Gespräch mit Friedhelm Engler, Design Direktor Opel über den Mokka-e

Aus Sicht des Rüsselsheimer Automobilherstellers Opel zeigt der Kompakt-SUV Mokka-e alles, wofür Opel heute und in Zukunft steht. Wir waren Mitte der Woche bei der Weltpremiere des Stromers zugegen und haben unsere Eindrücke sowie bekannte Zahlen, Daten und Fakten in einem entsprechenden Bericht festgehalten. Zusätzlich hatten wir allerdings auch die Möglichkeit uns mit Friedhelm Engler, Design Direktor Opel über den Mokka-e auszutauschen. Und wie sollte es auch anders sein, wollen wir euch dieses Gespräch im Rahmen unseres Podcasts näher bringen.

Einfach Mal einschalten und zuhören. Lohnt sich. Versprochen!

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität auseinandersetzen. In der heutigen Folge steht ein besonderes E-Auto im Mittelpunkt, der Opel Mokka-e. Dieser feierte am Dienstag vergangene Woche, also am 22. September 2020, am Opel Stammsitz in Rüsselsheim seine Weltpremiere. Wir waren zugegen. Wer sich bei uns schon wenig auf Portal umgeschaut hat, hat den Weltpremieren-Eventbericht sozusagen schon sehen können und konnte sich erste Eindrücke in Form von Daten, Fakten und Fotos abholen zur zweiten Mokka-Generation, welche eben von Beginn an auch rein elektrisch vom Band auf die Straße fährt. Bestellstart war am 22. September 2020, auf die Straße kommt er dann im Frühjahr 2021. Der Mokka-e präsentiert sich mit kompakten Abmessungen, mit einer Fahrzeuglänge von 4,15 m, bietet Platz für bis zu 5 Personen und hat auch 350 Liter Ladevolumen an Bord. Das gilt für die Verbrenner-Variante. Die E-Variante kommt, glaube ich, auf 310 Liter Ladevolumen, soweit ich es auf dem Schirm habe. Des Weiteren ist aber der Mokka-e nicht nur wegen seines reinen E-Antriebs ein Vorreiter für Opel in die Zukunft, sondern auch aufgrund des neuen Markengesichtes, welches sich in Form des Opel Visor zeigt. Der neue Opel-Blitz ist zu sehen und der Modellname wird zentral am Heck platziert zu sehen sein. Zudem ist es auch so, dass der Opel Mokka-e als auch die Verbrenner-Alternative mit dem Pure Panel Cockpit daherkommen. All diese Infos haben wir dann eben da am Dienstag erhalten im Rahmen der Weltpremiere, konnten uns aber auch mit Opel oder mit Angestellten von Opel ein bisschen auseinandersetzen und so weitere Infos zum Mokka-e. zusammentragen. Unter anderem haben wir uns eben Friedhelm Engler vor das Mikro geholt, seines Zeichens Director Design Execution für die Ausarbeitung aller Fahrzeuge für Exterieur und Interieur bei Opel und haben uns mit ihm über das Design des Opel Mokka-e, dessen Besonderheiten und so weiter unterhalten. Bevor wir in dieses kurze Gespräch abtauchen, möchte ich aber auch noch ein paar Hard Facts eben zum Mokka-e, dem Stromer von Opel, präsentieren oder dir näher bringen, falls du eben noch gar keinen Blick auf den Stromer sozusagen riskieren konntest. Wenn wir uns die Hard Facts des Mokka-e betrachten, tauchen wir doch direkt mal bei dem Thema ein, was immer für Furore oder für Aufruhr sorgt. In den Foren, in den Blogs, in den Portalen, die Preisgestaltung. Den Mokka-e gibt es in fünf Varianten. Wer da auf die Straße kommt, beginnt bei der Einstiegsvariante Mokka. Die kostet aktuell 32.158,32 Euro. Ja, ungerader Preis, 16% Mehrwertsteuer sei Dank. Höchstwahrscheinlich, wenn wir im nächsten Jahr wieder bei den 19% Mehrwertsteuer angelangt sind, kommt da ein gerader Betrag raus. Und