Europa, die natürlich dann nicht nur die Fahrzeuge vertreiben, sondern auch den Service machen, sodass man überall auch in seiner Nähe eine Anlaufstation hat. Und wir glauben da ganz klar noch an das Konzept der lokalen Händler und nicht an den reinen Online-Vertrieb. Natürlich kann man das Fahrzeug auch online erwerben, bekommt es dann aber von einem Händler bei sich in der Nähe ausgeliefert.

  24. Sebastian:

    Ja, ich denke gerade zuletzt genannt, also mit dem Händlernetz, das ist schon ein überzeugender Punkt, um da auch nochmal Barrieren abzubauen. Zudem muss man ja auch sagen, es ist ja jetzt nicht bei euch nur das Fahrzeug, das man erwirbt. Batterietausch, Modultausch hast du ja jetzt mehrfach erwähnt gehabt. Das sind ja so Themen, wo man dann vielleicht sich auch Hilfestellung wünscht oder einfach auch den Service in Anspruch nehmen möchte. Und ich denke, das bietet sich da auch einfach an, bei sowas auf ein klassisches Händlernetz, Service-Netz zu setzen, anstatt eben nur online. Weil ich sage mal, allein aus Gründen der Bequemlichkeit werden dann doch viele wahrscheinlich das auch in Anspruch nehmen und sagen, okay, den Modultausch lasse ich mir vornehmen für eine gewisse Gebühr und weiß dann aber auch, dass es ordentlich montiert. Ich kann damit sicher fahren und habe da eben die Vorteile. Wohingegen, wenn es jetzt ein reines E-Fahrzeug wäre, ein Aufbau, eine Batteriegröße sozusagen, verstehe ich das auch, dass man sich dann nur auf online beschränkt oder auch auf diese Brandstores, die es ja auch immer mehr gibt. Aber ich denke, gerade für euch spricht ja dann eben das Händlernetz dann gerade mit diesem in Bezug auf die Module und Batterien.

  25. Martin Henne:

    Absolut.

  26. Sebastian:

    Ja, dann sage ich erstmal vielen Dank, Martin, für die Einblicke, die wir bekommen haben auf den X-Bus, auf Brand Electrics. Wir sind gespannt auf das zweite Fahrzeug, was dann jetzt in ein paar Wochen dann folgt sozusagen. Werden wir, denke ich, auch wieder darüber berichten und freuen uns, wenn wir dann vielleicht nächstes Jahr noch beim Austausch sind, wenn ihr dann in Serie gestartet seid.

  27. Martin Henne:

    Das machen wir sehr gerne. Vielen Dank, Sebastian, hat mir sehr viel Spaß gemacht.

  28. Sebastian:

    Ja, vielen Dank für deine Zeit. Bis dahin. Das war es also auch schon, die aktuelle Folge mit Martin Henne von Electric Brands und Details über den X-Bus, dem ersten E-Fahrzeug der Marke. War ganz interessant, wie ich finde, diese Einblicke zu bekommen, wie man E-Fahrzeuge eben doch anders denken kann, wie man Mobilität anders denken kann und dennoch ein überzeugendes Konzept auf die Straße bringt und das relativ schnell zum größten Teil in Deutschland gefertigt mit kleinem, geringem CO2-Rucksack. So kann Mobilität oder Mobilitätswandel funktionieren. Dir vielen Dank fürs Zuhören und ich freue mich, wenn du nächste Woche wieder einschaltest, wenn die kommende Folge unseres Podcasts online geht. Bis dahin, mach's gut, ciao.