uneingeschränkt dessen gibt es vier weitere Versionen des Mokka-e. Die Edition, Elegance, GS-Line und die Ultimate Edition. Die Ultimate Edition hatten wir im Rahmen der Weltpremiere eben kennenlernen dürfen. Ist auch auf den Fotos sozusagen zu sehen. Die wird ab 40.180,84 Euro starten. Interessanter ist natürlich die Einstiegsversion, die Mokka-Einstiegsversion mit dem Gleichnamen. Namen sozusagen, denn die wird nach Abzug des Umweltbonus und der Innovationsprämie bei um die 23.420 Euro liegen und damit in einem sehr kompetitiven Bereich zu anderen Wettbewerbern. Und was bekommt man dafür? Die Fakten wollen wir euch natürlich auch mit auf den Weg geben. Der Mokka-e kommt mit einem 50 kWh Batteriepack daher, das sich aus 216 Batteriezellen in 18 Modulen zusammensetzt. Es wird eine rein elektrische Reichweite von bis zu 324 km nach WLTP möglich sein, vergleichbar zum Corsa E oder Peugeot E208, die wir ja auch schon vorgestellt hatten bei uns. Drei Fahrmodi werden geboten, der Normal-, Eco- und Sportmodus. Letzterer bringt eben ein bisschen mehr Fahrdynamik mit rein. Es gibt ein regeneratives Bremssystem, um eben auch die Batterien dann während der Fahrt wieder aufladen zu können. Wenn der Akku dann doch mal leer geht, geht sie 30 Minuten von 0 auf 80% am 100 kW Gleichstromlader. Also schnell laden überhaupt kein Problem damit. Beschleunigen kann er auch ganz zügig, 260 Nm, maximales Drehmoment stehen ab Start quasi zur Verfügung, wie das beim E-Antrieb eben der Fall ist. 100 kW Leistung, was 136 PS eben entspricht, die Beschleunigung von 0 auf 50 in 3,7 Sekunden, von 0 auf 100 in 9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 150 kmh abgeregelt. Zudem ist es eben so, dass in Deutschland der Opel Mokka-e serienmäßig mit einem dreiphasigen 11 kW Onboard-Charger daherkommt. Das heißt, der kann nicht nur am Schnellladegerät mit bis zu 100 kW geladen werden, sondern eben auch an der heimischen Wallbox und braucht dann ungefähr 5 Stunden 15 Minuten, um da wieder den Akku sozusagen vollgefüllt zu haben. Des Weiteren wartet der Opel Mokka sowohl in seiner rein batterieelektrischen Variante als auch in der Verbrenner- bzw. Dieselvariante mit innovativen Technologien auf, die er eben aus der Ober- in die Kompaktklasse holt. Das Highlight ist sicherlich das Interdeluxe-LED-Matrix-Licht, welches mit insgesamt 14 Elementen verbaut ist. Frontkollisionswarner, intelligenter Geschwindigkeitsregler, Müdigkeitserkennung, Verkehrsschildererkennung, automatischer Geschwindigkeitsassistent, aktiver Spurhalteassistent, toter Winkelwarner, Flankenschutz, automatischer Parkassistent und 180° Panorama Rückfahrkamera. Des Weiteren eben Apple CarPlay und Android Auto verbaut, Wireless Charging für das eigene Smartphone, um eben nur ein paar Beispiele sozusagen zu nennen. Ja, das sind so mal die Hard Facts des Mokka-e, die ich dir mit auf den Weg geben kann. Nun würde ich sagen, dass wir direkt in das Interviewgespräch mit Friedhelm Engler eintauchen, der uns eben noch ein wenig mehr über das Design und das Auftreten des neuen Mokka-e erzählt. Viel Spaß damit, wir hören uns am Ende vom Gespräch nochmal kurz. Hallo Herr Engler, vielen Dank, dass ich Zeit nehme, dass wir uns ein wenig über den Mokka-e, vor allem über das Design des Stromers von Opel unterhalten. Vielleicht können Sie sich eingangs kurz vorstellen, was Sie bei Opel machen und wie Sie in Verbindung zum Mokka-e aufstehen.

  3. Friedhelm Engler:

    Mein Name ist Friedhelm Engler, ich bin Direktor Design, habe das Extra-Design des Mokkas verantwortet, dann die Gesamtverantwortung für die Design Execution, also für die Serienausarbeitung des Fahrzeugs und zuvor als Advanced-Direktor für den GTX Experimental, den Joker der Mokkas. Ja, letzten Endes auch der Schlüssel zum neuen Mokka geworden ist.

  4. Sebastian:

    Genau, das hatten wir heute auch in der Weltpremiere dann von Mark Adams gesagt bekommen, beziehungsweise von Herrn Loscheller, der dann ja auch aufgezeigt hat, als dann die beiden Fahrzeuge nacheinander auf die Bühne gefahren sind, dass man doch relativ nah tatsächlich am Konzept geblieben ist. Wann ist denn das Konzept vorgestellt worden und wie kurz darauf ist denn dann der Mokka auch in Serie dann sozusagen vorgestellt worden?

  5. Friedhelm Engler:

    Ja, das Konzept haben wir 2018 vorgestellt. Die Entwicklung des GTX Experimentals lief natürlich über ein, zwei Jahre im Vorfeld. Und die Ausrichtung des Experimentals war natürlich ganz klar, ein neues Markengesicht für alle Opel-Fahrzeuge zu entwickeln. Also nicht einen kleinen SUV zu entwickeln, sondern ein komplettes Markengesicht. Und auch eine Formensprache, Exterieur und Interior, zu entwickeln, das uns in die Zukunft weiterträgt. Dass wir dann den Experimental als Vorläufer, als Ikone für den Serienmocker nutzen konnten, das war dann letzten Endes die Entscheidung kam, bei der Vorstellung des Fahrzeugs und auch bei dem umwerfenden Erfolg, den wir mit dem Fahrzeug hatten. Da gab es dann das Go und auch die Frage von Herrn Loscheller und heute, was wir gehört haben, war es nicht wirklich nur eine Show-Aussage, sondern es war tatsächlich so, können wir dieses Auto nicht bauen? Und das haben wir dann gemacht.

  6. Sebastian:

    Und jetzt knapp zwei Jahre später steht er dann auch schon hier bei der Weltpremiere.

  7. Friedhelm Engler:

    Ja, das ist schon sehr sportlich. Das liegt natürlich auch daran, dass wir eine hervorragende Basis mit dem Experimental schon geleistet haben. Er war nicht wirklich weit weg aus dem Segment. Also er war von der Größe schon mal ziemlich auf dieses kleine Crossover-Segment spezifiziert. Und darauf aufbauen, dann einen Mokka-Nachfolger zu machen, da lagen wir eigentlich schon in der Größe. Und ich glaube, das Entscheidende ist auch zu verstehen, dass die Mokka-Elemente, die wir weiter umsetzen wollten, also das Fahrzeug effizienter zu machen, zu elektrifizieren, bessere Aerodynamik zu haben, mehr Dynamik in das Fahrzeug reinzubringen, auch eine jüngere Käuferschicht anzusprechen, einfach ein frischeres, jüngeres Produkt zu machen, das hat natürlich der GTX Experimental vorweggenommen und von daher war da viel von der Vorarbeit, von der Denkarbeit, von der Konzeptarbeit schon getan. Es war relativ einfach, den auf den Punkt zu bringen. Die Aussage von Michael, wir bauen den jetzt, war das Go.

  8. Sebastian:

    Schön, wenn das dann doch so problemlos auch funktionieren kann tatsächlich. Jetzt habt ihr gesagt, ihr richtet euch auch auf... eine jüngere Zielgruppe aus, ihr wollt da auch anders auftreten sozusagen, geht dafür aber dann auch nochmal, gerade für dieses Erscheinungsbild in die Vergangenheit zurück, wie man jetzt auch bei Mokka Mokka-e. sieht, wo ihr dann auch tief in der Geschichte sozusagen kramt und euch vom Manta habt inspirieren lassen. Vielleicht können Sie dazu ein paar Worte verlieren, was man da aus der Vergangenheit sozusagen in die Gegenwart, Zukunft transferiert für Opel.

  9. Friedhelm Engler:

    Ja, ich glaube, wichtig zu verstehen ist, dass für die Opelaner, so nenne ich uns alle gemeinsam, Da ist ein ganz tiefes Verständnis für die Marke. Also viele unserer Kollegen sind schon viele, viele Jahre im Design-Team. Also ich selber schon fast mittlerweile 30 Jahre. Wir haben einige Leute, die sich ganz extrem mit der Marke Opel auch beschäftigen. Und da ist natürlich unser Fundus in der Opel Classic natürlich auch unser Wurzel. Und das... Die DNA von einem Opel zu verstehen und Elemente da zu ziehen, ist natürlich eine ganz tolle Sache. Wir haben 121 Jahre Opel-Fahrzeugkultur, Fahrzeugbau. Andere Firmen haben das nicht. Viele, viele Start-ups, die haben nichts, die fangen mit Null an. Da ist nichts, was man zitieren könnte. Wir haben eine ganz reiche Historie, wir haben eine Kultur, wir haben ein Verständnis für die Fahrzeuge und bestimmte Elemente. Die machen einfach Klick für die Meike Opel. Und diese Elemente zu finden und dann ganz modern umzusetzen, kein Retro-Design zu machen, sondern ganz modern umzusetzen, das ist das Entscheidende. Und der Weiser, der fußt auf dieser klaren Linie von dem Manta. Der Manta ist ganz einfach gezeichnet. Dieses Jahr übrigens 50 Jahre alt, hat gerade ein Jubiläum. Die Fronte ist so einfach, fasst die Technik und den Grill und das Markenemblem in eine Einheit zusammen. Kann man aus vielen, vielen Metern Entfernung sofort erkennen. Das war für uns so wichtig, diese Technik. Die Leuchtentechnik, die Intellilux-Technik, Matrix-Frontleuchten, Voll-LED-Front und Heck, das zu integrieren in eine Einheit, das ist natürlich toll, wenn man das mit einem Weiser-Thema machen kann, der dann wieder für die Marke Opel steht und auch ein Zitat aus der Vergangenheit ist, ohne jetzt ein Retro-Design darstellen zu wollen.

  10. Sebastian:

    Also trotzdem dann auch ein modernes Erscheinungsbild und das feiert jetzt eben Mokka, Mokka-e, seine Premiere, soll dann aber darüber hinaus auch in weitere Modelle oder in sämtliche Modelle danach einziehen.

  11. Friedhelm Engler:

    Absolut, der Mokka zeigt das neue Markengesicht für alle Opel-Fahrzeuge in der Zukunft. Jetzt als erstes Fahrzeug in Serie, der GTX Experimental noch als Showcar, vielleicht ein bisschen zu extrem, aber der Mokka jetzt in Serie und ich glaube, wenn man den Mokka sieht, mit seiner Leichtigkeit, wie er da vorne steht, der gute Stand, die Proportionen, gute Aerodynamik, diese Effizienz, die sich auch visualisiert bei dem Fahrzeug. Das dann weiter zu extrapolieren in andere Fahrzeuge, die vielleicht etwas größer sind, vielleicht auch kleiner sind, andere Fahrzeugklassen, muss ja nicht immer ein SUV sein, das lässt sich dann natürlich sehr gut vorstellen, wie man sowas umsetzen kann.

  12. Sebastian:

    Klar, und ihr habt dann ja auch wieder die Möglichkeit, wenn man dann mal... mit weiteren Modellen sozusagen auf der Straße umher schaut, dass es doch auffällig ist, dass es mehr auffällt und nicht so in der Masse untergeht.

  13. Friedhelm Engler:

    Ja, natürlich. Ich meine, das Weiser-Gesicht, das fällt auf. Also ein Weiser kann ich im Rückspiegel, wenn ich irgendwo fahre, kann ich ein paar hundert Meter sofort erkennen. Ich kann nicht jedes Auto auf der Straße sofort erkennen. Da muss ich mich schon ziemlich genau mit befassen. Und viele Autos sind auch sehr ähnlich. Das Weiser...

  14. Sebastian:

    Frontgesicht sticht aus der Masse hervor.

  15. Friedhelm Engler:

    Und das muss es auch sein. In Opel muss das Opel erkennbar sein und ist kein MeToo-Produkt.

  16. Sebastian:

    Das hat ja auch Mark Adams vorhin in der Premiere oder während der Weltpremiere ganz gut zum Ausdruck gebracht. Was sind so die Werte die Schlüsselelemente für die Opel stehen will als deutscher Automobilhersteller.

  17. Friedhelm Engler:

    Mutig und klar. Und klar ist natürlich auch ein deutsches Attribut. Nicht kompliziert, nicht dekorativ, nicht überdreht. Es ist einfach ein emotionales Produkt, das klar aufgebaut ist. Und ich glaube, dafür steht der Mokka auch. Man sieht das Fahrzeug, die Proportion ist extrem stimmig. Das ist ein langer Radstand, der viel Innenraum bietet. Man sitzt ein bisschen höher, ohne dass das Fahrzeug hoch aussieht. Extrem kurze Überhänge, viel kürzer als beim Vorgänger. Also viel kürzer als beim Vorgänger. Und das spricht dann auch für die Effizienz der Plattform. Und dann auch eine Formensprache, die mit ganz wenig Linien hinauskommt. Das ist das, was ein gutes Design letzten Endes ausmacht. Also einen Mokka könnte ich auf einer Serviette kurz aufskizzieren. Viele andere Autos, die ich auf der Straße fahren sehe... Da fällt es mir schwer. Wenn ich 25 Sicken auf der Seite zeichnen muss, tut es mich wirklich schwer.

  18. Sebastian:

    Klar. Also tatsächlich auch irgendwo auf das Wesentliche reduziert dann, was sich aber nicht nur von außen zeigt, sondern auch im Interieur fortsetzt dann, wo man ja dann auch... auf weniger setzt sozusagen. Da wurde uns ja auch mitgeteilt, dass man dann eben so Digital Detox auch unterstützen möchte, indem man dann eben auch beispielsweise die Displays nicht überlädt mit Animationen und Zig-Anzeigen, sondern tatsächlich auch auf das Wesentliche runter reduziert.

  19. Friedhelm Engler:

    Auch das ist natürlich ein ganz, ich sage mal, ein ganz deutscher Ansatz, sehr funktionaler Ansatz. Ja. Wir haben immer noch, und Gott sei Dank in Deutschland, auch eine Autobahn, auf der man ein bisschen schneller fahren kann. Und genau da will ich natürlich sicherstellen, dass die Funktionalität immer gegeben ist. Der Fahrer muss jederzeit im Command von seinem Fahrzeug sein. Er muss immer die Kontrolle haben. Er muss zu jeder Zeit auch direkten Zugriff auf bestimmte Dinge haben. Das heißt, Vereinfachung der Information, Reduzierung auf das Wesentliche, ob das beim Extra-Design die Formgebung ist, beim Hinterher dann die Information, die dann vermittelt wird über das HMI, Reduzierung auf das Wesentliche und die Information zum richtigen Zeitpunkt. Natürlich kann ich so ein Pure Panel, das Open Pure Panel, auch sehr viel dekorativer dann darstellen. Das ist überhaupt kein Problem. Das liegt dann am Kunden, wie er es sich einstellt. Aber ich kann es auch runterfahren auf wirklich, wir nennen es Detox. auf die wesentliche Information. Und das ist eigentlich auch ganz schön, weil im Moment, wir werden zugeschüttet mit Informationen und zugeballert mit Bildern und bewegten Elementen. Das will ich im Fahrzeug nicht haben. Wenn da ein Fehler ist, wenn da irgendwie ein Warnsignal kommt, muss ich das sofort sehen können und ich muss es wahrnehmen. Wenn da irgendwie noch ein Swash oder irgendwas drüber läuft, das nehme ich nicht mehr wahr und dann bin ich im Risikobereich. Das wollen wir vermeiden. Das wäre kein deutsches Produkt. Das steht immer noch für ein sehr deutsches Produkt, ob das eine sehr deutsche Marke ist. Im Vordergrund steht natürlich immer Funktionalität gepaart mit einer sehr schönen Ästhetik und einer ganz klaren Ästhetik.

  20. Sebastian:

    Ja, aber das ist euch, glaube ich, auch ganz gut gelungen, was auch gut gelungen ist. Trotz dessen, damit eine Batterie 50 Kilowattstunden verbaut ist in dem Mokka-e, ist es vom Platzangebot nicht wirklich weniger als bei der Diesel- oder Verbrenneralternative.

  21. Friedhelm Engler:

    Nein, überhaupt nicht. Also man kann es von innen nicht wahrnehmen. Das Einzige, wo ich es vielleicht wahrnehmen kann, ist im Kofferraum. Weil die Batterie natürlich etwas weiter in den Kopfraum geht, aber im Fahrgastraum kann ich keinen Unterschied feststellen, weil ich meine, gerade als Hinterbänkler, wenn ich hinten sitze, kann ich meine Füße in die Batterie stellen. Das heißt, ich stehe auf der Unterkante der Batterie und nicht on top. Es gibt sehr viele Fahrzeuge, die haben ein Modul im Unterbau und ich stehe und sitze auf der Batterie. Das heißt, ich treibe meinen H-Punkt um 10-15 cm nach oben. Ich treibe mein Dach um 10-15 cm nach oben. Das heißt, ich habe dann meine Querschnittsfläche deutlich größer gemacht und ich habe eine miserable Aerodynamik und somit habe ich eine miserable Reichweite. Und das macht alles der Mokka nicht. Also der ist extremst effizient. CW-Wert von 0,32, was in der Klasse wirklich super ist. Und damit generiere ich natürlich auch eine tolle Reichweite bei einem überschaubaren Batterie-Paket, ohne da extrem teuer gehen zu müssen.

  22. Sebastian:

    Das heißt, es war auch nicht so für euch dann die Riesenherausforderung beim Design des Fahrzeugs, dass ihr da Abstriche machen musstet, sondern ihr konntet tatsächlich Diesel, wie Verbrenner, wie auch E-Fahrzeug mit einer Linie, mit einer Ausrichtung designen und aufbauen.

  23. Friedhelm Engler:

    Ganz wichtig auch zu verstehen, deswegen ist der Mokka für uns der Mokka. Punkt. Dass er als erstes elektrisch kommt, ist natürlich klar, aber wir wollten keine E-Variante, die wieder so ein bisschen anders ausschaut, eine Verbrenner-Variante. Ich meine, ich mache ja auch keinen Unterschied zwischen Diesel und Benzin. interessiert ja wirklich überhaupt niemanden, sondern uns war es ganz wichtig, der Mokka ist der neue Mokka und der kommt voll elektrisch und den kann ich auch noch in einem anderen Antriebsmodus bekommen, aber der ist elektrisch, Punkt. Ich glaube, klarer kann man es nicht mehr sagen und da gibt es kein Vertun. Den wollte man wirklich auch nicht in Varianten darstellen, sondern das ist der Mokka, Punkt, aus Ende.

  24. Sebastian:

    Das ist so eine gute Aussage. Ich denke, damit können wir das kurze Interview auch beenden, Herr Engler. Vielen Dank für die Eindrücke. Das war es also, das Gespräch mit Herrn Friedhelm Engler von Opel, der uns eben noch ein paar Eindrücke des Mocker E vermittelt hat. War ganz interessant, denke ich, auch da nochmal so einen Blick hinter die Kulissen zu riskieren, werfen zu können. Und ja, in den Shownotes habe ich dir den Eventbericht von der Weltpremiere des Mocker E verlinkt. Würde mich freuen, wenn du dort vorbeischaust. Da gibt es auch nochmal ein paar mehr Fakten, Fotos und Eindrücke von unserer Seite aus. Ansonsten vielen Dank fürs Zuhören. Ich freue mich, wenn du nächste Woche wieder einschaltest bei der nächsten Folge unseres Podcasts. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.